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Nissan Micra 160SR: Kleiner Japaner mit 110 PS

Im Kreis der sportlichen Minis versucht nun auch Nissan mitzuspielen

Micra 160SR im Test

Fabian Grass Fabian Grass

Von: Fabian Grass

24. Nov. 2005 um 18:27 Uhr

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Meist sind es Abkürzungen, mit denen stärkere Modelle von ihren Serien-Brüdern abgehoben und somit geadelt werden. Ford verleiht den Titel ST und bei Volkswagen heißen die schnellen Dinger aus Gewohnheit GTI. Nun will auch Nissan in den munteren Buchstabenreigen einsteigen und bringt den Micra 160SR. Das Kürzel im Namen steht dabei für ,Street-Racer" und somit sind die Erwartungen an die kleine Rennsemmel hoch gesteckt.

Acenta Sport oder 160SR
Einher mit der neuen Spitzenmotorisierung geht beim Micra das aktuelle Facelift. Außen und innen hat sich eine Menge getan und auch die Ausstattungslinien haben neue Namen bekommen. Von Visia geht es über Acenta und Acenta Sport bis zu unserem Topmodell 160SR. Das hebt sich vom schwächeren Bruder Acenta Sport rein äußerlich lediglich durch eine verchromte Auspuffblende ab. Beide Modelle haben in Wagenfarbe lackierte Seitenschweller, einen Dachspoiler und Stoßfänger mit einer trapezförmigen Kühlöffnung. Diese Ähnlichkeit macht es auch dem versierten Betrachter schwer, die Potenz vom schönen Schein zu unterscheiden.

Bei näherer Betrachtung
Zumindest von den Ausstattungslinien Visia und Acenta hebt sich der dezent verspoilerte Micra deutlich ab. Die Seitenschweller ziehen den Schwerpunkt optisch nach unten und die matten 16-Zoll-Alus mit ihren elf Speichen machen echt was her. In Kombination mit dem Dachspoiler lassen die Anbauteile den kleinen Stadtfloh fast sportlich wirken, auch wenn die knuffig kugelige Grundform des Micra eine ganz andere Sprache spricht: Sie will süß sein, ein wenig verspielt und feminin. Der Versuch aus diesem Auto etwas Aggressives heraus zu kitzeln, steht also von vornherein unter einem schwierigen Stern.

Die Konkurrenten: Kantig und hart
Was bei Nissan aufgrund der rundlichen Ausgangsform etwas problematisch ist, gestaltet sich bei der Konkurrenz umso leichter. Kontrahenten wie der Ford Fiesta oder der C2 von Citroën bestechen bereits ohne sportliche Modifikationen durch einen eher maskulinen Auftritt. Bestückt mit dynamischem Zierrat kommen sie denn auch entschieden aggressiver daher.

Im Innenraum ein Hauch von Sportlichkeit
Die Kombination aus einkaufstauglichem Stadtflitzer und dem Hang zur Sportlichkeit setzt sich auch im Innenraum fort. Zwar nehmen Pilot und Copilot auf dezent konturierten Sportsitzen Platz und schauen auf weiß hinterlegte Ziffernblätter, doch andererseits hängt die Tüte mit den Einkäufen am eigens dafür vorhandenen Haken. Und auch das große Staufach unter dem Beifahrersitz für allerlei Kleinkram oder Kinderspielzeug ist überaus praktisch, verhindert aber, dass im 160SR das wahre Rennfeeling aufkommt. Dazu trägt auch der recht lange Wahlhebel der Fünfgang-Schaltung bei. Er lässt sich zwar leicht durch die Gasse führen, seine Wege sind aber etwas weit.

Platz ist in der kleinsten Hütte
Der 160SR kann wie alle anderen Motorisierungs- und Ausstattungsvarianten des kleinen Japaners als Drei- und Fünftürer geordert werden. In beiden Versionen sind die Platzverhältnisse in der ersten Reihe vollkommen ausreichend. Im Fond hingegen müssen die Knie sehr angewinkelt werden. Die serienmäßigen Dreipunktgurte auf allen Sitzen sorgen aber dafür, dass die Gliedmaßen im Falle eines Unfalls an ihrem Platz bleiben. Der Kofferraum ist mit 251 Litern Fassungsvermögen zwar kein Raumwunder, doch dank der nach vorn verschiebbaren und geteilt umklappbaren Rückbank steht ein Maximalvolumen von 982 Litern zur Verfügung.

