Tatsächlicher Verbrauch: Lynk & Co 08 (2026) im Test
Wie viel Sprit verbraucht der chinesische Plug-in-Hybrid mit 200 km elektrischer Reichweite im realen Verkehr?
Lassen Sie sich nicht vom ersten Eindruck täuschen. Dieses große China-SUV in Metallic-Schwarz könnte im Meer der vielen anderen SUVs auf unseren Straßen leicht untergehen. Doch sobald ich eingestiegen bin, war klar: Dieses Auto ist anders.
Denn der Lynk & Co 08 ist tatsächlich ein luxuriöses Plug-in-Hybrid-SUV. Vor allem aber ist er so gut gemacht und so umfangreich mit Technik ausgestattet, dass er es problemlos mit den besten europäischen Konkurrenten aufnehmen kann – insbesondere auch mit der aus Deutschland. Dazu kommt ein absoluter Rekord in meinem Verbrauchstest: Das Auto fuhr 213 km im Elektromodus. Eine Distanz, die zuvor noch kein Plug-in-Hybrid auf unserer 360 km langen Standard-Teststrecke von Rom nach Forlì geschafft hat.
Dieser Rekord führt zu einem weiteren Bestwert: einem Durchschnittsverbrauch von nur 1,55 Liter/100 km. Das entspricht Fahrtkosten von 21,01 Euro entspricht (10,32 Euro für Benzin und 10,69 Euro für Strom). Zum ersten Mal habe ich hier sogar mehr für Strom als für Benzin ausgegeben.
- Lynk & Co 08: Die Testdaten
- Lynk & Co 08: So hoch ist der Verbrauch
- Lynk & Co 08: So viel verbraucht die Konkurrenz
- Lynk & Co 08: Wie er fährt
Lynk & Co 08: Die Testdaten
| Lynk & Co 08 More | |
| Grundpreis | 56.995 Euro |
| Testdatum | 12. Juni 2026 |
| Wetter (Start / Ziel) | Heiter, 34 Grad / Heiter, 26 Grad |
| Kraftstoffpreise in Italien | 1,849 Euro/Liter (Benzin) 0,27 Euro/kWh (Strom) |
| Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì |
68 km/h |
| Reifen | Pirelli Scorpion 255/40 R21 102V XL LK |
Lynk & Co 08: So hoch ist der Verbrauch
Für einen genauen Blick auf den Verbrauch in den gängigsten Nutzungsszenarien beginne ich mit den Tests bei voll geladener Batterie – der großen Stärke des Lynk & Co 08. Im Schnitt konnte ich mindestens 180 km rein elektrisch zurücklegen, bevor die große 39,6-kWh-Batterie leer war. Auf der Autobahn schaffte ich 112 km im EV-Modus; auf einer idealen flachen Strecke kam ich auf fast 300 km.
Der Lynk & Co 08 scheint als Elektroauto niemals stehen zu bleiben ...
Auch mit leerer Batterie hält der große SUV von Lynk & Co den Benzinverbrauch gut im Zaum, vor allem auf gemischten Stadt- und Landstraßen. Dort lag die theoretische Reichweite bei über 1.000 km – bemerkenswert für ein 4,82 Meter langes Fahrzeug mit einem Leergewicht von 2.112 kg. Auf der (italienischen) Autobahn steigt der Verbrauch naturgemäß. Außerhalb der Stadt sinkt er dagegen deutlich. Dort konnte ich theoretische Reichweiten von fast 1.900 km sehen – ebenfalls ein Rekord. Mindestens 750 km sind mit einer Tankfüllung Benzin (60 Liter) möglich.
Lynk & Co 08: Der tatsächliche Verbrauch
| Verbrauch und theoretische Reichweite | |
|
5,3 Liter/100 km 1.128 km theoretische Reichweite |
| (Italienische) Autobahn |
|
| Spritspartest |
|
| Bordcomputer | 1,6 Liter/100 km |
| An der Tankstelle | 1,5 Liter/100 km |
| Mittel aus diesen Werten | 1,55 Liter/100 km |
| Reichweite im Elektrobetrieb bei Abfahrt aus Rom | 213 km |
Lynk & Co 08: Technische Daten
- Antrieb: Plug-in-Hybrid (Benzin, 1.499 cm³)
- Systemleistung: 345 PS
- CO2-Emissionen (WLTP): 23 g/km
- Leergewicht: 2.112 kg
- Abgasnorm: Euro 6E-BIS
Lynk & Co 08: Wie hoch sind die Benzinkosten?
| Kosten | |
| Tatsächliche Kosten (Rom–Forlì) | 21,01 Euro (10,32 Euro Benzin + 10,69 Euro Strom) |
| Monatliche Kosten (800 km pro Monat) | 22,93 Euro (ohne Stromkosten) |
| Reichweite mit 20 Euro | 698 km (ohne Stromkosten) |
| Reichweite mit einer Tankfüllung | 3.871 km |
Zum Test Rom–Forlì gibt es auch die aktualisierte Verbrauchsrangliste sowie die Rangliste der elektrischen Reichweiten bei Plug-in-Hybriden. Ein Blick hinein lohnt sich – es gibt einige Überraschungen.
