Home
Alfa Romeo
Giulietta
Tests
Jubiläums-Julia
Neue Alfa Giulietta Sprint mit 150-PS-Benziner im Test

Roland Hildebrandt 
Von: Roland Hildebrandt
29. Okt. 2014 um 10:42 Uhr
Als bevorzugte Quelle Motor1.com auf Google hinzufügen
- (https://twitter.com/intent/tweet?url=https%3A%2F%2Fde.motor1.com%2Freviews%2F154854%2Falfa-romeo-giulietta-sprint-im-test-mit-technischen-daten-und-preis%2F&text=Jubil%C3%A4ums-Julia&via=Motor1DE)
- Kopie
Teilen
Wir schreiben das Jahr 1954: Alfa Romeo will sich breiter aufstellen und in die Mittelklasse einsteigen. Um Geld für Entwicklung und Fertigung aufzutreiben, gibt es eine Lotterie unter Kleinaktionären, bei der Berechtigungsscheine für die ersten 1.000 Fahrzeuge verlost werden. Aber die ,Giulietta" genannte Limousine wird nicht rechtzeitig fertig. Zur Besänftigung der Gewinner zieht Alfa-Boss Quaroni das Giulietta-Coupé mit dem Namenszusatz ,Sprint" vor und lässt 1.000 Fahrzeuge davon extern fertigen. Ein in der Automobilgeschichte seltener Fall, der den Erfolg der ,Julia" aber nicht schmälert. Bis 1965 entstehen 178.000 Giulietta in verschiedensten Varianten.
Neuheit mit nostalgischer Note
Tatsächlich ist die Giulietta Limousine damals so etwas wie der 3er-BMW seiner Zeit. Die Sprint-Variante lag sogar auf Augenhöhe mit dem Porsche 356. Heute fast vergessen, aber wahr: 1954 war der stärkste 356er nur fünf PS stärker als die sportliche Giulietta, deren 65 PS dank zweier obenliegender Nockenwellen und Alu-Motorenblock für seinerzeit stattliche 165 km/h Spitze reichen. Sechs Jahrzehnte später ist der sportliche Stallgeruch fast Geschichte, nur der 4C versucht momentan, gegen Porsche und Co. anzustinken. Zudem ist im Stall derzeit nicht viel los, weshalb die aktuelle Giulietta trotz hinterer Türen und anderem Konzept jetzt zum ,Sprint" gestriegelt wird. Alles nur Blendwerk oder doch ein feiner Traber?
Schwarz-Malerei
Äußerlich unterscheidet sich die neue Giulietta Sprint durch diverse Details von ihren Schwestern. So gibt es exklusive 17-Zöller, Seitenschweller, eine Heckschürze in Diffusor-Optik und den obligatorischen Sprint-Schriftzug auf den Kotflügeln. Richtig gut stehen dem Wagen die dunkel hinterlegten Scheinwerfer sowie die abgedunkelten Grill-Streben, Türgriffe und Außenspiegelgehäuse. Insgesamt eine stimmige Optik ohne wild zusammengewürfeltes Chichi.
Knappe Angelegenheit
Ähnlich verhält es sich auch im Innenraum. Hier gibt es Sitze mit prima Seitenhalt und einem Stoff-Alcantara-Bezug. Die Oberfläche des Armaturenbretts ist in mattschwarz gehalten, dazu gesellen sich dort großflächige Applikationen in Kohlefaser-Optik, die man in den Türen wiedersieht. Dort befindet sich im Bereich der Fensterheber aber auch wenig ansehnlicher schwarzer Kunststoff. Das geht noch besser, Alfa! Wenig berauschend sind auch die 350 Liter Kofferraumvolumen und das nur bis 1,80 Meter Körpergröße passende Platzangebot im Fond.
Italienische Momente
Andererseits: War das bei der Mailänder Marke jemals anders? In Zeiten von Active Tourer und Co. hat es schließlich auch etwas für sich, wenn nicht jede Marke zwanghaft einen Van auf den Markt wirft. (Anmerkung für Auto-Kenner: Bis 1989 wurde der erste Fiat Ducato sogar als Alfa Romeo AR6 verkauft. In Italien. Mamma mia!) Spätestens beim Blick auf die Anzeigen für ,Benzina" und ,Olio" stimmt der innere Celentano freudig ,Azzurro" an.
Neue Leistungsstufe
Passenderweise ist der Testwagen auch noch blau lackiert und bietet unter der Haube eine Überraschung. In der Giulietta Sprint steht neben einem 150-PS-Diesel auch eine neue Variante des 1,4-Liter-Benziners mit gleicher Leistung bereit. Die Besonderheit ist das so genannte MultiAir-System, bei dem die Einlassventile per Elektrohydraulik gesteuert werden, um die Kollegen auf der Auslassseite kümmert sich eine klassische Nockenwelle. Lange Rede, kurzer Sinn: Sehr homogen und ohne spürbares Loch zieht der Motor auch aus niedrigen Drehzahlen vorwärts. Das daraus resultierende gelassene Fahren ist beinahe bedauerlich, denn der kugelige Schaltknauf des Sechsgang-Getriebes gleitet kurz und knackig durch die Gassen. Die Geräuschkulisse bleibt im Normalmodus dezent.
Bedarfs-Schaltung
Normalmodus? Ja, denn natürlich hat auch die Sprint-Version das so genannte DNA-System mit drei Fahrmodi an Bord. Für den Alltag reicht N, was (warum auch immer) für ,Natural" steht. Bereits hier bietet die Lenkung gute Rückmeldung, in Kurven verhärtet sie zusätzlich etwas. Richtig Laune bietet der Dynamic-Modus: Die elektromechanische Servolenkung bekommt dann eine direktere Kennlinie, wodurch sie noch präziser wird, aber für manchen Fahrer schon zu schwergängig sein kann. Hinzu kommt ein schärferes Kennfeld für die Motorsteuerung und eine bessere Gasannahme. Speziell beim Hochdrehen äußert sich das in einer bassigen Klangnote, die aber nicht unangenehm ist. Für besseren Grip in Kurven ist Q2 zuständig, ein elektronisch simuliertes Sperrdifferential, durch das mehr Leistung an das stärker belastete äußere Rad kommt. Eher Geschmackssache ist die stets straffe Auslegung der Federung, die bei schweren Schlaglöchern an ihre Grenzen kommt.
Herz oder Verstand?
Zum Trost reißt die neue Giulietta Sprint keine fiesen Löcher in den Geldbeutel. Alfa Romeo preist sie mit fairen 24.400 Euro ein. Vergleiche mit der Konkurrenz sind aufgrund der sehr speziellen Ausstattung schwierig. Knapp 700 Euro mehr kostet ein fünftüriger VW Golf 1.4 TSI Comfortline mit 150 PS, der aber so aufregend wie eine Schachtel Lego-Steine wirkt. Optisch der Giulietta ähnlich ist überraschenderweise der Mazda 3. Er bietet 165 PS für nur 22.490 Euro. Eine schöne Ersparnis. Aber der Mythos Alfa: Unbezahlbar.
Wertung
-
★★★★★★★★☆☆
Mit der neuen Giulietta Sprint schlägt das Herz der momentan bettlägerig wirkenden Marke Alfa Romeo wieder etwas schneller. Besonders der neue 150-PS-Benziner überzeugt. Wenn eine Giulietta auf dem Einkaufszettel steht, sollte man diese nehmen.
+ laufruhiger elastischer Motor, knackige Schaltung, präzise Lenkung
- beengter Fond, kaum Assistenzsysteme lieferbar -
Antrieb
90%
-
Fahrwerk
80%
-
Karosserie
70%
-
Kosten
80%
Preisliste
Alfa Romeo Giulietta Sprint 1.4 TB Multiair
Grundpreis: 24.400 Euro
Modell Preis in Euro Giulietta Sprint 2.0 JTDM 26.850
Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie Kopfairbags hinten Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. Fensterheber hinten Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie (inklusive Heizung) Klimaautomatik Serie (Zwei-Zonen) Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie CD-Radio Serie Leichtmetallfelgen Serie (17 Zoll) Tempomat Serie
Datenblatt
Motor und Antrieb Motorart Benziner mit Turboaufladung Zylinder 4 Ventile 4 Hubraum in ccm 1.368 Leistung in PS 150 Leistung in kW 110 bei U/min 2.250 Drehmoment in Nm 230 Antrieb Frontantrieb Gänge 6 Getriebe Schaltgetriebe Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.554 Spurweite hinten in mm 1.554 Lenkung elektromechanische Servolenkung Maße und Gewichte Länge in mm 4.351 Breite in mm 1.798 Höhe in mm 1.465 Radstand in mm 2.634 Leergewicht in kg 1.290 Kofferraumvolumen in Liter 350 Anhängelast, gebremst in kg 1.300 Tankinhalt in Liter 60 Kraftstoffart Super Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 210 Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 8,2 EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 5,7 EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 7,6 EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 4,6 CO2-Emission in g/km 131 Schadstoffklasse Euro 6
Lesen Sie auch:
- Alfa Romeo Giulietta QV im Test: Der Familien-4C?
- So fährt sich die Giulietta mit TCT-Getriebe
- Alternative: Der neue Mazda 3 im Test
Bildergalerie: Jubiläums-Julia
Alfa Romeo
- Make: Alfa Romeo
- Model:
- URL: Alfa Romeo