Sicher Reisen im SR
Punkten kann der kleine Nissan mit dem Plus an Muskelschmalz in Sachen Sicherheit: Bestückt mit insgesamt sechs Airbags für Front- und Fontpassagiere, ausgerüstet mit ABS und ESP und aktiven Kopfstützen vorn gehört er mit Sicherheit zu den sicheren Vertretern seiner Klasse.

Der obligatorische Blick unter die Haube
Unter der kleinen Motorhaube des 160SR steckt ein neu entwickelter 1,6-Liter-Motor, der in seinem vorigen Leben als 1,5-Liter-Aggregat die japanischen Modelle Note und Tiida angetrieben hat. Auf 110 PS erstarkt und mit zwei oben liegenden Nockenwellen versehen, soll er jetzt im neuen Bonsai-Renner für angemessene Fahrleistungen sorgen. Das Drehmoment von 153 Newtonmetern spricht allein noch nicht für sich, trifft aber auf lediglich 1,1 Tonnen Lebendgewicht, was die ganze Sache schon wieder relativiert.

Kurzer Blick zur Konkurrenz
Nach dem Blick unter die Haube wollen wir erneut kurz zur Konkurrenz schauen: Da wäre zunächst Ford mit seinem Fiesta ST. Aus zwei Litern Hubraum schöpft der muntere Vierzylinder stolze 150 PS und stellt ein Drehmoment von immerhin 190 Newtonmetern bereit. Und auch Citroën offeriert mit dem 122 PS starken C2 1.6 16V VTS ein ähnlich interessantes Modell.

Jetzt geht's auf die Piste
Dem Studieren der kalten Zahlen folgt nun der harte Praxistest. Nach einer kurzen Aufwärmrunde auf umliegenden Landstraßen treten wir das gummigenoppte Alu-Gaspedal aufs Blech und sind gespannt: Willig dreht der kleine Motor hoch und so scheint uns der angegebene Beschleunigungswert von knapp unter zehn Sekunden bis Tempo 100 durchaus realistisch. Und auch die Höchstgeschwindigkeit von 183 km/h erreichen wir auf Anhieb. Dabei bleibt das Aggregat trotz gelegentlicher Drehzahlen jenseits der 6.500 erstaunlich gelassen und dringt nur verhalten in den Innenraum. Wer dachte, der 160SR würde aber akustisch etwas sportlich kerniger als seine Kollegen daherkommen, der wird enttäuscht. Zur vollsten Zufriedenheit hingegen verläuft der Bremstest mit dem kleinen ,Street-Racer". Trotz mehrmaliger Vollbremsungen aus Tempo 100 vermittelt das Bremspedal eine gute Rückmeldung, der Wagen hält treu die Spur und nichts rubbelt oder schwimmt. Und das, obwohl der 160SR die gleichen Bremsen wie sein schwächerer Bruder in Gestalt des Acenta Sport hat.

Munteres Kurven-Wedeln
Nach Beschleunigungs- und Bremsorgie scheuchen wir den Bonsai-Renner mit Wonne ums Eck. Bestückt mit 185er-Reifen und vom serienmäßigen Schleuderschutz ESP behütet, kommen wir uns sogar in sehr zügig durchfahren Landstraßen-Kurven sicher und ein wenig sportlich vor. Auch wenn das Fahrwerk von dynamischer Härte weit entfernt ist. Die Stärken des SR sind eher in der Stadt zu suchen. Kurze Sprints und knackige Kurven liegen dem Stadtfloh. Und so manchem Großen kann man in diesem Revier auch mal das Fürchten lehren, denn der Spurt endet spätestens an der nächsten Ampel.

