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Mitsubishi Grandis Mildhybrid (2026) im Test: Erfreulich normal!

Unauffällig, aber verlässlich: Der Japaner punktet im Test als geräumiges Kompakt-SUV mit fairem Preis

Mitsubishi Grandis (2026) im Test
Bild von: Mitsubishi

Über Autos wird zuweilen geredet wie über Fußballer. Aufmerksamkeit bekommen hauptsächlich die, die unendlich viele Tore schießen, eine eher auffällige Persönlichkeit besitzen oder durch andere "Glanztaten" von sich reden machen. Danach folgen die Außenbahnläufer mit massig Kilometern, die Statistiklieblinge und die verschmitzten Vorbereiter.

Der unauffällige Malocher in der Innenverteidigung fällt meist hinten rüber. Sein strategisches Spiel, die clevere Eröffnung, der eine Fuß dazwischen, seine Konstanz? Alles viel zu langweiliges Geplänkel, um die Preise dieser Welt abzuräumen. Unter den Autos haben wir auch einige Malocher. Die Kisten, die einfach standesgemäß und ohne Spirenskes ihr Ding durchziehen. Der neue Mitsubishi Grandis ist so ein Typ Auto.

Bildergalerie: Mitsubishi Grandis (2026) im Test

Der Plattform-Bruder des Renault Symbioz kommt in seiner überaus euphemistischen Basis Diamant mit einem 1,3-Liter-Vierzylinder-Turbo-Benziner, 104 kW (140 PS) und Sechs-Gang-Handschalter.

Das 48-Volt-System gibt dem Japaner mittels kleinem E-Motor einen kleinen Extra-Boost beim Beschleunigen, schnappt sich im Gegenzug ein wenig Energie beim Bremsen oder im Schiebebetrieb. Das klingt auf dem Papier reichlich unspektakulär. Und genau das ist gut so!

Schnelle Daten Mitsubishi Grandis Mildhybrid Diamant (2026)
Antrieb - 1,3-Liter Vierzylinder-Turbo-Benziner + E-Motor
- Frontantrieb
Getriebe 6-Gang-Schaltgetriebe
Systemleistung / Drehmoment 104 kW (140 PS) / 245 Nm
0 - 100 km/h 10,6 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 180 km/h
Verbrauch (WLTP) / CO2-Emission 5,9 l/100km / 134 g/km
Basispreis 29.390 Euro

Karosserie/Design | Innenraum | Antrieb/Fahreindrücke | Verbrauch/Preis | Fazit


Karosserie/Design

"Watt, in Bochum hatt dat Palmen?" Nein, zwar werden hier durchaus Bananen gezüchtet, die Fotos zum Test haben wir uns wegen einer Foto-Verletzungs-Pause aber ausnahmsweise von unseren spanischen Kollegen geborgt. Dort macht sich der Bruder des Symbioz aber auch ganz gut. Dass er dieser ist, kann er natürlich absolut nicht verleugnen. Mitsubishi hat sich dennoch Mühe gegeben, ihn gerade im Bezug auf Grill und Frontschürze an seine Familienmitglieder anzupassen.

Ansonsten sind die Proportionen und Zeichnungen auf 4,41 Meter natürlich nahezu identisch. Das macht aber nichts, da auch der Ursprung schon als schnittiges Kompakt-SUV daherkam. Unser Testwagen stand in der Basis Diamant mit 17-Zoll-Alus inklusive vor der Tür. Das Himalaya-Weiß kostet 900 Euro extra.

Mit Hartplastik beplankte Radläufe, schwarz abgesetzte Außenspiegel, ausreichend Bodenfreiheit: Fertig ist der günstige Alltagsbegleiter. Zudem möchte man fast applaudieren, dass auch der Grandis auf klassische Heckleuchten statt Leuchtbandspielereien setzt. Die schlanken, nach Innen auslaufenden Einsätze betonen das breite, kompakte Heck. Zudem verzichtet er auf die horizontale Sicke des Bruders. Steht ihm gut!

