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Reichen vier Zylinder in der Mercedes S-Klasse?

S 250 CDI: Die sparsamste Oberklasse-Limousine im Test

Reichen vier Zylinder?

Matthias Naumann Matthias Naumann

Von: Matthias Naumann

6. Jul. 2011 um 13:11 Uhr

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Große Limousinen müssen einen V8 unter der Haube haben. Oder besser sogar zwölf Zylinder. Gut, sechs Töpfe mögen zur Not auch reichen. Aber ein Vierzylinder-Aggregat in der Oberklasse? Noch dazu in der S-Klasse, dem Inbegriff einer Luxus-Limo? Was früher undenkbar war, hat Mercedes jetzt in die Tat umgesetzt. Denn mittlerweile wollen beziehungsweise müssen auch Firmenbosse, Politiker oder Fuhrparkmanager Verbrauchs- und Schadstoffwerte berücksichtigen, bevor sie einen neuen Wagen ordern. Der S 250 CDI BlueEfficiency kann als sparsamstes Oberklasse-Fahrzeug auf dem Markt ein umweltfreundliches Anforderungsprofil erfüllen. Aber reicht der Vierzylinder-Diesel für die S-Klasse aus?

Klingt nicht wie eine S-Klasse
Wir lassen den Motor an und vernehmen ein leichtes Rattern und Nageln. Nein, nach einer S-Klasse hört sich das nicht an, eher nach einer C-Klasse. Was nicht ganz falsch ist, denn das 2,1-Liter-Aggregat mit 204 PS kommt auch im Mittelklasse-Mercedes zum Einsatz, ebenso in der E-Klasse. Doch der nicht ganz standesgemäße Sound fällt beim S 250 CDI vor allem beim Kaltstart auf, ansonsten muss man schon genau hinhören. Denn um Vibrationen und Geräusche für die Passagiere möglichst gering zu halten, haben sich die Stuttgarter Ingenieure beim Spritsparmodell der prestigeträchtigen Baureihe besondere Mühe gegeben. Als Neuheit kommen dynamisch gesteuerte Motorlager zum Einsatz. Je nach Drehzahl, Last und Fahrgeschwindigkeit verändern diese per Datenbus mit der Motorsteuerung vernetzten Lager ihre Steifigkeit und Dämpfung. Die Übertragung störender Schwingungen auf die Karosserie konnte so spürbar reduziert werden.

Keineswegs zu schwach auf der Brust
Der S 250 CDI wird aber nicht nur angenehm leise, sondern vor allem auch kraftvoll vorwärts bewegt. Denn was wir im Vorfeld befürchtet hatten, tritt definitiv nicht ein: dass der Vierzylinder-Diesel für den 5,10 Meter langen und rund zwei Tonnen schweren Koloss zu schwach auf der Brust wäre. Vom Start weg wird die neue Einstiegs-S-Klasse agil vorangetrieben. Die üppigen 500 Newtonmeter Drehmoment stehen bereits ab 1.600 Touren zur Verfügung. Möglich macht das unter anderem die zweistufige, in Reihe geschaltete Aufladung – bestehend aus einem kleinen Hochdruck- und einem großen Niederdruck-Turbolader.

Abstriche gegenüber dem Sechszylinder
Auch auf der Autobahn muss man keine Angst haben, dass die linke Spur nur für kurze Überholmanöver geeignet ist. Natürlich müssen im Vergleich zu einem Dreiliter-Sechszylinder-Diesel Abstriche hingenommen werden, doch selbst bei hohem Tempo stellt der S 250 CDI immer ausreichend Kraftreserven zur Verfügung. In 8,2 Sekunden beschleunigt die Limousine von null auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 240 km/h.

Start-Stopp manchmal zu zügig
Immer mit an Bord der Spar-S-Klasse ist eine Start-Stopp-Automatik. Die stellt den Motor bei Stillstand des Fahrzeugs kaum merklich ab, manchmal allerdings zu zügig: etwa beim Rangieren, wenn man sich vorsichtig zentimeterweise in eine Parklücke vortastet und der Motor immer wieder kurzzeitig ausgeht. Nach einem Schalter zum Deaktivieren des Start-Stopp-Systems suchten wir anfangs vergeblich. Denn abschalten lässt es sich nur, indem man in den Sportmodus der Getriebesteuerung wechselt. Dann werden zugleich die sieben Gänge der samtweichen Automatik länger ausgereizt. Im Eco-Modus hingegen schaltet der Wandlerautomat früh herauf und hält den Motor häufig unterhalb von 2.000 Umdrehungen. Die serienmäßigen Schaltwippen am Lenkrad mögen zwar sportlich ambitionierte Fahrer erfreuen, sind in unseren Augen aber verzichtbar.