Die Konkurrenz weiter im Blick
Bezüglich der Fahrleistungen legt die Konkurrenz die Messlatte recht hoch. Ford und Citroën geben die Höchstgeschwindigkeit ihrer Rennsemmeln Fiesta ST und C2 1.6 16V VTS mit 208 beziehungsweise 202 km/h an und auch die Beschleunigungswerte sprechen Bände: In lediglich 8,4 schiebt der ST auf Tempo 100. Der VTS lässt sich zwar mit 8,9 Sekunden etwas mehr Zeit, liegt jedoch noch immer eine gute Sekunde vor dem Micra 160SR.

Heiße Zwerge im Preiskampf
Nissan veranschlagt für sein heißes Micra-Eisen in der dreitürigen Variante konkurrenzfähige 16.590 Euro. Zwei zusätzliche Türen schlagen mit 600-Extra-Euro, also insgesamt 17.190 Euro zu Buche. Der deutlich stärker motorisierte Fiesta ST ist da mit 18.125 Euro erheblich teurer. Nicht so der Citroën 1.6 16V VTS: Mit einem Einstiegspreis von 16.290 Euro stellt er zumindest preislich eine echte Alternative bei.
(jk)

Preisliste

Nissan Micra 160 SR

Grundpreis: 10.990 

Micra Visia 1.2 65 PS 3-türig 10.990 Micra Visia 1.2 65 PS 5-türig 11.590 Micra Visia 1.2 80 PS 3-türig 12.090 Micra Visia 1.2 80 PS 5-türig 12.690 Micra Visia 1.5 dCi 65 PS 3-türig 12.390 Micra Visia 1.5 dCi 65 PS 5-türig 12.990 Micra Acenta 1.2 65 PS 3-türig 12.990 Micra Acenta 1.2 65 PS 5-türig 13.590 Micra Acenta 1.2 80 PS 3-türig 13.590 Micra Acenta 1.2 80 PS 5-türig 14.190 Micra Acenta 1.5 dCi 60 PS 3-türig 14.390 Micra Acenta 1.5 dCi 60 PS 5-türig 14.990 Micra Acenta Sport 1.2 80 PS 3-türig 13.590 Micra Acenta Sport 1.2 80 PS 5-türig 14.190 Micra Acenta Sport 1.4 88 PS 3-türig 14.090 Micra Acenta Sport 1.4 88 PS 5-türig 14.690 Micra Acenta Sport 1.5 dCi 82 PS 3-türig 14.990 Micra Acenta Sport 1.5 dCi 82 PS 5-türig 15.590 Micra 160 SR 110 PS 3-türig 16.590 Micra 160 SR 110 PS 5-türig 17.190

Klimaanlage ( nur für Visia, sonst Serie ) 1.100 Pluspaket für Visia ( Seitenschutzleisten und verschiebbare Rücksitzbank ) 500 Comfortpaket ( automatische Klimaanlage und sechsfach-CD-Wechsler ) nur für Acenta und Acenta Sport 550 Stylepaket ( 16-Zoll-Alus und Aluminium Pedalerie ) nur für Acenta Sport 450 Sicherheitspaket ( ESP, aktive Kopfstützen vorne und Kopfairbags ) 790 Technikpaket ( Glas-Hub-Schiebedach und Intellegent-Key-System) nur für Acenta, Acenta Sport und 160 SR 890 Lederpaket ( Ledersitzbezüge und Sitzheizung ) nur für 160 SR 1.300 Automatik ( vier Stufen ) nur für Acenta 1.2 80 PS 1.200 Metallic- oder Meneraleffekt-Lackierung 390

Datenblatt

Motor und Antrieb Motorart Benzin-Reihenmotor  Zylinder 4  Ventile 4  Hubraum in ccm 1.598  Leistung in PS 110  Leistung in kW 81  bei U/min 4.400  Drehmoment in Nm 153  Antrieb Front  Gänge 5  Getriebe Handschaltung  Maße und Gewichte Länge in mm 3.719  Breite in mm 1.660  Höhe in mm 1.540  Radstand in mm 2.432  Leergewicht in kg 1.092  Zuladung in kg 398  Kofferraumvolumen in Liter 251  Kofferraumvolumen, variabel in Liter 982  Dachlast in kg 50  Tankinhalt in Liter 46  Kraftstoffart Super  Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 183  Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 9,8  EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 6,6  EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 8,7  EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 5,4  Schadstoffklasse Euro 4 

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Micra 160SR im Test

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