Citroën e-C3 Van (2026): Malocher mit Software-Macken im Test
Ein günstiges Elektroauto für Diesntleister? Der Franzose bietet viel Reichweite für seinen Preis, kämpft aber mit Macken
Früher machte es sich VW bei Lieferdiensten einfach: Man riss aus dem Golf alles Unnötige heraus, schraubte ein Trenngitter ins Heck, lackierte ihn gelb und fertig war das Postauto. Genau in diese Kerbe schlägt nun der Citroën e-C3 Van.
Wer ein Elektroauto sucht, dem normale Kastenwagen zu groß sind, findet hier einen echten Trumpf. Die Franzosen machen aus einem der günstigsten Stromer auf dem Markt einen echten, bodenständigen Arbeiter. Die kuschelige Rückbank fliegt gnadenlos raus, stattdessen gibt es eine völlig ebene Ladefläche, eine massive Trennwand direkt hinter den vorderen Sitzen und ein schützendes Gepäckgitter für die Sicherheit.
Den Vortrieb im Citroën e-C3 Van übernimmt der aus dem Pkw bekannte Frontmotor mit 83 kW (113 PS). Als Energiequelle dient wahlweise eine 30- oder 44-kWh-Batterie, die laut Papier eine Reichweite von bis zu 322 Kilometern ermöglicht. Für den städtischen Alltag von Pflegediensten oder Pizzaboten ist das absolut ausreichend.
Geschickte Tarnung und solides Volumen
Von außen tarnt sich der kleine Kasten verdammt geschickt. Die Karosserie bleibt mit fünf praktischen Türen, robusten Hartplastik-Radläufen und einer kompakten Länge von 4,02 Metern völlig identisch zur normalen Pkw-Version. Im Heck warten ordentliche 1220 Liter Stauraum, sofern man die etwas stur verschraubte Ladeabdeckung ausbaut.
Belässt man sie im Auto, bleiben immerhin noch 710 Liter. Da die maximale Zuladung auf eher bescheidene 302 Kilo begrenzt ist, taugt er weniger für schwere Maschinenteile. Für Pakete, Blumen oder Werkzeugkisten reicht das aber.
Im dichten Stadtverkehr wieselt der elektrische Van extrem komfortabel um enge Ecken. Die Lenkung ist butterweich – ein echter Segen für Fahrende, die ständig am Rangieren sind. Auf der Landstraße und der Autobahn wird sie angenehm straff, bis zur Höchstgeschwindigkeit von 132 km/h bleibt das Fahrgefühl satt und stabil.
Auch der reale Verbrauch überzeugt: Wir errechneten im Test kombiniert rund 15,0 bis 15,5 kWh auf 100 Kilometern. An der Ladesäule nimmt der Wagen maximal 100 kW entgegen, wobei die Kurve recht schnell abfällt. Ein echter Lademeister ist er nicht.
Der Technik-Teufel steckt im Detail
Weniger schön ist leider der aktuelle Zustand der digitalen Systeme. Der kleinste Citroën leidet unter richtig nervigen Kinderkrankheiten. Im Test fror das Infotainment mehrfach komplett ein, auch die Außenspiegel klappten beim Entriegeln nicht immer zuverlässig aus. Besonders irritierend agierte die Autohold-Funktion.
Sie ließ den Wagen trotz eingelegter Fahrstufe "D" zeitweise langsam rückwärts rollen. So etwas darf im harten Arbeitsalltag einfach nicht passieren. Citroën muss hier zwingend per Software-Update für mehr Stabilität und Sicherheit nachbessern.
Preislich bleibt der Franzose fair und auf dem Teppich. Die Version mit kleinerem Akku startet bei 19.890 Euro, für die große Batterie werden mindestens 23.200 Euro fällig. Extras wie eine Rückfahrkamera kosten 462 Euro und sind angesichts der wirklich miesen Sicht nach hinten fast schon Pflicht. Das nackte Konzept als wendiger, simpler Malocher geht dennoch voll auf. Wenn die Entwickler die nervigen Bugs aussortieren, ist der Van ein konkurrenzloser Geheimtipp für clevere Dienstleister.
Den ausführlichen Testbericht mit allen Eindrücken und Bildern finden Sie auf InsideEVs.de.
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