Perfektes Dahingleiten
Dank serienmäßiger Luftfederung gleitet auch der S 250 CDI so komfortabel über den Asphalt, wie das eben nur eine S-Klasse kann. In Kombination mit dem großzügigen Platzangebot, dem luxuriös gestalteten Interieur und der makellosen Verarbeitung kommt so weder beim Chauffeur noch bei den Mitfahrern das Gefühl auf, in einer sparsamen Einstiegsversion unterwegs zu sein. Wobei unser Testwagen dank zahlreicher Extras wie Lederausstattung, Massagesitzen, TV-Tuner und mehr diesen Eindruck weiter mindert.

Unter sieben Liter sind möglich
Und wie schlägt sich der S 250 CDI in Sachen Verbrauch? Mercedes gibt im günstigsten Fall 5,7 Liter je 100 Kilometer an, das entspricht einem CO2-Ausstoß von 149 Gramm pro Kilometer. Damit unterbietet der Wagen alle Konkurrenten in Sachen Durst deutlich. Mit Abstand folgen der 258 PS starke Sechszylinder-Bruder S 350 BlueTec (6,2 Liter) sowie der Porsche Panamera Diesel (6,5 Liter) und der Audi A8 3.0 TDI (6,6 Liter) mit jeweils 250 PS unter der Motorhaube. Wir benötigten auf unseren Testfahrten mit der Vierzylinder-S-Klasse durchschnittlich 8,5 Liter Diesel. Wer sich auf der Autobahn aber mit 120 bis 130 km/h zufrieden gibt, der kann auch mit weniger als sieben Liter auskommen. So macht Sprit sparen selbst mit einer Luxuslimousine Spaß.

Wertung

Preisliste

Mercedes S 250 CDI BlueEfficiency

Grundpreis: 71.876 Euro

Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie Seitenairbags hinten Serie Kopfairbags hinten Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. Fensterheber hinten Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie Klimaautomatik Serie Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Automatikgetriebe Serie (7 Gänge) Bildschirmnavigation 2.440 CD-Radio Serie MP3 Serie elektr. Schiebedach 1.499 Metalliclackierung 1.178 Leichtmetallfelgen Serie (17 Zoll) Sitzhöheneinstellung Serie Tempomat Serie Lederausstattung ab 2.618 Xenonlicht Serie Nebelscheinwerfer Serie

18-Zoll-Räder im 15-Speichen-Design 1.933 Bluetooth-Freisprecheinrichtung Serie Müdigkeitswarner Serie elektrisch einstellbare Vordersitze Serie Luftfederung Serie TV-Tuner 1.285 Knie-Airbag Serie Rückfahrkamera 1.142 Fahrassistenz-Paket Plus inklusive Abstandstempomat, aktiver Spurhalte- und aktiver Totwinkel-Assistent 2.259 Aktiv-Multikontursitze vorne mit Massage- und Fahrdynamikfunktion 2.023 Sitzheizung vorn 488 Sitzklimatisierung vorn 1.285

Datenblatt

Motor und Antrieb Motorart Reihen-Dieselmotor mit Common-Rail-Direkteinspritzung und zweistufiger Turboaufladung  Zylinder 4  Ventile 4  Hubraum in ccm 2.143  Leistung in PS 204  Leistung in kW 150  bei U/min 1.600 bis 1.800  Drehmoment in Nm 500  Antrieb Heckantrieb  Gänge 7  Getriebe Automatik  Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.600  Spurweite hinten in mm 1.606  Radaufhängung vorn Mehrlenker  Radaufhängung hinten Raumlenker  Bremsen vorn Scheiben, innenbelüftet und gelocht  Bremsen hinten Scheiben  Wendekreis in m 11,8  Räder, Reifen vorn 235/55 R17, 8 J x 17  Räder, Reifen hinten 235/55 R17, 8 J x 17  Lenkung hydraulische Zahnstangenlenkung, geschwindigkeitsabhängig  Maße und Gewichte Länge in mm 5.096  Breite in mm 1.871  Höhe in mm 1.485  Radstand in mm 3.035  Leergewicht in kg 1.970  Zuladung in kg 595  Kofferraumvolumen in Liter 560  Dachlast in kg 100  Tankinhalt in Liter 83  Kraftstoffart Diesel  Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 240  Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 8,2  EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 5,7  EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 7,0  EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 5,0  CO2-Emission in g/km 149  Schadstoffklasse Euro 5  Fixkosten Steuer pro Jahr in Euro 267  Haftpflicht-Klasse 23  Teilkasko-Klasse 31  Vollkasko-Klasse 29 

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