Mitsubishi Grandis (2026) im Test

Mitsubishi Grandis (2026) im Test

Mitsubishi Grandis (2026) im Test

Mitsubishi Grandis (2026) im Test

Mitsubishi Grandis (2026) im Test

Mitsubishi Grandis (2026) im Test

Bilder von: Mitsubishi
Bilder von: Mitsubishi

Innenraum

Statt des Automatik-Wählhebels stellen Sie sich hier jetzt einfach eine handelsübliche Schaltkulisse vor. Platz verliert der Japaner hierdurch nicht, ist doch auch die Automatik-Version nicht mit Ablagefächern gesegnet.

Ansonsten ist alles gleich zum Bruder, mal abgesehen von der angepassten Form der Lenkrad-Airbagabdeckung und dem getauschten Logo: Die Diamant-Einstiegsvariante ist unspektakulärer als sie klingt. Dunkle Armaturen, dunkle Polster, vorwiegend Hartplastik – solide verarbeitet. Mit an Bord ist das Infotainment auf Google-Automotiv-Basis. Hier ließ sich im Testwagen das Display trotz vorhandener Einstellungsmöglichkeiten leider nicht dimmen. Das blendet im Dunkeln ein wenig, macht ansonsten aber einen fantastischen Job.

Bis auf die Rückfahrkamera, deren schlechte Bildqualität der Grandis natürlich ebenfalls aus dem Renault-Regal geerbt hat. Aber, immerhin fährt hier in der Basis eine mit. Also wollen wir uns nicht beschweren. Zumal die Sicht nach hinten ebenfalls im Rahmen ist.

Mitsubishi Grandis (2026) im Test

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Mitsubishi Grandis (2026) im Test

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Mitsubishi Grandis (2026) im Test

Mitsubishi Grandis (2026) im Test

Bilder von: Mitsubishi
Bilder von: Mitsubishi

Der Mitsubishi Grandis zeigt einen angenehmen Sitzkomfort, auch auf längeren Touren. Die Ausrichtung im Cockpit ist funktional. Physische Tasten erleichtern zudem die direkte Bedienung. Für tiefere Einstellung bleibt die verständliche Touch-Navigation am Bildschirm. Android Auto lässt sich easy einbinden und bleibt stabil.

Mit 576 - 1.682 Liter priorisiert der Japaner zudem eindeutig einen praktikablen Nutzwert. Gefällt uns, denn im Fond bleibt dennoch ausreichend Platz für Beine und Kopf. Das ist alles total gewöhnlich aber funktioniert genau deshalb auch so intuitiv.

Abmessungen Mitsubishi Grandis Mildhybrid Diamant (2026)
Länge x Breite x Höhe 4.413 x 1.797 x 1.575 mm 
Radstand 2.638 mm
Kofferraumvolumen 576 - 1.682 Liter
Leergewicht 1.359 kg
Max. Zuladung 531 kg
Max. Anhängelast 1.500 kg
Max Stützlast 75 kg

Antrieb/Fahreindrücke

Als gewöhnlich können wir auch das Fahrverhalten des Grandis bezeichnen. Und das ist absolut als Kompliment gemeint. Hier springt nichts unmittelbar positiv oder negativ ins Auge ... oder eher, ins Gesäß. Das Fahrwerk macht einen soliden und unaufgeregten Job. Treibt sich als Fronttriebler gerne unauffällig mittig ausbalanciert herum. Straff genug mit Polstern für schlechte Straßenbedingungen – ein robuster alltagstauglicher Begleiter, der auch auf der Autobahn entspannt dahingleitet.

