Seltener Supersportwagen feiert Jubiläum

Es war im Jahr 1988, als McLaren auf dem Höhepunkt des Erfolgs in der Formel 1 einen Entschluss fasste: Den besten Sportwagen, den die Welt je gesehen hatte, wollte man bauen. Im Frühjahr 1990, also vor genau 20 Jahren, begann die Entwicklung des schlicht ,F1" genannten Autos.

Superteuer und superschnell
Am 28. Mai 1992 wurde die Straßenversion des F1 in Monaco vorgestellt, allerdings wurde das erste Kundenfahrzeug nicht vor Dezember 1993 ausgeliefert. Ein Grund dafür war die sehr aufwendige Konstruktion des McLaren-Flitzers. Der so genannte Monocoque-Aufbau des F1 besteht komplett aus Kohlefaser und wiegt gerade einmal 100 Kilogramm. Geradezu rekordverdächtig ist das Gewicht der Türen: sieben Kilogramm inklusive Seitenaufprallschutz. Ungewöhnlich auch die Sitzposition des Fahrers: Dieser nimmt mittig Platz, links und rechts von ihm befinden sich nach hinten versetzt Sessel für Mitfahrer. Für den Antrieb sorgt ein Sechsliter-V12-Saugmotor von BMW, der je nach Version des F1 zwischen 627 und 680 PS bereitstellt. Damit beschleunigt der F1 sehr ordentlich, nach 3,4 Sekunden ist aus dem Stand Tempo 100 erreicht.

Erfolge im Rennsport
Auf Druck der Kunden entwickelte McLaren im Jahr 1994 eine Rennversion des F1, um damit 1995 in der FIA GT1-Serie anzutreten. Mit Erfolg: Der F1 GTR holte nicht nur die GT1-WM, sondern siegte auch bei seinem Debüt in Le Mans. Beim 24-Stunden-Rennen komplettierten McLaren-Teams auf den Plätzen 3, 4, 5 und 13 das Gesamtbild. 1997 schließlich rollte der ultimative F1 auf die Piste, der GTR ,Longtail", so benannt aufgrund der verlängerten Karosserieüberhänge.

Rekordwerte in jedem Bereich
Zum Produktionsende im Jahr 1998 setzte der F1 ein finales Highlight: Testfahrer Andy Wallace fuhr auf dem VW-Testgelände in Ehra-Lessien eine Geschwindigkeit von 386,4 km/h. Das ist bis heute ein Weltrekord für Fahrzeuge mit Saugmotor. Auch in anderen Dingen setzte der F1 Maßstäbe: Zu Lebzeiten kostete das Fahrzeug 540.000 Pfund, damals rund 1,5 Millionen D-Mark. Eine große Inspektion nach 10.000 Kilometer schlägt mit 50.000 Euro zu Buche. Allerdings sollte das kein Problem für die aktuellen Eigner sein: Im Jahr 2008 wurde ein praktisch unbenutzter F1 für 2,5 Millionen Pfund versteigert. Groß gefeiert wird das Jubiläum des Sportwagens auf dem Festival of Speed in Goodwood (2. bis 4. Juli 2010), dort steht dann auch der neue McLaren MP4-12C, der ab 2011 zu haben ist.

Flottes Jubiläum