Porsche Mission S mit "überwältigendem Feedback": Kunden fragen bereits nach Kaufverträgen
Auf die Serienversion müssen Interessierte jedoch noch lange warten
Porsche scheint einen Nerv getroffen zu haben – zumindest wenn man die ersten Reaktionen auf den Mission S als Maßstab nimmt. Die kürzlich vorgestellte Studie habe laut Finanzvorstand Jochen Breckner bei den Zielgruppen der Zuffenhausener ein "wirklich überwältigendes Feedback" ausgelöst.
Während der Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2026 sagte der Porsche-CFO in dieser Woche, das Interesse am Mission S sei so groß, dass einige potenzielle Kunden bereits nach Unterlagen für Kaufverträge fragten. Es gibt nur ein Problem: Derzeit ist das Auto lediglich ein "Vision Model". Bis daraus ein Serienmodell wird, dürfte also noch einige Zeit vergehen.
"Dieses Auto [Mission S] hat von allen Stakeholdern und Zielgruppen, die wir damit ansprechen wollten, wirklich überwältigendes Feedback erhalten. Aus unserer Sicht ist dieses Vision Model mit Blick auf Design und Markenpositionierung ein sehr guter Beleg für unsere Strategie. Es ist weiterhin ein Vision Model und ein Designmodell, aber es hat wirklich fantastisches Feedback bekommen, und wir sind sehr zufrieden mit den Rückmeldungen, die wir seither erhalten haben", so Breckner.
Porsche Mission S
Nicht nur ein Hypercar, sondern eine Plattform
Der Anfang des Monats in New York vorgestellte Mission S gibt einen Ausblick auf einen neuen Mittelmotor-Supersportwagen, der oberhalb des ikonischen 911 positioniert werden soll. Anders als frühere Spitzenmodelle wie 959, Carrera GT und 918 Spyder soll der Neuzugang kein streng limitiertes Sondermodell werden, sondern dauerhaft Teil des Porsche-Portfolios sein.
Technische Daten, Preise oder einen Zeitplan für die Serienfertigung hat Porsche bislang allerdings nicht genannt. Das deutet darauf hin, dass der Marktstart nicht unmittelbar bevorsteht. Gleichzeitig hat das Unternehmen klargemacht, dass der Mission S mehr ist als ein einzelnes Hypercar: Er dient als Vorschau auf eine neue Plattform, aus der mehrere Fahrzeuge hervorgehen könnten.
Auch wenn manche darin nur eine Designstudie sehen mögen, ist der Mission S ein Hinweis auf größere Pläne. Porsche hält sich bei den technischen Daten noch bedeckt, hat aber bereits sehr deutlich gemacht, dass das Auto einen Verbrennungsmotor bekommen wird. Der Grund ist einfach: Die Marktforschung des Unternehmens zeigt, dass die wohlhabendsten Käufer kein Interesse an einem elektrischen Supersportwagen haben.
Porsche Mission S
Mission S als Handschalter?
Die erwähnte Plattform wird so ausgelegt, dass sie auch ein manuelles Getriebe aufnehmen kann. Ein Handschalter dürfte jedoch nur kommen, wenn die Nachfrage groß genug ist – was aus Enthusiastensicht zu hoffen wäre. Beim Motor hält sich Porsche alle Optionen offen und prüft sowohl einen reinen Verbrenner als auch einen Hybridantrieb. Gerüchte über einen Achtzylinder-Boxermotor halten sich hartnäckig, offiziell ist aber nichts, solange Zuffenhausen es nicht bestätigt.
Immerhin berichteten einige Besucher der Premiere in New York, das Auto habe auffällig nach einem Boxermotor geklungen. In jedem Fall hatte es definitiv einen Verbrennungsmotor an Bord – was bei Konzeptfahrzeugen eher ungewöhnlich ist, weil sie sich auf der Bühne häufig mit kleinen Elektromotoren bewegen.
Bis der Mission S tatsächlich in Serie geht, werden wir uns dennoch gedulden müssen. Wie lange? Breckner sagte: "Das wird alles einige Zeit dauern." Das deutet darauf hin, dass Kundenauslieferungen frühestens gegen Ende des Jahrzehnts beginnen – oder womöglich noch später.
Weniger Autos, höhere Margen
Der Mission S passt in Porsches deutlich größere Strategie, sich weiter nach oben im Markt zu bewegen und mit weniger Fahrzeugen mehr Geld zu verdienen. Der deutsche Sportwagenbauer will seinen Break-even-Punkt auf weniger als 200.000 Auslieferungen pro Jahr senken und setzt zunehmend auf extrem teure, hoch exklusive Modelle statt auf reines Volumenwachstum.
In diese Richtung arbeitet auch Porsches Sonderwunsch-Abteilung: Sie entwickelt bereits 15 Einzelstücke, deren Preise von knapp zwei Millionen bis rund 15 Millionen US-Dollar reichen. Künftige Topmodelle könnten zudem mehr als dreimal so viel kosten wie ein 911-Basismodell.
Die Strategie geht über maßgeschneiderte Einzelanfertigungen hinaus. Porsche prüft außerdem limitierte "Few-off"-Modelle und verlangt für die Restaurierung eines Carrera GT bis zu 800.000 US-Dollar – ohne den Preis des Fahrzeugs selbst. Das Ziel ist klar: weniger Autos verkaufen, aber mit jedem einzelnen mehr verdienen – und wohlhabenden Kunden zusätzliche Gründe geben, in Stuttgart ein kleines Vermögen auszugeben.
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