19

Diesen Artikel teilen
- (https://twitter.com/intent/tweet?url=https%3A%2F%2Fde.motor1.com%2Freviews%2F154854%2Falfa-romeo-giulietta-sprint-im-test-mit-technischen-daten-und-preis%2F&text=Jubil%C3%A4ums-Julia&via=Motor1DE)
- Kopie
Meistgelesen

XPeng P7+ Long Range im Test: Dieser China-Stromer macht die Oberklasse nervös

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht
AKTUELLSTE ARTIKEL
- Kia K4 Hybrid: Neuer Vollhybrid mit 154 PS startet ab 33.590 Euro – auch als Kombi 21 Okt. - Auto News
- Chinesische Automarken: Die große Flut und das böse Erwachen? 21 Okt. - Meinung
- XPeng P7+ Long Range im Test: Dieser China-Stromer macht die Oberklasse nervös 21 Okt. - Einzeltests
- Tatsächlicher Verbrauch: Honda Jazz Vollhybrid (2026) im Test 21 Okt. - Verbrauchstests
- Benimar Kaleo (2026): Viel Wohnmobil für unter 60.000 Euro? 20 Okt. - Campingmobile
- Mazda CX-80 Diesel (2026) im Video: Ist Downsizing doch Unsinn? 20 Okt. - Einzeltests
- Geld für Autozubehör sparen? Skoda hat eine ungewöhnliche Idee ... 20 Okt. - Designstudien
Auch interessant

Alfa Romeo will seine Innenräume „detoxen“

Benimar Kaleo (2026): Viel Wohnmobil für unter 60.000 Euro?

Der Alfa Romeo Cuorerosso gibt uns den Glauben ans Autodesign zurück

Mazda CX-80 Diesel (2026) im Video: Ist Downsizing doch Unsinn?

Kurzausflug in der Alfa Romeo Giulia GT 1300 Junior (1970)

Geld für Autozubehör sparen? Skoda hat eine ungewöhnliche Idee ...

Alfa Romeo überarbeitet Modellpalette: Mehr Auswahl für Junior und Tonale