Nein, Ferrari zwingt Stammkunden nicht, den Luce zu kaufen
Marketingchef Enrico Galliera weist die kursierenden Gerüchte zurück: "Das wäre ein Schaden für uns"
Einen Monat nach der Präsentation des viel diskutierten Ferrari Luce, dem ersten Elektroautos aus Maranello, sind die Reaktionen und Spekulationen noch nicht vollständig abgeebbt. Die jüngste, von Bloomberg aufgegriffene Spekulation, drehte sich um die Behauptung, Händler würden Kunden zum Bestellen drängen – aus Sorge, sonst ihren Status als Top-Kunde oder den Zugang zu besonders exklusiven, limitierten Modellen zu verlieren.
Direkt dementiert wird diese Darstellung vom Ferrari-Marketingchef, Chief Marketing Officer Enrico Galliera, als Antwort auf eine Frage der Kollegen von Automoto.it. Der Grund? So einfach wie eindeutig.
Erzwungene Luce-Verkäufe? Ferraris Antwort
"Über den Ferrari-Markt kursieren viele Gerüchte, aber das ist falsch", erklärt Galliera. "Die offizielle Position, die wir von Anfang an klar kommuniziert haben, ist: Der Luce ist für ein anderes Kundenprofil gedacht – nicht dafür, von den bisherigen Stammkunden gekauft werden zu müssen, auch wenn sie das natürlich tun können, wenn sie möchten."
Bildergalerie: Ferrari Luce (2026)
Außerdem, so der CMO, wäre ein solcher Ansatz ein Bumerang für Ferrari. Einerseits würden unzufriedene Kunden zu "bad ambassadors" – also einflussreichen Personen, die dann jedoch eine negative Botschaft der Unzufriedenheit verbreiten.
Andererseits würden verärgerte Kunden ihre Luce nach kurzer Zeit wieder verkaufen wollen. Das könnte den Wert des Modells unter Druck setzen und eine Abwärtsspirale beim Restwert auf dem Gebrauchtwagenmarkt auslösen.
Auf die Frage, wie es bei den Bestellungen beim Luce aktuell aussieht, geht Galliera nicht ins Detail. Er bestätigt jedoch, dass die Realität die Erwartungen des Unternehmens in Bezug auf die Stückzahlen erfülle. Das Verhältnis zwischen neuen und bestehenden Kunden liege dabei im Wesentlichen bei 50:50.
Wie das Gerücht entstand
Laut Bloomberg sei in Teilen des Sammler-Netzwerks die Vorstellung kursiert, nur der Kauf eines Ferrari Luce könne den Weg zu künftigen exklusiven Fahrzeugen ebnen.
Ferrari Luce: Innenraum
Das Wirtschaftsmagazin beruft sich dabei auf Schilderungen verschiedener Investoren und Kunden der Marke, die aus Datenschutzgründen anonym bleiben wollten. Eine dieser Quellen habe berichtet, der Kauf des Luce sei notwendig, um den Status unter den wichtigsten Kunden nicht zu verlieren.
Eine andere Quelle habe dagegen vermutet, dass der Kauf des Luce – oder sogar nur eines regulären Serienmodells – ein erster Schritt sein könne, um künftig Zugang zu One-offs oder Sondereditionen zu erhalten.
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