Die Limousine orientiert sich künftig am A8

Lange wurde darüber gemunkelt, jetzt ist die Katze aus dem Sack: Auf dem Genfer Autosalon 2018 (8. bis 18. März) zeigt Audi den neuen A6. Wir verraten, was die Limousine der oberen Mittelklasse auf dem Kasten hat.

Äußerlich kaum zugelegt
Zeit für ein komplett neues Modell wurde es, schließlich ist der bisherige Audi A6 seit 2011 auf dem Markt. In den Abmessungen legt die 2018er-Limousine nur wenig zu: 4,94 Meter Länge sind sieben Millimeter mehr als bislang, die Breite wächst um zwölf Millimeter auf jetzt 1,89 Meter, die Höhe bleibt mit 1,46 Meter so gut wie unverändert. Innen soll der A6 noch großzügiger als bislang geschnitten sein und mehr Platz für Kopf, Schultern und Beine bieten. Das Kofferraumvolumen der Limousine bleibt mit 530 Liter unverändert, dank eines verbreiterten Zugangs sollen nun zwei Golfbags quer hineinpassen. Auf Wunsch öffnet sich der Heckdeckel per Fußbewegung elektrisch.

Im Stil des A8
Optisch ist der neue A6 eine Schöpfung von Audi-Chefdesigner Marc Lichte, weshalb Ähnlichkeiten zu A8 und A7 nicht wirklich verwundern. Markante optische Details sind der breite, tief platzierte Kühlergrill und eine Chromleiste zwischen den Heckleuchten. 14 Farben stehen zur Wahl, darunter sieben neue. Neben der Basisausführung bietet Audi für das A6-Exterieur auch die Linien „Sport“, „Design“ und „S Line“ an. Die Scheinwerfer gibt es in drei Ausführungen: Die Topversion mit Matrix-LED-Scheinwerfern weist ein Tagfahrlicht mit fünf Linien auf, serienmäßig ist dann auch das dynamische Blinklicht.

Bildschirme ohne Ende
Werfen wir einen Blick in die neue Audi A6 Limousine (der Kombi wird später nachgereicht): Hier orientiert sich die Mittelkonsole zum Fahrer hin. Wie beim A8 spielen Displays eine zentrale Rolle. Der obere Touchscreen in der Mittelkonsole ist bis zu 10,1 Zoll groß, er managt das Infotainment. Auf der Konsole des Mitteltunnels ruht ein 8,6-Zoll-Display für Klimatisierung und Komfortfunktionen. Natürlich darf das „Virtual Cockpit“ nicht fehlen, es misst 12,3 Zoll im Durchmesser. Interessant für Vielfahrer und Flottenkunden: Im Bediensystem können bis zu sieben Fahrer ihre bevorzugten Einstellungen speichern und bis zu 400 Parameter festlegen. Nicht minder spannend: Bei Bedarf können bis zu fünf Personen mit ihrem Smartphone den gleichen A6 öffnen, verriegeln und starten.

Noch mehr Assistenten
Analog zum A8 rüstet Audi auch den neuen A6 mit vielen Assistenten auf: So parkt der A6 auf Wunsch ferngesteuert in eine Lücke oder die Garage. Im Angebot der drei großen Assistenzpakete (Parken, Stadt und Tour) sind zudem ein Kreuzungsassistent und ein adaptiver Fahrassistent, der den Tempomat mit leichten Lenkeingriffen unterstützt. Serienmäßig ist eine Progressivlenkung an Bord, optional baut Audi die Dynamik-Allradlenkung ein. Hier schlägt ein Spindeltrieb an der Hinterachse die Räder um bis zu fünf Grad ein, was den Wendekreis um gut einen Meter auf 11,1 Meter verringern soll.

Ein Hauch von Hybrid
Beim Fahrwerks-Setup stehen vier Möglichkeiten bereit: das konventionelle Stahlfederfahrwerk, das Sportfahrwerk, eine Dämpferregelung und eine Luftfederung. Alle Motoren im neuen A6 arbeiten mit Mildhybrid-Technik. So kann die Limousine zwischen 55 und 160 km/h segeln. Die Start-Stopp-Funktion setzt bei 22 km/h und darunter ein. Beim Verzögern erzeugt ein Riemen-Starter-Generator bis zu 12 Kilowatt Rekuperationsleistung. Im realen Fahrbetrieb soll der Verbrauch um bis zu 0,7 Liter auf 100 Kilometer sinken.

Start im Juni 2018
Zum Marktstart im Juni 2018 bietet Audi für den A6 einen Benziner und einen Diesel an: Beim Benziner handelt es sich um einen Dreiliter-TFSI-V6 mit 340 PS Leistung und 500 Newtonmeter Drehmoment. Beschleunigung? 5,1 Sekunden auf 100 km/h. Spitze? Abgeregelte 250 km/h. Auf den Diesel verzichtet Audi nicht, macht aber noch keine Angaben zur Abgasregelung. Der 3.0 TDI bietet 286 PS und 620 Newtonmeter Drehmoment. Er wird mit einer Achtgang-Automatik verbunden, der 3.0 TFSI bekommt ein Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen. Auch ein Allradantrieb ist bei beiden Motoren serienmäßig: Beim Benziner mit selbstsperrendem Mittendifferenzial, beim Diesel mit sich automatisch zuschaltender Hinterachse.

2.500 Euro teurer
Weitere Motoren werden natürlich die Audi-A6-Palette ergänzen. Bislang reichte das Angebot bei den Benzinern von 190 bis 605 PS und bei den Dieseln von 150 bis 326 PS. Los geht es aber wie bereits erwähnt im Juni 2018 mit dem 286 PS starken A6 50 TDI quattro als Einstieg, er kostet 58.050 Euro. Beim Vorgängermodell lag der Dreiliter-Diesel mit Allrad und 272 PS bei 55.550 Euro.

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