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Bugatti Destrier: eine rollende Skulpur auf Basis des Bolide-Track-Car

1,00 Meter flach, 1.600 PS, W16: Bugatti Destrier auf Bolide-Basis, Sapphire Celeste, Debüt bei der Monterey Car Week 2026

Bugatti Destrier
Bild von: Bugatti

Der Bugatti Bolide ist eine der radikalsten Maschinen, die je aus Molsheim gekommen sind. Mit 1.600 PS, einem Leergewicht von nur 1.406 Kilogramm und einer Höchstgeschwindigkeit von 380 km/h wurde er mit nur einem Ziel entwickelt: die Rennstrecke zu dominieren.

Nun hat Bugatti diese extreme Basis genommen und etwas völlig anderes daraus gemacht. Statt Jagd auf Rundenzeiten zu machen, verwandelte das Unternehmen den Bolide in einen eleganten One-off-Hypercar, bei dem die Handwerkskunst klar im Mittelpunkt steht.

Das ist der Bugatti Destrier, die dritte Einzelanfertigung aus Bugattis ultraexklusivem Programme Solitaire nach dem Brouillard und dem FKP Hommage. Während diese Fahrzeuge von konkreten Geschichten und Momenten aus Bugattis Historie inspiriert waren, dreht sich beim Destrier alles um Emotion. Und er sieht schlicht atemberaubend aus.

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Bugatti Destrier

Foto von: Bugatti

Eine andere Interpretation des Bolide

Der Destrier trägt seinen Namen nach einem geschätzten Streitross, das im Mittelalter von Rittern geritten wurde. Aufbauend auf dem Kohlefaser-Monocoque des Bolide misst der Destrier lediglich 1,00 Meter in der Höhe und ist damit der niedrigste Bugatti aller Zeiten.

Seine gewaltigen 20-Zoll-Räder vorn und 21-Zoll-Räder hinten füllen die Karosserie satt aus, während das vereinfachte Design auf die aggressiven Flügel und Aerodynamik-Anbauten des Bolide verzichtet und stattdessen eine deutlich klarere Silhouette schafft.

Die Karosserie interpretiert Bugattis charakteristische C-Linie neu. Sie verläuft entlang der Fahrzeugseite, verschwindet hinter dem vorderen Radlauf und verbindet sich anschließend wieder mit dem breiteren Hufeisengrill. Die Front wirkt eleganter als das aggressive Gesicht des Bolide, während das Heck einen dezent integrierten Flügel trägt, inspiriert vom formschönen Bugatti Chiron Profilée.

Bugatti Destrier
Bugatti Destrier
Bugatti Destrier
Foto von: Bugatti
Fotos von: Bugatti

Am eindrucksvollsten ist beim Destrier jedoch seine Form. Die Kabine sitzt tief zwischen den vorderen Kotflügeln, und direkt hinter den Türen verjüngt sich die Karosserie nach innen, bevor sie sich über den Hinterrädern wieder stark ausweitet. So entstehen überzeichnete Proportionen, die wirken, als stammten sie direkt aus einer frühen Konzeptskizze.

Laut Bugattis Designchef Frank Heyl gilt: „Den Destrier versteht man nicht mit dem Kopf; man fühlt ihn mit dem Herzen.“

Bugatti erklärt, die Inspiration stamme vom legendären Bugatti Type 57, der sowohl als Grundlage für die in Le Mans siegreichen Type-57G-Tank-Rennwagen als auch für den ikonischen Bugatti Type 57SC Atlantic diente. Eine Plattform brachte zwei völlig unterschiedliche Ikonen hervor – Destrier und Bolide folgen derselben Idee.

Lack in Sapphire Celeste und ein maßgeschneiderter Innenraum

Der Destrier ist in einer speziell entwickelten Farbe namens Sapphire Celeste lackiert, einem tiefen Blauton mit diamantähnlichen Partikeln, die der Karosserie einen besonderen Glanz verleihen. Polierte Aluminiumdetails und getönte Kohlefaser-Elemente runden den Auftritt ab.

Die Farbe ist zugleich eine Hommage an Bugattis Vergangenheit. Eines der berühmtesten Exemplare des Type 57SC Atlantic, das Chassis 57591, trug ursprünglich einen ähnlichen Blauton, bevor es später schwarz lackiert wurde.

Im Innenraum entfernt sich Bugatti noch weiter vom puristischen Renncockpit des Bolide. Statt sichtbarer Kohlefaser und motorsporttypischer Materialien wirkt das Interieur des Destrier eher wie das Atelier eines Luxusschneiders.

Bugatti Destrier
Foto von: Bugatti
Bugatti Destrier
Fotos von: Bugatti

Der Innenraum kombiniert warmes braunes Leder und Nubuk mit einem individuell entwickelten 3D-gestrickten Textil, in das Kupferfäden in einem kreisförmigen Halo-Muster eingearbeitet sind. Inspiriert von Haute Couture und funktioneller Sportbekleidung erzeugt das Material im gesamten Innenraum eine nahtlose, handgefertigte Anmutung.

Weitere Details sind gehämmerte Aluminiumoberflächen an Lenkradnabe, Türgriffen, Luftausströmern und Einstiegsleisten. Damit zitiert Bugatti die handgefertigte Rüstung des mittelalterlichen Ritters, die den Namen des Fahrzeugs inspirierte.

Darunter arbeitet derselbe W16 mit 1.600 PS

Unter der handgefertigten Karosserie sitzt derselbe Motor wie im Bolide: Bugattis quad-turbogeladener 8,0-Liter-W16 mit 1.600 PS.

Doch beim Destrier geht es nicht darum, Rundenrekorde aufzustellen – er soll ein Statement setzen. Und mit nur einem einzigen gebauten Exemplar gelingt dem Bugatti Destrier genau das.

Sein öffentliches Debüt feiert der Einzelgänger während der Monterey Car Week, die am 13. August 2026 beginnt.


Motor1-Fazit: Dass Bugatti den Bolide von einer kompromisslosen Rennstrecken-Waffe in eine rollende Skulptur verwandelt, mag unnötig erscheinen – aber genau darum geht es. Der Destrier existiert, weil jemand sehen wollte, was passiert, wenn man eines der radikalsten Chassis überhaupt nimmt und den Designern freie Hand lässt.