Der Jeep Cherokee ist ein uriger Nachfahre des Ur-Vaters. Wir haben ihn getestet.

,Der ist ja dem Opa wie aus dem Gesicht geschnitten", hört man oft von den Nachbarn, wenn der frisch geborene Nachwuchs im Kinderwagen vorgeschoben wird. Stimmt – roter Kopf, viele Falten und keine Zähne. Zumindest das Äußere passt.

Beim Jeep Cherokee ist es ähnlich: Der Ur-Vater von Willys Overland aus den 40er-Jahren war ein Fahrgestell mit vier angetriebenen Rädern, einem Lenkrad, Sitzen und einem bisschen Blech außenrum. Die trapezförmige Front mit zwei Scheinwerfern und sieben senkrechten Schlitzen im Kühlergrill ist mittlerweile weltweit bekannt: Das Gesicht des Ur-Jeep gehört zu Amerika wie Mickey Mouse und McDonald's.

Willys lässt vorn grüßen
Die 2003er-Ausführung des Jeep Cherokee sieht dem Opa ähnlich. Vorne lassen Willys Overland und Wrangler grüßen, die berühmten sieben senkrechten Schlitze im Kühlergrill fehlen auch beim Cherokee nicht. Der dicke Stoßfänger schafft Vertrauen für den Ausflug über Stock und Stein. In der Seitenlinie ist die Verwandtschaft mit dem großen Bruder Grand Cherokee unverkennbar. Das Heck wird standesgemäß vom Ersatzrad dominiert.

Klima und Tempomat
Das Interieur sieht eher zweckmäßig als durchgestylt aus, passt aber zum urigen Erscheinungsbild des Cherokee. Aluminium-Applikationen an Mittelkonsole und Lenkrad sowie die weiß hinterlegten Instrumente mit Chromringen geben dem Interieur sogar einen sportlichen Touch. Für den allgemeinen Komfort gibt es eine Klimaanlage und einen Tempomat, der mit Tasten am Leder-Lenkrad bedient wird.

Starke Haltegriffe
Auch die Funktionen des Radios lassen sich steuern, ohne die Hände vom Volant nehmen zu müssen. Über dem Innenspiegel befinden sich ein Display für den Kompass und den Bordcomputer. Starke Haltegriffe für Fahrer und Beifahrer an den A-Säulen lassen erahnen, dass dieser Wagen weniger für den Weg zur Oper gebaut wurde.

Wildnis kommt durch
Fahrer und Beifahrer nehmen auf beheizbaren Ledersitzen Platz, die zwar bequem sind, aber etwas mehr Seitenhalt bieten könnten. Dass der Cherokee ein Mobil für die Automatik-verliebten Amerikaner ist, merkt man an den fehlenden Abstellmöglichkeit für den Kupplungsfuß: Für eine Schaltung wurde das Auto von vorn herein anscheinend nicht konzipiert.

Hecktür geteilt zu öffnen
Wer den Asphalt verlässt, um zu campen, einem Outdoor-Hobby nachzugehen oder den Wald zu pflegen, muss meist viele Utensilien verstauen. Um das Gepäck oder das Arbeitsgerät unterzubringen, lässt sich die Lehne der Rückbank im Verhältnis zwei Drittel zu ein Drittel klappen. Das Ladevolumen klettert in diesem Fall von 909 auf 1.951 Liter. Die geteilte Hecktür erleichtert das Beladen des Jeep-Indianers. Sie öffnet praktischerweise nach links zur Straßenmitte hin.

Scheibe klappt nach oben
Will man nur Kleinigkeiten in den Laderaum befördern, genügt es, auf der Funkfernbedienung am Schlüssel einen Knopf zu drücken oder kurz am Türgriff zu ziehen. Schon klappt nur die Heckscheibe nach oben auf.

Starker Motor
Urig und nicht feingetunt, wie sich das für einen richtigen Schlammwühler gehört, ist auch der Antrieb. Unser Testwagen wurde von einem 2,5-Liter-Common-Rail-Diesel vorangebracht. Der Motor hat einen zum Einsatzzweck des Cherokee passenden, kernigen Klang.

Druckvoll bei mittleren Touren
Ab 1.500 Umdrehungen zieht der Motor spürbar an. Im mittleren Tourenbereich lässt sich der Cherokee sehr druckvoll fahren. Das maximale Drehmoment von 340 Newtonmetern wird zwischen 2.000 und 2.400 Umdrehungen auf die Kurbelwelle geschickt. In 13,5 Sekunden beschleunigt der Cherokee mit dem 143-PS-Aggregat auf Tempo 100, als Spitzengeschwindigkeit sind durchaus 170 km/h drin.

Fünfgang-Schaltung
Unser Testwagen war mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe ausgerüstet. Automatikgetriebe werden nur für die Cherokee-Versionen 2.8 CRD und 3.7 V6 angeboten. Die Gangwechsel erfordern mitunter eine starke Hand, sind aber auf exakten Wegen möglich.

Zuschaltbarer Allrad-Antrieb
Der 2.5 CRD besitzt das so genannte Command-Trac-Allradsystem. Auf trockenen, geraden Straßen wird der Cherokee von den Hinterrädern angetrieben. Soll der Häuptling durchs Gelände schleichen, kann an einem großen Hebel in der Mittelkonsole der Vierradantrieb zugeschaltet werden. Das ist bis zu einer Geschwindigkeit von 88 km/h möglich und funktioniert problemlos. Wenn der Indianer kriechen soll, kann er das mit der Geländeuntersetzung tun. Sie wird am gleichen Hebel bei Schrittgeschwindigkeit aktiviert.

Präzise Lenkung
Positiv aufgefallen ist auch die Lenkung: Sie arbeitet präzise und leichtgängig. Auch die Bremsen geben keinen Anlass zur Kritik: Sie packen zu. Das Fahrwerk insgesamt ist komfortabel gefedert und ermöglicht dank moderater Seitenneigung auch höhere Kurvengeschwindigkeiten.

Ab 34.600 Euro
Der Jeep Cherokee 2.5 CRD Limited kostet 34.600 Euro. In diesem Preis sind die Klimaanlage, der Tempomat, das ABS, ein Radio mit 6fach-CD-Wechsler, die Dachreling und die Reserverad-Abdeckung dabei. Aufpreis kosten der Metallic-Lack (480 Euro) und das elektrische Glasdach (1.300 Euro).

Der Jeep ist in seinem Segment mit diesem Anschaffungspreis nicht gerade der Günstigste. Einen Kia Sorento 2.5 CDRi, den Hyundai Terracan 2.9 CRDi oder den Nissan Terrano 2.7 TD gibt's bereits für ein paar Tausend Euro weniger.

Preisliste


Jeep Cherokee 2.5 CRD Limited

Grundpreis: 34.600 Euro
Metallic-Lack 480
Schiebehubdach 1.300

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Reihen-Vierzylinder 
Hubraum in ccm 2.499 
Leistung in PS 143 
Leistung in kW 105 
bei U/min 2.000-2.400 
Drehmoment in Nm 340 
Maße und Gewichte
Länge in mm 4.496 
Breite in mm 1.819 
Höhe in mm 1.817 (mit Reling 2.100) 
Radstand in mm 2.649 
Leergewicht in kg 1.992 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 170 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 13,5 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 9,0 

Bildergalerie: Jeep Cherokee 2.5 CRD im Test