BMW 4er-Reihe erhält homöophatisches Facelift

Es ist verblüffend, aber ja, auch der BMW 4er ist schon wieder dreieinhalb Jahre alt und deshalb laut den international anerkannten Facelift-Regeln fällig für eben genau dieses. 4er Cabrio und 4er Gran Coupé haben zwar ein halbes beziehungsweise ein Jahr weniger auf dem Buckel, aber wenn man schon so schön dabei ist, gell … Weltweit konnte BMW seit Mitte 2013 400.000 Exemplare seiner sportlichen Mittelklasse absetzen (50 Prozent davon entfallen übrigens auf das viertürige Gran Coupé). Ob das viel ist? Es fühlt sich zumindest so an. Und den BMW-Verantwortlichen müssen diese Zahlen ebenfalls gefallen. Sonst wäre das Facelift der 4er-Baureihe vermutlich etwas umfangreicher ausgefallen. Ja, wir geben es zu: Auch wir hatten gewisse Probleme, alle Änderungen der Modellpflege auf den ersten Blick zu erkennen. Damit Sie sich leichter tun, hier alle Neuerungen im Überblick.

Von außen kaum zu sehen
Fangen wir beim Blechkleid an. Das ist beim BMW 4er grundsätzlich sehr kleidsam, weshalb man sich in den Münchner Designlabors wohl dazu entschied, es eher mit Samthandschuhen anzufassen. Die Änderungen an Front und Heck bemerken deshalb wohl nur echte Marken-Enthusiasten. Gleiches gilt wohl für die vier neuen Felgen-Kreationen in 18- und 19-Zoll. Auffälliger sind da schon die neuen Bi-LED-Scheinwerfer, die nun bei allen 4ern serienmäßig an Bord sind. Auch am Heck hat sich BMW für neue Leuchten entschieden. Sollten Sie am gelifteten 4er insgesamt mehr Präsenz und optische Breite erkennen, dann haben die Designer ihr Ziel erreicht.

Innen edler
Innen dagegen ging es den Gestaltern hauptsächlich um mehr Exklusivität und Wertigkeit. Wer das ein oder andere Material des bisherigen 4ers mit dem ein oder anderen Material eines aktuellen Mercedes C-Klasse Coupés vergleicht, ahnt schnell, dass das eine ziemlich gute Idee ist. BMW geht die Qualitätserhöhung mit mehr Chrom-Applikationen, neuen galvanisierten Flächen, mehr Ziernähten und einer hochglanzschwarzen Blende in der Mittelkonsole an. All das kennen wir bereits zu großen Teilen vom 2015er-Facelift des 3ers, dem die neue Noblesse im Interieur wirklich sehr gut getan hat. Neu beim 4er sind überdies ein geändertes Sportlenkrad, neue Interieurleisten sowie drei neue Lederausstattungen in den illustren Farbtönen Nachtblau, Cognac und Elfenbeinweiß.

Sportlichere Fahrwerksabstimmung
Gute Nachrichten gibt es auch für alle Freunde der Fahrdynamik. Die war beim 4er schon vor dem Facelift nicht gerade die Achillesferse, aber die fleißigen BMW-Ingenieure haben wohl noch eine ganze Portion Extra-Kurvenspaß gefunden, ohne das Coupé damit zum Feind aller Bandscheiben mutieren zu lassen. BMW spricht in diesem Fall von einer ,deutlichen Steigerung des fahrdynamischen Potenzials bei unverändert gutem Komfort". Im Klartext bedeutet das: Das 4er Coupé und das 4er Gran Coupé (das Cabrio seltsamerweise nicht) kriegen ein strafferes Fahrwerk mit optimierten Dämpfern sowie eine verbesserte Abstimmung der elektromechanischen Servolenkung. Wenige Wankbewegungen, ein besserer Geradeauslauf sowie ein neutraleres Verhalten im Grenzbereich sollen die Folge sein. Das gilt sowohl für das Serienfahrwerk als auch für das M-Sportfahrwerk und die Lösung mit adaptiven Dämpfern. Zudem bietet BMW nun für alle stärkeren 4er ab dem 430d/430i einen neuen High-Performance-Reifen an. Falls Sie vorhaben, mit ihrem Diesel-Gran-Coupé nach Feierabend den ein oder anderen Trackday unsicher zu machen.

Vorne drin nix Neues
,Alles wie gehabt" heißt es beim Blick unter die Motorhaube. Wie bisher gibt es die drei Benziner 420i (184 PS), 430i (252 PS) und den Reihensechszylinder 440i (326 PS) sowie die drei Diesel 420d (190 PS), 430d (258 PS) und 435d xDrive (313 PS). Nur fürs Gran Coupé ist zudem der 418d mit 150 PS zu haben. Allrad gibt es auf Wunsch für alle 4er mit Ausnahme des 418d Gran Coupé und des 420i Cabrio.

Bedienung kommt vom neuen 5er
Für mehr News müssen wir uns wieder ins 4er-Intererieur begeben und uns mit dem Infotainment auseinandersetzen. Wie im neuen 5er ist die Bedienoberfläche des großen ,Professional"-Systems nun in sechs Kachelsymbole eingeteilt, die sich frei anordnen und verschieben lassen. Die einzelnen Kacheln verfügen auch über eine Live-Anzeige. So werden bereits im Hauptmenü die aktuelle Navi-Route oder ein gerade gespielter Musiktitel dargestellt. Ebenfalls neu: Ein digitaler Instrumententräger, der seine Anzeigen je nach gewähltem Fahrmodus (Eco Pro, Comfort, Sport, Sport Plus) ändert. Der Facelift-Beitrag zum unverzichtbaren Thema Connectivity kommt in Form einer induktiven Smartphone-Ladestation, eines Wlan-Hotspots sowie der Integration von Apple CarPlay. Und der M4? Kriegt die neuen Leuchten, das aufgewertete Cockpit sowie das verbesserte Infotainment. Sonst bleibt alles, wie es war. Der Marktstart für den überarbeiteten BMW 4er (Coupé, Gran Coupé und Cabrio) erfolgt am 1. März 2017. BMW verspricht Preise, die ausstattungsbereinigt auf Vorgänger-Niveau liegen sollen. Los geht's bei 39.650 Euro für das 420i Coupé und Gran Coupé, das 420i Cabrio kostet mindestens 46.800 Euro.

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