Sammlung zeigt 70 Exponate aus fünf Jahrzehnten

Sie waren lange Zeit die Stiefkinder der Oldtimerszene: japanische Autos. Glamourös waren anderen Hersteller, die oft eher farblosen Modelle von Toyota und Co. funktionierten dafür wie ein Uhrwerk. Doch selbst eine oft bescheidene Ersatzteillage hält einige Enthusiasten nicht davon ab, riesige Sammlungen von Wagen aus Nippon aufzubauen. Bezeichnenderweise sind es denn auch meist altgediente Händler, die altes Japan-Blech um sich horten. So etwa die Familie Frey aus der Nähe von Augsburg, die seit diesem Jahr in der Fuggerstadt ein Mazda-Museum betreibt. Jetzt zieht Toyota nach, aber auf andere Art und Weise.

Die Schätze des Herrn Pichert
Während bei Familie Frey die deutsche Mazda-Zentrale mehr im Hintergrund wirkte, ist es bei Toyota genau andersherum. Doch der Reihe nach: Peter Pichert war Toyota-Händler der ersten Stunde aus Passau, der 1994 ein privates Museum mit Fahrzeugen der Marke im niederbayerischen Hartkirchen am Inn eröffnete. Nach seinem Tod im Jahr 2016 wandte sich seine Familie an Toyota Deutschland. Dort einigte man sich auf eine Übernahme der alten Schätze.

Neues Domizil in der Tennishalle
Einige Autos wurden verkauft, übrig blieben rund 70 Fahrzeuge aus fünf Jahrzehnten. Ihr neues Dach befindet sich auf dem Gelände der Toyota Deutschland GmbH in Köln-Marsdorf, genauer gesagt: auf über 1.800 Quadratmeter in einer alten Tennishalle. Museumscharakter hat sie weniger, zumal die Halle nur zu besonderen Anlässen geöffnet wird. Eine Werkssammlung, die aber nicht im Keller verstaubt: So könnte man den Charakter der Ausstellung beschreiben.

Rares Doppel
Dabei mangelt es nicht an Toyota-Preziosen: Bemerkenswert ist zu Beispiel die Anwesenheit zweier Toyota 2000 GT, von denen es insgesamt nur drei Stück in Deutschland geben soll. Nur 351 Exemplare der Sportwagen-Ikone wurden Ende der 1960er-Jahre gebaut, berühmt wurde der Roadster-Umbau für James Bond. Apropos 007: In der Sammlung befindet sich auch der Land Cruiser HJ61, den Roger Moore in der Schweiz privat nutzte.

Die Nummer Eins
Kaum noch jemand wird sich an den ersten Corolla erinnern, den Toyota 1971 hierzulande anbot. Auch Händler Picherts erstes verkauftes Auto der Marke war ein Corolla, damaliger Neupreis: 7.650 Mark. Exakt jenes Fahrzeug fand Pichert Jahre später in einer Scheune wieder und weckte damit seine Sammelleidenschaft. Und so kam eins zum anderen: Die Celica Liftback GT in mehreren Versionen, ein Corona RT40 aus den 1960er-Jahren, der noble Crown und der MR2, um nur einige zu nennen.

Vorerst nur nach Anmeldung
Indes dürfte Picherts Händlertätigkeit ähnlich wie bei Mazda-Frey die Suche gelegentlich erleichtert haben, sei es durch Inzahlungnahmen alter Fahrzeuge, die Nutzung vorhandener Lagerflächen und einer Werkstatt. Pichert konnte sich zum Beispiel einen besonderen Celica Turbo 4WD sichern. Zur Feier des Rallye-WM-Titels 1990 und 1992 baute Toyota eine Sonderserie von 2.000 Exemplaren. Überhaupt kommt auch der Motorsport zu seinem Recht: Fans können sich am Formel-1-Auto von Toyota erfreuen, daneben warten zwei Le-Mans-Rennwagen und der Corolla WRC. Wer sich persönlich davon ein Bild machen möchte, muss sich momentan noch schriftlich über die Homepage der Toyota Collection melden oder es telefonisch probieren. Laut Toyota will man aber bald Näheres zu den Besuchsmöglichkeiten bekanntgeben.

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