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Mitsubishi Eclipse Cross im Test
Ist das Kompakt-SUV ein Game Changer?

Stefan Leichsenring 
Von: Stefan Leichsenring
15. Nov. 2017 um 10:37 Uhr
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Wenn Sie Autos nach Namen kaufen, dann seien Sie gewarnt: Der Mitsubishi Eclipse Cross ist genauso wenig eine Offroad-Version des 90er-Jahre-Sportwagens Eclipse wie der Mitsubishi Space Star ein Van ist. Nein, der Eclipse Cross ist ein Coupé-SUV, das Ende Januar 2018 auf den Markt kommt. Er soll nichts weniger als ein Game Changer für die Marke sein, also so etwas wie das iPhone für Apple. Ist da was dran? Wir haben das Auto getestet.
Aus eins mach drei
ASX, Outlander und Eclipse Cross: Mitsubishi hat künftig gleich drei SUVs, doch allesamt basieren auf der gleichen Plattform und alle haben den exakt gleichen Radstand. Da muss die Frage erlaubt sein, was der Eclipse Cross denn so Neues bietet, dass man ihn (wie Mitsubishi-Europa-Pressesprecher Daniel Georges Nacass) gleich zum Game Changer erhebt. Neben der coupéhaften Optik ist das vor allem das Technikangebot.
Neuer Turbobenziner mit 163 PS
Für den Antrieb sorgt ab Marktstart ausschließlich ein neuer 1,5-Liter-Turbobenziner mit 163 PS. Eine modifizierte Version des 2,2-Liter-Diesels mit 150 PS aus dem Outlander kommt Ende 2018 hinzu – mit SCR-Abgasreinigung und einem auf 400 Newtonmeter erhöhten Drehmoment. Schließlich ist auch eine elektrifizierter Antrieb in Planung, doch um den Plug-in-Antrieb aus dem Outlander (eine nahe liegende Vermutung) wird es sich nicht handeln.
Den Allradler gibt es nur mit CVT
Den 1,5-Liter-Turbo kann man entweder mit Frontantrieb (und Handschaltung oder CVT-Automatik) oder mit Allradantrieb (stets mit CVT-Automatik) ordern. Mitsubishi stellte uns Letzteren zur Verfügung, was ein wenig tragisch ist, da die Abneigung der allermeisten deutschen Autojournalisten gegen stufenlose Automatiken bekannt ist. Auch ich habe keine guten Erfahrungen gemacht, doch ich will mal fair sein: Das CVT-Getriebe im Eclipse Cross 1.5 T-Mivec ist nichts für sportliche Fahrer, aber eine komfortable Lösung für die Fahrt durch den morgendlichen Berufsverkehr oder für das Dahingleiten ohne Eile. Solange man nicht stärker beschleunigt, ist alles in Ordnung. Erst im Drehzahlbereich ab 3.500 U/min klingt das Auto dann wie eine Kuh mit Magenverstimmung. Ungebührlich laut wird es dabei jedoch nicht.
Schaltwippen für eine stufenlose Automatik
Dieser Tourenbereich wird dank des relativ starken Motors aber erfreulich selten erreicht. Die 250 Newtonmeter sorgen für annehmbaren Schub. Wer will, kann das Getriebe über Schaltwippen beeinflussen. Acht Gangstufen werden simuliert, gewechselt werden sie über lange Wippen am Lenkrad, die beim Kurbeln nicht mitgeführt werden. Anders als bei den meisten Autos wechselt der Mitsubishi nicht in eine höhere Gangstufe, wenn ihm die Drehzahl zu hoch wird.
Etwas weiches Fahrwerk
Wenn Mitsubishi dem Auto mit dem Namen und der Coupé-Optik etwas Dynamisches mitgeben wollte, war die zwangsweise mit dem Allradantrieb verbundene CVT-Automatik nicht die richtige Wahl. Auch das Fahrwerk (mit aufwendiger Mehrlenkerachse hinten) erfüllt keine sportlichen Ansprüche. In Kurven wankt der Eclipse Cross ein wenig, beim Bremsen und Beschleunigen nickt die Karosserie. Beim Kurven durch die Berge um Barcelona stört mich jedoch am meisten, dass ich im Sitz an den Oberschenkeln zu wenig Seitenhalt finde: Ich hänge ständig irgendwie schräg im Auto.
Zerklüftete Cockpit-Landschaft
Das Cockpit bietet mit seiner Schwarz-Silber-Optik ansonsten eine angenehme Atmosphäre. Allerdings ist das Armaturenbrett arg dreidimensional gestaltet, man könnte auch sagen: zerklüftet. Außerdem gibt es ein paar Elemente, die nicht zum Rest passen, so die antiquierten, grobschlächtigen Schalter für die Sitzheizung. Auch das Touchpad sieht aus, wie nachträglich hinzugefügt. Auf dieses Element würde ich gern verzichten, ich nutze lieber gleich den 7,0-Zoll-Touchscreen. Der ist wie ein Tablet stehend auf dem Armaturenbrett angeordnet und gibt ein gutes Bild ab. Eine eingebaute Navigationsfunktion für das Display gibt es nur für die Top-Ausstattung. Die als Ersatz angepriesene Lösung mit Google Maps (per gekoppeltem Smartphone) bietet nicht ganz den gleichen Komfort, funktioniert allerdings ebenso gut. Ein Plus meines Testwagens ist das Head-up-Display auf Basis einer Plexiglasscheibe.
