Unterwegs mit dem 170-PS-Benziner

Der knurrt ein bisschen, der spurtet gut und seinen Diesel wird es wieder nicht mit einer Automatik geben. Wir nehmen uns zum zweiten Mal die neue Generation des Mazda 6 vor. Endlich zum Testen zur Verfügung: Der 170 PS starke 2,5-Liter-Benziner. Schauen wir mal, wie Mazdas Familien-Limo damit unterwegs ist.

Ästhetik auf Asphalt
Der neue Mazda 6 kommt als feine Weiterentwicklung seines Vorgängers daher. Welchen Motor er unter der Haube trägt, verrät er mit keinem äußeren Detail. Der Vorderwagen geht wie auch schon beim SUV Mazda CX-7 dezent in Richtung RX-8. Die geschwungenen Radhäuser, die an die Form des Grills angepasste Grafik der Frontleuchten sowie die mit den Frontlichtern korrespondierenden Hecklampen – alles wirkt sehr harmonisch. Der Wagen ist gegenüber seinem Vorgänger kaum gewachsen: Sechs Zentimeter länger, einen Zentimeter breiter und genauso hoch wie der aktuelle Mazda 6, fährt er durch die Gegend. Neulinge werden den Knopf zum Öffnen der Heckklappe ein wenig suchen: Er ist sehr klein und befindet sich rechts in der dritten Bremsleuchte.

Innere Qualitäten
Wer die Hartplastik-Kabinen mancher amerikanischer Wagen kennt, weiß einen Innenraum wie im neuen Mazda 6 erst richtig zu schätzen. Die Soft-Touch-Oberflächen des Armaturenbretts sind kratzfest und hinterlassen einen hochwertigen Eindruck. Die Sitze sind bequem, langstreckentauglich und bieten mit einer niedlichen Wulst rechts und links nur mäßigen Seitenhalt. Hinten ist auch für große Leute ausreichend Platz, um längere Strecken zu überstehen. Immerhin zwei Zentimeter mehr Knieraum steht den Gästen im Fond zur Verfügung. Und recht leise ist es auch: Bei 60 km/h steigt der Geräuschpegel im Inneren auf gerade mal 67,5 Dezibel – auf den Vordersitzen muss also niemand laut werden, um den Gästen im Fond etwas mitzuteilen. Allerdings erzeugen die Außenspiegel ungewöhnlich früh Windgeräusche wie bei einer Fahrt über eine flache Insel: Ab 70 km/h pfeift es ein wenig an den Spiegel-Enden. Und jetzt hat Mazda auch bekannt gegeben, was sich unter dem Kofferraumdeckel verbirgt: 519 Liter Stauraum warten aufs Familien-Gepäck.

Etwas leichter
Der Neue hat es geschafft, ein ganz klein wenig abzuspecken. 35 Kilogramm weniger bringt er jetzt auf die Waage. Auf das Fahrverhalten wirkt sich das natürlich kaum aus, ganz im Gegensatz zur neu abgestimmten Vorderradaufhängung. Der Wagen ist stramm abgestimmt, schafft aber den Drahtseilakt zwischen Sport-Gefühl und Fahrkomfort für die ganze Familie. Schlaglöcher, Rillen oder Eisbrocken auf der Straße bringen den Mazda nicht aus der Ruhe. Die Bremsscheiben haben jetzt einen Durchmesser von beinahe 30 Zentimetern und bringen den Wagen definiert auf kurzem Weg zum Stehen. Genau so viel Freude bereitet die Lenkung mit elektrischer Servounterstützung. Immer ausreichend hart abgestimmt, wird ihre Präzision schnell zur Selbstverständlichkeit.

200 Milliliter mehr
Den bisherigen 2,3-Liter-Benziner ersetzt Mazda durch einen Motor, der jetzt 2,5 Liter Hubraum zur Verfügung stellt. Die neue Top-Motorisierung setzt 170 PS und ein maximales Drehmoment von 226 Newtonmetern frei. Damit sind die 200 Milliliter zusätzlicher Hubraum also für einen Zuwachs von vier PS und 19 Newtonmetern gut. Trotzdem kommt das Aggregat mit durchschnittlich 0,6 Liter weniger Sprit pro 100 Kilometer als sein Vorgänger aus. 8,1 Liter Super gehen im kombinierten Modus für den Vortrieb drauf.

Der Schnellste von allen
Als einziger aller derzeit verfügbaren Mazda-6-Motoren schafft der 2,5-Liter den Sprint von null auf 100 in unter zehn Sekunden: 8,0 Sekunden vergehen bis zum erlösenden dreistelligen Bereich. Mit 220 km/h ist der 2,5-Liter-Mazda auch das schnellste aller 6-Modelle. Trotzdem ist das Triebwerk nicht rauer als seine schwächeren Geschwister: Ausgleichswellen, ein Zweimassen-Schwungrad und ein verringerter Abgasgegendruck tragen zur familientauglichen Laufruhe bei. In der Praxis ist der 2,5-Liter eindeutig der Spritzigste im Bunde. Auch an steilen Steigungen zieht er ohne Probleme weg und geht auf jeden Gasbefehl mit der gebotenen Drehfreude ein.