Lynk & Co 08: So viel verbraucht die Konkurrenz
Im Ranking unserer bisherigen Testergebnisse sichert sich der Lynk & Co 08 mit 1,55 Liter/100 km den ersten Platz – er ist das sparsamste Modell der letzten zwölf Jahre. Ganz überraschend ist das nicht, denn er hat fast 59 Prozent der Strecke elektrisch zurückgelegt.
Lynk & Co 08: Die Konkurrenz bleibt zurück
Das chinesische SUV auf der Plattform CMA Evo – die auch den chinesischen Volvo XC70 trägt – bricht den Rekord des VW Golf 1.5 TSI eHybrid DSG (1,85 Liter/100 km) und lässt auch einen großen Kombi wie das Mercedes C300 e T-Modell (2,80 Liter) sowie das Mercedes GLC 300 de 4Matic Coupé (3,05 Liter) hinter sich. Das große Plug-in-Hybrid-SUV, das dem Lynk & Co 08 am nächsten kommt, ist der Omoda 9 SHS (3,45 Liter), der mit 162 km zuvor auch den Rekord für die größte Elektroreichweite hielt.
Lynk & Co 08: Was mir gefallen hat – und was nicht
Das von mir getestete Auto war ein Lynk & Co 08 More. Das ist die am besten ausgestattete Version, bei der bereits alles serienmäßig an Bord ist – inklusive des 1,5-Liter-Plug-in-Hybrid-Systems mit 345 PS starkem Frontantrieb und Automatikgetriebe. Zur Ausstattung gehören 21-Zoll-Leichtmetallräder, Metallic-Lack, Matrix-LED-Scheinwerfer und ein Panorama-Glasschiebedach.
Der Lynk & Co 08 bietet auch innen viel Qualität
Im Innenraum fallen die Bezüge aus Kunstleder und Mikrofaser auf, dazu elektrisch verstellbare Vordersitze mit Belüftung und Massagefunktion, eine Drei-Zonen-Klimaautomatik, beheizbare Rücksitze, ein 360-Grad-Rundumsichtsystem und ein Harman-Kardon-Audiosystem mit 23 Lautsprechern inklusive Lautsprechern in den Kopfstützen und Subwoofer. Das alles gibt es zum italienischen Listenpreis von 56.995 Euro.
| Was mir gefällt | Was mir nicht gefällt |
| Platzangebot, Komfort und Laufruhe | Das Gewicht macht sich in Kurven bemerkbar, aber nicht zu sehr |
| Viel Technik zu einem sehr wettbewerbsfähigen Preis | Fehlendes Head-up-Display und keine sensorgesteuerte Heckklappe |
| Sofort verfügbare Leistung und hervorragendes Fahrverhalten | Die automatische Türöffnung bei Annäherung funktioniert nicht immer |
| Gute wahrgenommene Qualität und exklusive Details |
Der Preis ist aus meiner Sicht überraschend, denn nur wenige andere Autos auf dem Markt bieten so viel Qualität und Technik für unter 60.000 Euro. Das schließt auch die nahezu perfekte Verarbeitungsqualität außen wie innen ein sowie exklusive Details wie rahmenlose Spiegel, die Fenster mit verdeckten Dichtungen und die hohe wahrgenommene Qualität im Innenraum.
Positiv überrascht haben mich außerdem das Raumangebot, der Komfort und das gute Geräuschniveau auf langen Strecken. Solche Eigenschaften erwartet man sonst erst von Fahrzeugen, die das Doppelte kosten. Hinzu kommen die prompt und doch sanft einsetzende Leistung sowie das angenehme Fahrverhalten dank eines wirklich gut abgestimmten Fahrwerks. Auch die Fahrerassistenzsysteme bewegen sich auf sehr hohem Niveau.
Wir haben ein stets aktualisiertes Ranking der Verbrauchstest-Ergebnisse. Das Ganze ist in italienischer Sprache, aber wir denken, Sie finden sich zurecht.
Und so ermitteln wir den Verbrauch
Wenn Sie eine Freundin oder einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, wird Ihnen wahrscheinlich ein Wert genannt, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht wurde der Wert vom Bordcomputer abgelesen oder die Tankrechnungen wurden aufbewahrt und daraus ein Verbrauch errechnet.
Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).
Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke von Rom nach Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.
Auf der Route wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule. Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert.
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