Kopffreiheit hinten und Maximalkofferraum klein
Im Fond ist außergewöhnlich viel Platz vor den Knien, wenn man die serienmäßig verschiebbare Rückbank in die hinterste Position bewegt. Oben stoße ich jedoch als 1,75 Meter großer Testinsasse mit dem Hinterkopf gegen den Dachhimmel, sobald ich mich an die Kopfstütze anlehne. In den Kofferraum passen je nach Position der Rückbank 359 bis 485 Liter hinein – das ist noch akzeptabel. Aber das Maximalvolumen von 1.159 Liter enttäuscht. Bei der Konkurrenz passt mehr rein: Beim Seat Ateca sind es zum Beispiel 484 bis 1.579 Liter, beim Kia Sportage 503 bis 1.492 Liter. Gewöhnungsbedürftig ist die zweigeteilte Heckscheibe, die beim Blick nach hinten wirkt wie die elliptischen Bullaugen einer Raumstation aus einem 60er-Jahre-Film.
Hauptstärke: Preis und Ausstattung
Eine Stärke des Eclipse Cross sind die Preise. Das Basismodell mit Frontantrieb, 163-PS-Turbo und Handschaltung bekommt man schon für 21.990 Euro. Für den gefahrenen Allradler mit CVT-Automatik zahlt man 29.190 Euro. Viel günstiger bekommt man kaum ein gleichwertiges Auto. Den Seat Ateca 1.4 TSI 4Drive erhält man zwar schon für 27.270 Euro und die Koreaner (Kia Sportage 1.6 T-GDI AWD ab 29.690 Euro und der entsprechende Hyundai Tucson ab 29.890 Euro) liegen preislich gleichauf. Doch bei Mitsubishi ist die Ausstattung außergewöhnlich umfangreich. Nicht nur 18-Zoll-Alufelgen, Nebelscheinwerfer, ein CD-Radio mit DAB+ und 7-Zoll-Display gehören dazu, sondern auch eine Zweizonen-Klimaautomatik, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, eine Rückfahrkamera und einiges an Luxus mehr. Noch eine Schippe drauf legt die Intro Edition für 32.690 Euro. Hier sind auch LED-Scheinwerfer, eine Sitz-, Lenkrad- und Frontscheibenheizung, ein Totwinkelassistent, das Head-up-Display und vieles mehr an Bord. Moderne Technik ist also durchaus verfügbar, auch wenn zum Beispiel eine elektrisch schließende Heckklappe oder ein Spurhalteassistent (statt des Spurverlassenswarners) fehlen.
Wertung
-
- ★★★★★★★☆☆☆
Ist der Mitsubishi Eclipse Cross nun ein Game Changer für die Marke? Wird er das Image verbessern? Nun, man kann dem Auto ein einigermaßen zeitgemäßes Technikangebot zugestehen und eine Optik, die zumindest nicht langweilig ist. Doch das Design ist weit entfernt von gelungen, der ASX gefällt deutlich besser. Der Qualitätseindruck im Cockpit geht in Ordnung, genauso wie der Turbobenziner oder das Fahrwerk. Das CVT-Getriebe ist für seinesgleichen gar nicht mal so schlimm. Aber dass man beim Allradler keine andere Option hat, ist doch schade. Ein Alleinstellungsmerkmal hat der Wagen jedoch durch den sehr günstigen Preis bei guter Ausstattung und fünf Jahren Garantie – aber das ist eine typische Mitsubishi-Stärke. Insofern dürfte der Eclipse Cross am Image der Marke wenig ändern.
+ angenehmer Vortrieb des Turbobenziners, akzeptables Fahrwerk, günstiger Preis für gut ausgestattete Turbo-4WD-Version, zeitgemäßes Technikangebot
- Zwangs-CVT-Getriebe, zu wenig Seitenhalt im Sitz, kauzige Optik, zweigeteilte Heckscheibe, begrenzte Kopffreiheit hinten, kleines Maximal-Kofferraumvolumen
-
Antrieb
70%
-
Fahrwerk
75%
-
Karosserie
75%
-
Kosten
85%
Preisliste
Mitsubishi Eclipse Cross 1.5 T-Mivec 4WD CVT Plus Grundpreis: 29.190 Euro
Ausstattungen Preis in Euro elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. Fensterheber hinten Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie (beheiz- und anklappbar) Klimaautomatik Serie Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Automatikgetriebe Serie (CVT) CD-Radio Serie (mit 7-Zoll-Touchscreen, DAB+, Smartphone-Integration, Bluetooth, USB) elektr. Schiebedach 1.000 Metalliclackierung 590 Leichtmetallfelgen Serie (18 Zoll) Tempomat Serie (2 Zonen) Nebelscheinwerfer Serie
elektr. Parkbremse mit Autohold-Funktion Serie Antikollisionssystem mit Fußgängererkennung Serie Fernlichtassistent Serie Licht- und Regenassistent Serie verschiebbare Rückbank Serie Spurverlassenswarner Serie Rückfahrkamera Serie schlüsselloser Zugang und Start Serie
Datenblatt
Motor und Antrieb Motorart Turbobenziner mit Direkteinspritzung Zylinder 4 Hubraum in ccm ca. 1.500 Leistung in PS 163 Leistung in kW 120 bei U/min 1.800-4.500 Drehmoment in Nm 250 Antrieb Allradantrieb Getriebe CVT Kraftverteilung im Automatik-Modus: 80:20 bis 55:45 (vorne/hinten) Maße und Gewichte Länge in mm 4.405 Breite in mm 1.805 Höhe in mm 1.685 Radstand in mm 2.670 Leergewicht in kg 1.500 Zuladung in kg k.A. Kofferraumvolumen in Liter 359-485 Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.159 Anhängelast, gebremst in kg 1.600 Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 200 Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 9,8 EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 7,0 EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 8,2 EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 6,2 CO2-Emission in g/km 159 Schadstoffklasse Euro 6
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