Wie viel Sprit verbraucht die Mildhybrid-Version mit 70 PS im realen Verkehr?

Der Fiat Panda Hybrid hat es geschafft: Mit seinem 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner und Mildhybridsystem ist er in unserem wöchentlichen Verbrauchstest der sparsamste seiner Kategorie.

Der italienische Kleinstwagen schaffte die 360 Kilometer unserer Standardstrecke mit einem durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch von nur 3,90 Liter/100 km, was Spritkosten von nur 4,84 Euro/100 km entspricht. Kein Mildhybrid-Benziner hat in unserem Test je so wenig verbraucht.

Der sparsamste Mildhybrid-Benziner

Um zu sehen, wie sparsam der neue "1.0 Firefly"-Motor mit Elektrifizierung ist, sehen Sie sich die Tabelle der Testergebnisse von Motor1.com Italien an. Sie finden den Panda Hybrid unter "classifica benzina"; die anderen Mildhybrid-Benziner sind mit dem Zusatz <mhev> gekennzeichnet.

Der kleine Fiat lässt die bereits guten Ergebnisse des Suzuki Swift 1.0 Hybrid (4,10 Liter), des Lancia Ypsilon Hybrid (4,25 Liter, in Deutschland nicht angeboten) und des Suzuki Ignis 1.2 Hybrid 4WD AllGrip (4,40 Liter) hinter sich.

Fiat Panda Hybrid

Auch die größeren Modelle VW Golf 1.5 eTSI Evo ACT DSG (4,15 Liter) und Mazda 3 2.0L Skyactiv-G M Hybrid mit 122 PS und Sechsgang-Schaltung (4,30 Liter) werden geschlagen. Der neue Panda Hybrid liegt auch insgesamt an vierter Stelle bei den Benzinern. Er ist deutlich sparsamer als der Fiat Panda 1.2 City Cross ohne Mildhybridsystem (5,0 Liter).

Der E-Motor hilft wie ein kleiner Turbolader

Bei dem getesteten Auto handelt es sich um einen italienischen Panda mit der reichhaltigen Ausstattung der Launch Edition auf Basis des City Cross. Er verfügt serienmäßig über Klimaautomatik, elektrisch einstellbare Außenspiegel, Lederlenkrad und einen höhenverstellbaren Fahrersitz. Der testwagen hatte darüber hinaus noch Extras wie Metallic-Lackierung, Parkpiepser hinten und einiges mehr.

Fiat Panda Hybrid, le novità punto per punto
Fiat Panda Hybrid, le novità punto per punto

Obwohl er nur von einem 70 PS starken Saugbenziner angetrieben wird, leidet der Panda Hybrid nicht allzu sehr unter der niedrigen Leistung. Mit gelegentlichem Herunterschalten kann man jede Strecke bewältigen, selbst schnell gefahrene Steigungen auf der Autobahn. Manchmal wirkt die Motorbremse etwas seltsam; sie greift zuweilen etwas unerwartet ein. In der Stadt und bei starkem Gefälle ist sie jedoch sehr nützlich.

Fiat Panda Hybrid

Der hohe und helle Innenraum, die sichere Straßenlage und die robusten Interieur-Materialien sind bemerkenswert. Weniger gefallen die geringe Breite innen, der kleine Kofferraum, das arg minimalistische Infotainment, das Fehlen eines Tempomats und die unpraktische Position der Fensterheber-Knöpfe in der Mittelkonsole.

Nie durstig, selbst wenn man's drauf anlegt

In typischen Alltags-Fahrsituationen bleibt der Fiat Panda Hybrid ebenfalls sparsam, sowohl in der Stadt als auch bei Überlandfahrten. Auf der Autobahn und im Spritsparbetrieb erzielt er dabei Ergebnisse, die Dieselfahrzeugen gut zu Gesicht stünden. Der Test des maximalen Spritverbrauchs bergauf ist beinahe ein neuer Rekord, auch wenn das Tempo, mit dem er die vier Kilometer lange starke Steigung in Angriff nimmt, ziemlich verhalten bleibt. Die Reichweite mit dem 38-Liter-Tank ist für ein Benziner-Stadtauto großartig.

Fiat Panda Hybrid

Verbrauch in verschiedenen Fahrsituationen

  • Stadtverkehr (Rom): 6,4 Liter/100 km, 592 km Reichweite
  • Mix innerorts/außerorts: 5,0 Liter/100 km, 760 km Reichweite
  • (Italienische) Autobahn: 5,3 Liter/100 km, 714 km Reichweite
  • Spritspartest: 3,3 Liter/100 km, 1.151 km Reichweite
  • Maximalverbrauch: 12,9 Liter/100 km, 292 km Reichweite

Aus dem offiziellen Datenblatt

Modell Kraftstoff Leistung Abgasnorm

CO2-Emissionen 

(NEFZ)

Verbrauch
(NEFZ)
Fiat Panda City Cross Hybrid Benzin 51 kW/70 PS Euro 6d-ISC-FCM 93 g/km 4,1 Liter/100 km

Daten des Testfahrzeugs

Fahrzeug: Fiat Panda Hybrid City Cross Launch Edition
Deutscher Listenpreis: 13.247 Euro (City Cross, keine Launch Edition)
Testdatum: 18. September 2020
Wetter (Abfahrt/Ankunft): heiter, 34 Grad / heiter, 25 Grad
Insgesamt gefahren: 905 km
Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 80 km/h
Reifen: Continental EcoContact 6 - 175/65 R15

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer-Anzeige: 3,8 Liter/100 km
An der Zapfsäule bestimmter Verbrauch: 4,0 Liter/100 km
Mittel aus diesen Werten: 3,90 Liter/100 km
Kraftstoffpreis: 1,24 Euro/Liter (Super E10)
Spritkosten: 4,84 Euro/100 km

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, nennt er Ihnen wahrscheinlich einen Wert, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht hat er den Wert vom Bordcomputer abgelesen, oder er hat seine Tankrechnungen aufbewahrt und sich daraus einen Verbrauch errechnet.

Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).

Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke Rom-Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.

Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule.

Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert. Die Kosten berechnen wir jedoch anhand der deutschen Preise (Durchschnittskosten laut ADAC zum Zeitpunkt der Veröffentlichung).

Bei Elektroautos verwenden wir den Bordcomputer-Verbrauch und einen durchschnittlichen Strompreis von 30 Cent pro kWh (gerundeter Durchschnittspreis für 1 kWh Haushaltsstrom in Deutschland laut BDEW, Stand 7/2019). Bei Erdgas- und Autogas-Fahrzeugen wird der Durchschnittspreis von www.gas-tankstellen.de in Anschlag gebracht.

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