Nur manuell
Die Kraft des Benziners mit 2,5 Liter Hubraum lässt sich ausschließlich mit einer manuellen Sechgangschaltung verwalten. Die Fünfgang-Automatik gibt es nur für den 2,0-Liter-Otto. Schade für potenzielle Firmenkunden und Freunde vollkommener Entspannung: Auch für das noch nicht zur Verfügung stehende Diesel-Aggregat wird es definitiv keine Automatik geben. Mazda windet sich zwar wie ein Aal, wenn es um die Beantwortung dieser Frage geht, aber hier spielt nur das Verkaufsvolumen eine Rolle. Und für den gegenwärtig nur in Europa interessanten Diesel scheint sich die Konzeption einer Automatik aus Mazdas Sicht nicht zu lohnen – auch wenn diese Form der Schaltung auf der Wunschliste von Mazda Europa ganz oben steht. In Sachen 2,5-Liter-Motor macht sich die manuelle Schaltung wie bei den kleineren Motorisierungen: Sehr genau und in der passenden Spreizung lassen sich die Stufen einteilen. Auch genügend Elastizität für vom Familienleben ausgelaugte und deshalb eher schaltfaule Mütter und Väter hält die Schaltung bereit.

Wertung

  • ★★★★★★★★★☆
  • Der neue Mazda 6 ist durch und durch gelungen. Sämtliche Änderungen sind unspektakulär und passen zum harmonischen Auftritt. Der Wagen ist mit Leib und Seele ein Familienwagen, der zu keinem Zeitpunkt in den Verdacht gerät, spießig zu sein.

    Mit dem 2,5-Liter-Benziner ist der neue Mazda 6 aus Agilitäts-Sicht optimal motorisiert. Natürlich zieht dieses Triebwerk auch den höchsten Verbrauch aller Mazda-6-Motorisierungen nach sich. Und wer unbedingt Automatik fahren will, hat keine Wahl: Er muss zum 2,0-Liter-Aggregat greifen.

  • Antrieb
    90%
    spritzigste Motorisierung fürs Modell
    nur mit manueller Schaltung zu haben
  • Fahrwerk
    90%
    gibt sich immer familientauglich
    leichter Sport-Touch
  • Karosserie
    95%
    schicker bei gleichen Proportionen
    gut zugänglicher Kofferraum
  • Kosten
    75%
    gut ausgestattet fürs Geld, geringer Wertverlust
    erst ab der drittteuersten Ausstattungslinie zu haben

Preisliste


Mazda 6 MZR 2.5

Grundpreis: 28.500 Euro
Ausstattungen Preis in Euro
ABS Serie
ESP Serie
ASR Serie
Airbag Fahrer Serie
Airbag Beifahrer Serie
Seitenairbags vorn Serie
Kopfairbags vorn Serie
Kopfairbags hinten Serie
elektr. Fensterheber vorn Serie
elektr. Fensterheber hinten Serie
elektr. verstellbare Außenspiegel Serie
Klimaautomatik Serie
Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie
Bildschirmnavigation 2.300
CD-Radio Serie
MP3 Serie
elektr. Schiebedach 790
Metalliclackierung 450
Sitzhöheneinstellung Serie
Lederausstattung 1.320
Einparkhilfe vorn/hinten + Reifendruck-Kontrolle 530

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Reihen-Ottomotor 
Zylinder
Ventile
Hubraum in ccm 2.488 
Leistung in PS 170 
Leistung in kW 125 
bei U/min 4.000 
Drehmoment in Nm 226 
Antrieb Frontantrieb 
Gänge
Getriebe Schaltgetriebe 
Fahrwerk
Spurweite vorn in mm 1.570 
Spurweite hinten in mm 1.570 
Radaufhängung vorn Doppel-Querlenker 
Radaufhängung hinten Mehrlenker 
Bremsen vorn Scheibenbremsen, innenbelüftet, 299 mm 
Bremsen hinten Scheibenbremsen, 280 mm 
Wendekreis in m 11,0 
Räder, Reifen vorn 195/65 R 16 auf 16 x 6J 
Räder, Reifen hinten 195/65 R 16 auf 16 x 6J 
Lenkung Zahnstangenlenkung mit elektrischer Servounterstützung 
Geländekompetenz
Bodenfreiheit in mm 165 
Maße und Gewichte
Länge in mm 4.735 
Breite in mm 1.998 
Höhe in mm 1.440 
Radstand in mm 2.725 
Leergewicht in kg 1.320 
Zuladung in kg 610 
Kofferraumvolumen in Liter 519 
Anhängelast, gebremst in kg 1.500 
Dachlast in kg 100 
Tankinhalt in Liter 64 
Kraftstoffart Super 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 220 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 8,0 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 8,1 
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 11,1 
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 6,3 
CO2-Emission in g/km 192 
Schadstoffklasse Euro 4 
Fixkosten
Haftpflicht-Klasse 17 
Teilkasko-Klasse 24 
Vollkasko-Klasse 21 

2,5 Liter für die Familie