Wie viel Sprit braucht der 122-PS-Mildhybrid-Benziner?

Der neue Mazda 3 polarisiert: Da gibt es Leute, die seinen originellen und eleganten Stil schätzen, und andere, die die neuen Formen des "Kodo"-Designs kritisieren. Aber unabhängig davon haben wir uns dafür interessiert, wie viel die Mildhybrid-Version Mazda 3 Skyactiv-G 2.0 M Hybrid im realen Straßenverkehr verbraucht.

Der Wagen musste mit seinem 122 PS starken 2,0-Liter-Benziner die 360 Kilometer von Rom nach Forlì zurückgelegen, also die Standardstrecke unseres wöchentlichen Verbrauchstests. Das Resultat waren 4,30 Liter/100 km, was derzeit (deutschen) Spritkosten von 6,32 Euro/100 km entspricht.

Mit den genannten 4,30 Liter liegt der Mazda 3 recht gut. Übertroffen wird er lediglich von dem unschlagbaren -- und nicht mehr verfügbaren -- Renault Scénic Hybrid Assist (3,60 Liter) sowie dem kleineren Suzuki Swift 1.0 Hybrid (4,10 Liter). Der japanische Kompakte schlägt sich besser als der Suzuki Ignis 1.2 Hybrid 4WD (4,40 Liter).

Nuova Mazda3, prova su strada

Aber der interessanteste Vergleich ist der mit den "normalen" Konkurrenten, das heißt, den Benzinern ohne Hybridsystem. Trotz des großen Zweilitermotors mit 122 PS und Sechsgang-Schaltgetriebe ist der Mazda 3 mit Mildhybridsystem kaum schlechter als der VW Golf 1.0 TSI mit 110 PS (4,00 Liter) oder der Opel Astra 1.0 mit 105 PS (4,05 Liter), aber besser als der Honda Civic 1.5 Turbo VTEC mit Handschaltung (4,45 Liter) und der Mercedes A 200 Automatik (4,70 Liter).

Nuova Mazda3, prova su strada

In speziellen Fahrsituationen ist der Mazda 3 Skyactiv-G 2.0 M Hybrid (so der volle Name der Testmotorisierung) kaum weniger sparsam. Die größte Herausforderung ist der Test im dichten Verkehr Roms, wo der japanische Mildhybrid durchschnittlich 8,2 Liter/100 km aufzeichnet, gefolgt vom Einsatz auf der Autobahn, wo er 6,2 Liter braucht.

Etwas besser ist der Wagen im gemischten Alltagsverkehr ind er Stadt und außerorts, wo er 6,0 Liter benötigt. Die Extrem-Tests liefern interessante Ergebnisse: 3,6 Liter/100 km sind es bei konstant 60 bis 70 km/h und 22 Liter/100 km im Maximum-Verbrauchstest beim Bergauffahren mit viel Gas.

Nuova Mazda3, prova su strada

Daten

Fahrzeug: Mazda 3 Skyactiv-G 2.0 M Hybrid 6MT
Testdatum: 14. Juni 2019
Wetter: heiter, 38 Grad
Insgesamt gefahren: 885 km
Durchschnittsgewschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 81 km/h
Reifen: Toyo Proxes R51 A - 215/45 R18

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer-Anzeige: 4,4 Liter/100 km
An der Zapfsäule ermittelter Verbrauch: 4,2 Liter/100 km
Mittel aus diesen Zahlen: 4,30 Liter/100 km
Kraftstoffpreis: 1,47 Euro/Liter (Super E10)
Kraftstoffkosten: 6,32 Euro/100 km

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, nennt er Ihnen wahrscheinlich einen Wert, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht hat er den Wert vom Bordcomputer abgelesen, oder er hat seine Tankrechnungen aufbewahrt und sich daraus einen Verbrauch errechnet. Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna). Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke Rom-Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr. Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule. Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert. Die Kosten berechnen wir jedoch anhand der deutschen Preise (Durchschnittskosten laut ADAC zum Zeitpunkt der Veröffentlichung). Bei Elektroautos verwenden wir den Bordcomputer-Verbrauch und den durchschnittlichen Strompreis von deutschen Haushalten, wie von www.stromauskunft.de angegeben. Bei Erdgas- und Autogas-Fahrzeugen wird der Durchschnittspreis von www.gas-tankstellen.de in Anschlag gebracht.

Bildergalerie: Mazda 3 (2019) im Test