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Porsche-Verkäufe sinken weiter, doch der 911 ist beliebter denn je

Neunmonatszahlen bestätigen neuen Fokus auf margenstärkere Sportwagen und Varianten

Porsche 911 Turbo S (2026) im Test
Bild von: Porsche

Porsche hat von Januar bis September 2026 weltweit 178.532 Fahrzeuge ausgeliefert, 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum mit 212.509 Einheiten. Eine Baureihe entzog sich dem Trend jedoch vollständig.

Der 911 legte um 12 Prozent auf 42.217 Auslieferungen zu, während das Gesamtvolumen der Marke weiter zurückging. Genau diese Entwicklung zeigt, wohin sich Porsche künftig bewegt.

Auslieferungen bis September 2026 um 16 Prozent gesunken

2026 Porsche 911 GT3 mit Touring-Paket

2026 Porsche 911 GT3 mit Touring-Paket

Foto: Porsche

Der Cayenne blieb trotz des allgemeinen Rückgangs die meistverkaufte Baureihe von Porsche: In den ersten neun Monaten wurden 59.586 Einheiten ausgeliefert. Das Wachstum des 911 wirkt vor diesem Hintergrund noch deutlicher, da nahezu alle anderen Baureihen verloren haben.

Vorstandsmitglied Matthias Becker bezeichnete die Verschiebung als bewusst gesteuert:

„Unsere Strategie ‚Sportwagenschmiede ’35‘  definiert klar unseren Anspruch für die kommenden Jahre. Porsche hält an seiner Strategie ‚Wert vor Volumen‘ fest. Unser Fokus liegt auf besonders begehrenswerten Sportwagen, attraktiven Derivaten und dem weiteren Ausbau unseres Individualisierungsangebots.“

Er nannte GTS-, Turbo- und GT-Varianten ausdrücklich als jene Versionen, auf die Porsche die Nachfrage konzentrieren will.

Diese Ausrichtung auf exklusive Derivate spiegelt sich auch in den jüngsten Zahlen wider, etwa beim Vergleich der Verkäufe von 911 und Taycan aus dem Frühjahr. Käufer wenden sich der benzinbetriebenen Ikone in einem Tempo zu, das die elektrische Modellpalette bislang nicht erreicht.

Rückgänge in China und Nordamerika

Porsche AG
Auslieferungen

Januar – September
Januar – September
22.492 2025 2026 Differenz
Weltweit 212.509 178.532 -16 %
Deutschland 22.492 20.954 -7 %
Nordamerika 64,446 56.088 -13 %
China 32.195
 
21.493 -33 %
Europa (ohne Deutschland) 50.286 44.949 -11 %
Übersee und Schwellenländer  43.090 35.048 -19 %

China verzeichnete den stärksten regionalen Einbruch: Die Auslieferungen sanken im Jahresvergleich um 33 Prozent auf 21.493 Fahrzeuge. Nordamerika gab um 13 Prozent auf 56.088 Fahrzeuge nach. Trotz des Rückgangs bleibt die Region nach Volumen der größte Markt der Marke.

In Deutschland sanken die Auslieferungen um 7 Prozent auf 20.954 Einheiten, in Europa ohne Deutschland um 11 Prozent auf 44.949. In Übersee- und Wachstumsmärkten ging das Volumen um 19 Prozent auf 35.048 Fahrzeuge zurück. Jede Region bewegte sich damit in dieselbe Richtung.

Parallel zum Volumen ist auch die operative Marge von Porsche eingebrochen. Nach Sondereffekten fiel sie im ersten Halbjahr 2025 auf rund 1,1 Prozent, nach etwa 18 Prozent im Jahr 2023. Dieser Druck durch den Rückgang des operativen Ergebnisses führte nun zu einer umfassenden strategischen Neuausrichtung.

Porsches Antwort ist ein bis 2035 angelegter Plan, der auf dem Prinzip „Wert vor Volumen“ basiert. Der Sportwagenbauer will die Zahl der Modellvarianten um rund 20 Prozent senken und zugleich das Absatzvolumen je verbleibender Variante mittelfristig um etwa 30 Prozent erhöhen. Zudem peilt Porsche einen Break-even-Punkt von weniger als 200.000 Fahrzeugen pro Jahr an. Diese Schwelle soll das Unternehmen profitabel halten, selbst wenn die Auslieferungen nicht mehr auf frühere Höchststände zurückkehren.