Das Modelljahr 2008 bringt außerdem eine gestraffte Angebotspalette

Kritik an einem Produkt kann der erste Schritt zur Verbesserung sein. Kann, muss aber nicht. Alfa hat sich jedenfalls bemüht: Nachdem Presse und Öffentlichkeit sich über das hohe Gewicht und den Sitzkomfort in Alfas Mittelklasse mokiert hatten, verkünden die Italiener jetzt Veränderungen am 159, am Brera und am Spider bei den kritisierten Punkten und noch einigen anderen. Wir haben uns informiert und auch ein paar Runden mit den Autos des Modelljahres 2008 gedreht.

Deutliche Verbesserungen beim Gewicht
Zunächst hat Alfa Gewicht eingespart. So werden der 159 und der 159 Sportwagon um 45 Kilo leichter. Das Einstiegsmodell der Limousine mit 140-PS-Benziner wiegt jetzt 1.460 Kilo. Damit liegt es in der Gruppe ähnlich großer und vergleichbar motorisierter Mittelklasselimousinen immerhin schon mittelprächtig. So schafft es etwa der Opel Vectra, unter 1.400 Kilo zu bleiben, während der Volvo S60 bei 1.521 Kilo liegt. In diesem Punkt hat Alfa also Fortschritte gemacht. Die Zuladung steigt von 445 auf 475 Kilogramm; hier liegt der 159 sogar geringfügig besser als die genannten Vergleichsmodelle. Ähnliche Verbesserungen gibt es beim Coupé und beim Roadster aus der gleichen Baureihe: Brera und Spider werden jeweils um 25 Kilo leichter. Erreicht wurden die Verbesserungen vor allem durch Modifikationen am Fahrwerk.

Fragwürdiges Ergebnis bei den Sitzen
Beim zweiten Kritikpunkt, den Sitzen, hat Alfa ebenfalls nachgebessert. Limousine und Kombi erhalten eine neue Sitzstruktur, Brera und Spider richtiggehende Sportsitze. Nach einer Sitzprobe im 159 und im Brera müssen wir allerdings ein Fragezeichen hinter das Ergebnis setzen. Im Brera stößt bereits ein 1,75 Meter großer Fahrer bei aufrechter Sitzposition fast mit dem Kopf an die Innenraumdecke. Großzügiger sind die Platzverhältnisse beim 159: Dort bleiben zwei bis drei Finger breit Platz – auch noch nicht wirklich überzeugend, aber immerhin besser als beim Coupé. Der Seitenhalt ist in beiden Sitzen sehr gut.

Weniger Ausstattungen
Außerdem hat Alfa die Modellpalette gestrafft; dies hat wohl auch mit den in letzter Zeit gesunkenen Verkaufszahlen zu tun: Bei weniger Käufern lohnt sich eine große Angebotspalette nicht mehr so recht. Beim 159 entfällt die Ausstattungsversion Progression; dafür wurde die Basisversion aufgewertet. So sind nun Brembo-Bremsen in allen Modellen Serie, ebenso wie das aus dem 147 und dem GT bekannte elektronische Sperrdifferenzial Q2, das die Traktion der frontgetriebenen Versionen verbessert. Auch Brera und Spider bekommen diese Elemente serienmäßig. Hier entfällt die Version Sky View, sodass es in Zukunft nur noch eine Ausstattung gibt, die nicht extra benannt wird. Das Panoramadach Sky View verschwindet jedoch nicht aus dem Modellprogramm, sondern wird Bestandteil des neuen Ausstattungspakets ,Edizione".

Sechszylinder nun auch mit Frontantrieb
Auch bei einem Detail hat man auf Kritik reagiert: Bei allen Mittelklassevarianten von der Limousine über Kombi und Coupé bis hin zum Roadster muss man zum Öffnen des Kofferraums nicht mehr in den Innenraum kriechen, um eine Taste zu drücken, sondern es reicht, auf das Markenlogo an der Heckklappe zu drücken. Ebenfalls für alle vier Modellreihen gilt: Die Topmotorisierung mit 3,2-Liter-V6-Benziner ist nun außer mit Allradantrieb auch als Fronttriebler zu haben. Bei Brera und Spider kann man außerdem den Diesel auch mit einer sechsstufigen Automatik namens Q-Tronic bestellen. Die Wartungsintervalle wurden für alle Karosserieversionen von 30.000 auf 35.000 Kilometer verlängert. Außerdem gewährt Alfa vier Jahre Garantie. Die Preise für den 159 beginnen bei 24.550 Euro; der Kombi ist 1.300 Euro teurer. Den Brera bekommt man ab 31.950 Euro; hier ist ein 185-PS-Benziner die Einstiegsmotorisierung. Das gleiche Aggregat treibt die Basisversion des Spider an, die für 33.750 Euro zu haben ist.

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