Rallye und Luxus: Skoda zapft die Geschichtsbücher an

Saint-Paul-de-Vence (Frankreich), 31. Juli 2014 – Skoda Deutschland-Chefin Imelda Labbé steht an diesem lauen Sommerabend in einem wunderschönen Garten im nicht weniger wunderschönen Saint-Paul-de-Vence ziemlich entspannt vor ihrem brandneuen Sondermodell Rapid Spaceback Monte Carlo. Ihre Gelassenheit verwundert wenig, referiert sie doch gerade über die aktuellen Geschäftszahlen. Skoda ist im ersten Halbjahr 2014 in Deutschland um 14 Prozent gewachsen, hat einen Marktanteil von 5,7 Prozent, ist weiterhin bester Importeur und bei den Privatkunden hinter VW und Mercedes auf Rang Drei. Skodas verkaufen sich derzeit besser als rabattierte warme Semmeln. Knipst man seinen Kopf an, gibt es auch kaum einen Grund, kein Auto aus Mladá Boleslav zu erwerben. Das mit dem Kopf reicht den Tschechen aber scheinbar nicht mehr. Sie wollen nun auch vermehrt das Herz berühren. Wieder.

Gut nutzbare Vergangenheit
Schließlich hat man eine ruhmreiche Rallye-Vergangenheit (gerade bei der Rallye Monte Carlo) und eine gehörige Portion Stolz auf seine Gründer Václav Laurin und Václav Klement, die zu ihrer Zeit mehr auf ,ziemlich luxuriös" statt auf ,simply clever" setzten. All das hilft der Marketing-Maschinerie gehörig auf die Sprünge und schreit geradezu nach lifestylig aufgehübschten Sondermodellen, die dem eigenen Portfolio neben gigantischen Platzverhältnissen und klitzekleinen Preisen auch einen Hauch mondänen und sportlichen Schick spendieren sollen. Ein wenig mehr Emotion, wenn man so will. Das Ergebnis sind die Linien Monte Carlo und L&K.

Sportlicher Schein
Das Sondermodell Monte Carlo debütierte bereits 2011 im Skoda Fabia und schon damals war es mehr ein Trainingsanzug als eine echte Energiespritze. Nun ist die Ausstattung Monte Carlo zurück (im Citigo, im Yeti und ab Ende des Jahres auch im Rapid Spaceback), an der Ausrichtung hat sich aber nichts geändert. Es geht eher um die sportliche Optik. Und um eine umfangreiche Serienausstattung. Der namensgebenden Rallye entsprechende Performance-Upgrades gibt es nicht. Wer wahren Sportsgeist sucht, muss also woanders hingehen.

Citigo Monte Carlo mit 16-Zoll-Felgen Der Skoda Citigo Monte Carlo zum Beispiel basiert – wie alle anderen Monte-Carlo-Modelle – auf der Ausstattung Ambition und bietet neben 16-Zoll-Alufelgen und einer Tieferlegung um 15 Millimeter auch einen neuen Front- und Heckspoiler, eine Heckschürze mit Diffusor, getönte Scheiben, schwarze Anbauteile und eine Folienbeklebung im Rennflaggen-Design. Im Interieur warten Sitzbezüge in Monte Carlo-Rot, ein glanzschwarzes Armaturenbrett sowie Leder für Handbrems- und Schalthebel und das unten abgeflachte Sportlenkrad. Der Citigo Monte Carlo startet als Dreitürer mit 60 PS bei 11.490 Euro. Damit ist er 1.020 Euro teurer als der Citigo Ambition, auf dem er aufbaut.

Yeti im Rallye-Dress
Etwas mehr nach Rallye – wenn auch nicht unbedingt nach Rallye Monte Carlo – sieht der Skoda Yeti aus. Immerhin kann man mit dem Erfolgs-Crossover auch halbwegs unfallfrei über Schotter oder Waldwege pflügen. Wer dabei besonders schön sein will, darf sich über die Dreingaben des Monte-Carlo-Paketes freuen. Beim Yeti besteht dies aus schwarzen 17-Zöllern, schwarz lackierten Karosseriedetails (Kühlergrill, Dach, Außenspiegel und Seitenschwellerverkleidungen) sowie neu geformten Stoßfängern und getönten Scheiben. Innen gibt es beheizbare Sportsitze, Pedale in Edelstahloptik, ein Ledersportlenkrad und Dekorleisten im Carbon-Look, die nicht wirklich nach Carbon-Look aussehen. Die Serienausstattung ist nicht zuletzt dank Klimaautomatik und Bi-Xenon-Scheinwerfern mit Kurvenlicht bemerkenswert. Der Yeti Monte Carlo ist mit drei Benzinern von 105 bis 160 PS und drei 2,0-Liter-Dieseln mit 110 bis 170 PS erhältlich und startet ab 23.990 Euro.

Rapid Spaceback Monte Carlo ab Ende 2014
Noch ein bisschen auf sich warten lässt der Dritte im Monte Carlo-Bunde. Skodas Rapid Spaceback, der derzeit laut Zulassungsstatistik Rang Acht in der hart umkämpften Golf-Klasse belegt, wird Ende 2014 in den Genuss des schneidigen Ausstattungspaketes kommen. Auch hier sorgen dann unter anderem schwarze Alufelgen und Karosseriedetails für mehr Pep im kompakten Familienalltag. Weitere Infos zu Ausstattung, Motoren und Preisen wird Skoda im Laufe des Jahres bekannt geben.

Octavia jetzt in der Top-Ausstattung L&K Wenn Ihnen zurückhaltender Luxus wichtiger ist, als grelle Sport-Schminke, wird das Sondermodell L&K wohl eher ihr Fall sein. Es erinnert an Skodas Gründerväter Laurin und Klement und ist im Yeti, Yeti Outdoor sowie im Superb bereits seit einiger Zeit verfügbar. Nun kann man die Top-Ausstattung auch für die Bestseller Octavia und Octavia Combi ordern. Serienmäßig an Bord sind dann unter anderem 18-Zoll-Felgen, eine braune Leder-Alcantara-Ausstattung, eine Klimaautomatik, elektrisch verstell- und beheizbare Vordersitze, Bi-Xenon-Leuchten mit adaptiven Frontsscheinwerfern, LED-Rückleuchten und ein Soundsystem mit zehn Lautsprechern. Den Octavia L&K gibt es als 1,8-Liter-Benziner mit 180 PS sowie als 2,0-Liter-Diesel mit 150 PS. Der Combi ist auch mit Allradantrieb erhältlich. Die Preise starten bei 30.390 Euro für die Limousine und 31.050 Euro für den Combi.

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