Dabei fällt der schmächtige 1,3-Liter-Turbo im Anzug positiv und drehfreudig auf. Die Drehzahl ist aber auch nötig, um ihn beispielsweise auf Reisetempo zu bekommen. 10,6 Sekunden gibt Mitsubishi für den Sprint auf 100 km/h an. Mit den nur knappen 1,35 Tonnen hat er, dank Vierzylinder, kaum ein Problem. Das geht bei ausreichender Freiheit sogar über die angegebenen 180 km/h hinaus. 

Ob man das will, ist eine andere Frage, denn ab 120 km/h werden Windgeräusche zunehmend dominanter. Das Aggregat meldet sich nur bissig werkelnd, wenn es gefordert wird. Beim Rollen nimmt es sich artig zurück. Leistungsmäßig reicht das sowohl für die Stadt, als auch für Überlandfahrten oder Reisen.

Mitsubishi Grandis (2026) im Test

Mitsubishi Grandis (2026) im Test

Bilder von: Mitsubishi
Mitsubishi Grandis (2026) im Test

Mitsubishi Grandis (2026) im Test

Bilder von: Mitsubishi

Verbrauch/Preis

Mit einem kombinierten Verbrauch von 5,6 Litern blieben wir sogar unter den prognostizierten 5,9 Litern des WLTP-Werts. Schuld daran war aber auch ein gutes Stück belgische Autobahn auf insgesamt etwa 460 Kilometern. Wer ökologisch fährt, kann da sicher noch ein wenig rausholen. Das liegt im Rahmen des Segments bei den Mildhybrid-Versionen. Wer mehr sparen will, muss auf einen Vollhybriden gehen, aber auch mehr Geld in die Hand nehmen.

Der Mitsubishi Grandis ist 29.390 Euro als Mildhybrid zu haben. Mit an Bord sind hier schon die 17-Zoll-Alus, 6 Lautsprecher, das 10,4-Zoll-Infotainment, etliche Assistenten, Außenspiegel elektrisch einstell-, beheiz- und anklappbar und die Rückfahrkamera hinten. Wem die Sitzheizung fehlt, der geht auf den Diamant Plus mit 18-Zöllern, Klimaautomatik und eben dieser für 31.390 Euro. Derzeit (August 2026) ist der Grandis durch eine Aktion um 3.000 Euro günstiger, demnach also ab 26.390 Euro zu haben.

Natürlich kommen wir im direkten Vergleich nicht um den Plattform-Bruder Renault Symbioz rum. Die Franzosen wollen für den Mildhybrid mindestens 28.800 Euro. Ins überfüllte Kompakt-SUV-Rennen geht auf ähnlicher Länge auch der Nissan Qashqai (28.822 Euro) ins Rennen. Kia Sportage (33.990 Euro) und VW Tiguan (39.385 Euro) bieten für Aufpreise hingegen etwas mehr Länge.

Wer noch günstiger als mit dem Grandis unterwegs sein will, sollte einen Blick auf den Dacia Duster werfen. Der ist zwar etwas kürzer (4,34 Meter), dafür aber als Mildhybrid ab 22.190 Euro ein echter Raum- und Preiskracher.

Fazit: 7/10

Wäre der Mitsubishi Grandis ein Fußballer, wäre er vermutlich ein Felix Götze. Nicht so bekannt und schillernd wie sein großer Bruder, bietet dafür aber ähnliche Gene bei einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Grandis bietet konstante Leistung bei unscheinbarem Auftritt. Der ein oder andere Abstrich muss natürlich gemacht werden.

Stabile innere Werte, wie das großzügige Ladevolumen, die unaufgeregte Fahrdynamik und die vertraute Bedienung machen ihn dennoch zu einem absoluten Stammelf-Spieler im Alltag. Spirensken können andere, der Grandis macht einfach unspektakulär das, was von ihm verlangt wird.

   

Pro

  • Großzügiges Platzangebot
  • Starkes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Antrieb und Verbrauch
   

Kontra

  • Schlichte Materialanmutung
  • Erhöhter Geräuschpegel
  • Schwache Rückfahrkamera