Home

Saab

9-5

Tests

Eleganter Hoffnungsträger

Schafft Saab mit dem neuen 9-5 die Wende?

Hoffnungsträger

Roland Hildebrandt Roland Hildebrandt

Von: Roland Hildebrandt

9. Feb. 2011 um 15:19 Uhr

Als bevorzugte Quelle Motor1.com auf Google hinzufügen

Teilen

Aus die Maus: Beinahe hätte der neue Saab 9-5 sein Leben ausgehaucht, bevor es wirklich begann. Doch in letzter Minute konnte die schwedische Kultmarke dem Tod noch einmal von der Schippe springen. Umso gespannter sind wir auf den Comeback-Wagen aus Trollhättan.

Gut verpackte Dimensionen
Unser erster Eindruck: Ganz schön groß ist der 9-5 geworden. Tatsächlich überragt das neue Modell den Vorgänger um gut 15 Zentimeter in der Länge. Die elegante Linienführung hat indes einen Nachteil: Durch das flach stehende Heckfenster wird das Rangieren zum Glücksspiel, Parkpiepser sind deshalb Pflicht. Zudem fällt die Kofferraumöffnung verhältnismäßig schmal aus, das Abteil selbst ist mit 513 Liter Volumen mehr als ausreichend dimensioniert. Die Platzverhältnisse im Innenraum sind vorne gut, die Fondpassagiere spüren den modischen Verlauf der Dachlinie aber durch mangelnde Kopffreiheit.

Nostalgisches Flair
Das Cockpit des neuen 9-5 setzt auf eine leicht unterkühlt wirkende Funktionalität. Beim Blick auf die Schalter und Bedienhebel schimmert viel Opel-Flair durch, schließlich basiert der 9-5 auf der Plattform des Insignia. Im Saab kommt es allerdings nicht zu einem Krieg der Knöpfe wie im Opel, zudem haben es die Schweden geschickt geschafft, die Gleichteilpolitik zu kaschieren. So erinnert der Startknopf in der Mittelkonsole an die frühere Position der Zündschlösser bei Saab.

Tradition und Moderne
Es bleibt nicht bei diesem einen Rückgriff in die Vergangenheit: Nach dem Starten des Motors begrüßt uns das grün schimmernde Display des mit 1.000 Euro leider recht teuren Head-up-Displays mit dem alten Flugzeug-Logo der Marke. Unter der Haube des von uns getesteten Topmodells steckt ein 2,8-Liter-V6 mit Turboaufladung und 300 PS. Das Aggregat gefällt mit hoher Laufruhe und einem turbinenhaftem Sound. Doch um wirklich kraftvoll zuzubeißen, muss die Anzeigenadel des Ladedrucks auf Wanderschaft gehen. Unter Volllast zeigt sich aber eine Disharmonie zwischen der serienmäßigen Sechsstufen-Automatik und dem Motor: Die Turbo-Nadel zuckt nach rechts in den roten Bereich, parallel rast die Drehzahl in den Begrenzer. Erst sehr spät entschliesst sich das Getriebe zum Gangwechsel.

Kein Kostverächter
Die Konsequenz aus dem zupackendem Turboeinsatz wird an der Tankstelle spürbar: Saab gibt den Normverbrauch des allradgetriebenen 9-5 2.8T V6 XWD mit 10,6 Liter auf 100 Kilometer an, in unserem Testmittel flossen 13,1 Liter Super Plus durch die Düsen. Eine Überraschung hält das 1.390 Euro teure adaptive Fahrwerk bereit: Im Komfort-Modus zeigt es eine starke Polterneigung auf Fahrbahnunebenheiten wie etwa Gullideckeln. Im Opel Insignia sorgt das gleiche System für einen fast sänftenartigen Abrollkomfort, jedoch wurde für den 9-5 mit Allradantrieb eine sportliche Abstimmung von Federn und Stoßdämpfern gewählt. Außerdem sind in der Top-Ausstattung namens Aero 19-Zoll-Felgen serienmäßig.

Der Preis des Besonderen
Da wir gerade beim Thema sind: Der 9-5 2.8T V6 XWD ist nur als Aero-Version erhältlich und kostet so 52.500 Euro. Hier sind viele Annehmlichkeiten bereits inklusive, trotzdem sind einige Extras richtig teuer. Bestes Beispiel ist die Festplatten-Navigation für deftige 2.830 Euro. Preislich liegt der 9-5 auf dem Niveau der deutschen Konkurrenz, auch deswegen wird er ein Fall für Individualisten bleiben. Ihnen sei gesagt: Dieser Anfang von Saabs Zukunft macht Lust auf mehr. Die Richtung stimmt.

Wertung

Preisliste

Saab 9-5 2.8T V6 Aero XWD

Grundpreis: 52.500 Euro

Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie Seitenairbags hinten 360 Kopfairbags hinten Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. Fensterheber hinten Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie (inklusive Heizung) Klimaautomatik Serie (Zwei-Zonen) Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Automatikgetriebe Serie Bildschirmnavigation 2.830 CD-Radio Serie MP3 Serie Metalliclackierung 850 Leichtmetallfelgen Serie (19 Zoll) Sitzhöheneinstellung Serie (Fahrer und Beifahrer, elektrisch) Tempomat Serie Lederausstattung Serie Xenonlicht Serie Nebelscheinwerfer Serie

Verkehrsschilderkennung 700 Head-up-Display 1.000 adaptives Fahrwerk 1.390

Datenblatt

Motor und Antrieb Motorart Benziner in V-Form mit Turboaufladung  Zylinder 6  Ventile 4  Hubraum in ccm 2.792  Leistung in PS 300  Leistung in kW 221  bei U/min 2.000  Drehmoment in Nm 400  Antrieb Allradantrieb permanent  Gänge 6  Getriebe Automatik  Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.585  Spurweite hinten in mm 1.587  Radaufhängung vorn McPherson-Achse  Radaufhängung hinten H-Arm-Lenker  Bremsen vorn Scheiben innenbelüftet  Bremsen hinten Scheiben innenbelüftet  Wendekreis in m 11,9  Räder, Reifen vorn 245/40 R19  Räder, Reifen hinten 245/40 R19  Lenkung elektrohydraulische Servolenkung  Maße und Gewichte Länge in mm 5.008  Breite in mm 1.868  Höhe in mm 1.467  Radstand in mm 2.837  Leergewicht in kg 1.945  Zuladung in kg 495  Kofferraumvolumen in Liter 513  Anhängelast, gebremst in kg 1.600  Dachlast in kg 100  Tankinhalt in Liter 70  Kraftstoffart Super  Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 250  Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 6,9  EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 10,6  EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 16,2  EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 7,3  CO2-Emission in g/km 244  Schadstoffklasse Euro 5 

Bildergalerie: Hoffnungsträger

Saab

Hoffnungsträger

30

Hoffnungsträger Hoffnungsträger Hoffnungsträger Hoffnungsträger Hoffnungsträger Hoffnungsträger

Diesen Artikel teilen

Meistgelesen

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht

AKTUELLSTE ARTIKEL

Auch interessant



Mazda CX-80 Diesel (2026) im Video: Ist Downsizing doch Unsinn?



Benimar Kaleo (2026): Viel Wohnmobil für unter 60.000 Euro?



Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?



Geld für Autozubehör sparen? Skoda hat eine ungewöhnliche Idee ...



Mazda 2 Hybrid (2026) im Test: Sparwunder dank Toyota-Technik?



Offroad-Klassiker neu gedacht: 212 kommt als Dreitürer nach Deutschland



VW Golf GTI (2026) im Test: Genügt der Basis-GTI noch?