Erstmals mit Turbo-Vierzylinder, Airbag-Gurten und Terrain-Management-System

Im Jahr 1991 kam der Ford Explorer auf den US-Markt. Er ersetzte den kleineren Bronco. In vier Generationen hat das Auto in den USA dazu beigetragen, dass aus der Nischengattung SUV eine der beliebtesten Autoklassen wurde. Von 1993 bis 2001 wurde das Auto auch in Deutschland angeboten. Nun steht die fünfte Generation in den Startlöchern.

Weg vom V8-Motor
Die angejahrte Optik des noch aktuellen, 2006 eingeführten Modells ist einem modern wirkenden Design gewichen, das sich an der Studie Explorer America aus dem Jahr 2008 orientiert. Die Länge stieg von 4,90 auf 5,01 Meter. Während bisher ein V6 und ein V8 angeboten wurden, gibt es nun neben einem neuen V6 einen Vierzylinder-Turbo. Letzterer besitzt eine Benzin-Direkteinspritzung und die Nockenwellenverstellung Ti-VCT (Twin independent variable camshaft timing). Der Motor entwickelt etwa 240 PS bei 5.500 U/min und 339 Newtonmeter zwischen 1.700 und 4.000 Touren. Auch der neue V6 ist sparsamer als der alte, laut Ford sogar um 20 Prozent. Dazu tragen ein geringerer Hubraum – 3,5 statt 4,0 Liter – sowie Ti-VCT bei. Das Aggregat entwickelt etwa 294 PS und 346 Newtonmeter. Beide Motoren werden mit einer Sechsgang-Automatik kombiniert. Hier wurden die kleinen Gänge kürzer übersetzt, um das Beschleunigen aus dem Stand zu verbessern.

Leichtbau und RoWi-Reifen
Zur Verbrauchssenkung setzt Ford auf Leichtbau: Obwohl etliche neue Komponenten integriert wurden, sank die Masse um rund 45 Kilo – unter anderem durch eine Aluminium-Motorhaube. Außerdem wurde auf die Aerodynamik geachtet und rollwiderstandsarme Reifen werden eingesetzt. Auch der neue Klimakompressor sowie die elektromechanische Servolenkung helfen beim Spritsparen. Letztere ermöglicht es Ford auch, den optionalen Einparkassistenten anzubieten, bei dem das Auto das Lenken selbst übernimmt.

Serienmäßig Frontantrieb, optional als 4WD
Serienmäßig hat der Explorer einen Frontantrieb, mit Allradantrieb ist nur das V6-Modell erhältlich. Das neue Terrain Management System ähnelt dem Terrain Response System des Range Rover. Es ersetzt die traditionellen Geländewagen-Einstellungen 4Hi, 4Low und Auto durch einen Drehschalter, mit dem der befahrene Untergrund ausgewählt wird: Schnee, Sand, Schlamm oder ,Normal", also Asphalt. Die Einstellung beeinflusst die Motorsteuerung, das Ansprechverhalten des Gaspedals, die Schaltpunkte der Automatik, die Traktionskontrolle sowie das ESP. Zum System gehört auch ein Bergabfahrassistent, der bei Gefällefahrten die Kontrolle der Geschwindigkeit erleichtert.

Airbag-Sitzgurt im Fond
In puncto Innenraum rühmt Ford das flexible Raumkonzept und die große Ladekapazität. Das Auto bietet drei Sitzreihen und einen verbesserten Geräuschkomfort. Die Sicherheit erhöht der weltweit erste Airbag-Sitzgurt für den Fond. Er verteilt die Kräfte bei einem Aufprall auf eine fünfmal größere Fläche als konventionelle Gurte, was besonders bei Kindern und Senioren die Verletzungsgefahr senken soll. Da der Aufblasgurt besonders komfortabel ist, könnten Gurtmuffel ihn eher anlegen als einen normalen, so Ford. Zu den Sicherheitsfeatures gehören auch ein ESP sowie Front-, Seiten- und Vorhangairbags. Optional gibt es einen Abstandstempomaten mit Kollisionswarnung und einen Totwinkelassistenten mit Warnung vor Querverkehr.

Bis zu 2,2 Tonnen Anhängelast
Das V6-Modell kann bis zu 2,2 Tonnen ziehen. Beim Anhängen hilft eine Rückfahrkamera mit Zoomfunktion. Zum Anhängerpaket gehören auch eine Gespannstabilisierung sowie ein spezieller Anhängermodus, der auf Gefällestrecken die Motorbremswirkung verstärkt. Die Produktion des neuen Explorer beginnt Ende 2010, sodass der Neuling im Winter bei den Händlern erscheint.

Neuer Explorer ohne V8