Motor1 Numbers: Wer baut mehr Autos mit weniger Mitarbeitern?
In der Branche verkaufen einige Unternehmen mit wenigen Mitarbeitern sehr viele Fahrzeuge
Es gibt viele Möglichkeiten, die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens zu beurteilen. Am offensichtlichsten ist ein Blick auf die Gewinne – also darauf, was tatsächlich verdient wird. Das wird häufig über das EBITDA gemessen oder schlicht über das operative Ergebnis beziehungsweise den Nettogewinn.
Daneben gibt es weitere Kennzahlen wie den Verschuldungsgrad, die Entwicklung der Umsätze und – bei Autoherstellern – die Zahl der verkauften, ausgelieferten oder versendeten Fahrzeuge.
Die aktuelle Lage in der Branche zeigt, dass die meisten Hersteller negative Ergebnisse verzeichnen und in der Folge auch versuchen, ihre Belegschaft zu verkleinern – also die Zahl der Beschäftigten.
Im vergangenen Jahr beschäftigten die 40 größten Automobilhersteller weltweit 4,48 Millionen Menschen. Dieser Wert lag damit 0,8 Prozent unter 2024, als es noch 4,52 Millionen Beschäftigte waren. Der leichte Rückgang steht im Kontrast zu den steigenden Verkaufszahlen, passt jedoch zur Verschlechterung der finanziellen Ergebnisse. Damit stellt sich die Frage: Wer produziert mehr mit weniger Personal?
Weniger Personal, mehr Autos
BYD war erneut der weltweit größte Automobilkonzern gemessen an der Zahl der Beschäftigten – mit 869.600 Mitarbeitenden. Gegenüber 2024 ist die Belegschaft um fast 100.000 Personen geschrumpft; dieser Rückgang dürfte auch mit dem intensiven Preiskampf in China zusammenhängen. Trotzdem bleibt die Zahl im Verhältnis zu den im Jahresverlauf verkauften Fahrzeugen sehr hoch: 4,6 Millionen. Rechnerisch entfielen 2025 damit im Schnitt 5,3 Fahrzeuge je Beschäftigtem.
Auffällig ist außerdem: Nicht Toyota (der weltweit größte Autohersteller), sondern der Volkswagen-Konzern war die Nummer zwei nach Beschäftigtenzahl. Zum 31. Dezember 2025 beschäftigte der deutsche Konzern knapp 663.000 Menschen. Wie BYD hat auch VW Personal abgebaut – um 16.000 Beschäftigte. Toyota folgt auf Platz drei mit etwas mehr als 390.000 Mitarbeitenden, rund 6.000 mehr als 2024.
Die größten Arbeitgeber der Autoindustrie weltweit
| Top 5 | Rangliste nach Absatzvolumen | Gesamtzahl der Mitarbeiter |
| BYD | 5 | 869.600 |
| Volkswagen-Konzern | 2 | 662.942 |
| Toyota | 1 | 390.241 |
| Stellantis | 4 | 258.668 |
| Honda | 9 | 194.173 |
Datenstand 31. Dezember 2025, außer Honda mit Stand 31. März 2025.
Die "produktivsten" Belegschaften
Auch wenn es keine echte Produktivitätskennzahl ist: Die Zahl der verkauften Fahrzeuge pro Beschäftigtem gibt einen Hinweis auf die Effizienz der Belegschaft. Im vergangenen Jahr ging diese Spitzenposition an den koreanischen Hersteller Kia.
Laut offiziellen Angaben verkaufte Kia mit 52.000 Beschäftigten weltweit 3,14 Millionen Fahrzeuge. Das bedeutet: Pro Mitarbeiter wurden rechnerisch mehr als 60 Autos verkauft. Ein sehr guter Wert im Vergleich zu Nissan, das eine ähnliche Stückzahl absetzte, dafür aber deutlich mehr Beschäftigte hatte (132.800).
Beim operativen Ergebnis pro Beschäftigtem lag unterdessen Ferrari vorn – mit durchschnittlich 533.600 Euro je Mitarbeiter. Das sind rund 2.000 Euro mehr als die zusammengerechneten Gewinne pro Beschäftigtem der danach folgenden Unternehmen im Ranking: JLR, Toyota, Kia, GM und Tesla.
Wie viele Neuwagen werden pro Beschäftigtem verkauft?
| Top 5 | Verkaufte Einheiten pro Mitarbeiter im Jahr 2025 |
| Kia | 60,3 |
| BAIC | 54,9 |
| Changan | 50,0 |
| Geely | 47,5 |
| Suzuki | 44,5 |
Datenstand 31. Dezember 2025, außer Suzuki mit Stand 31. März 2025.
Wie hoch ist der Umsatz pro Beschäftigtem?
| Betriebsergebnis pro Mitarbeiter im Jahr 2025 | |
| Ferrari | 533.578 Euro |
| JLR | 157.007 Euro |
| Toyota | 106.196 Euro |
| Kia | 103.096 Euro |
| GM | 94.490 Euro |
Zahl der Beschäftigten mit Stand 31. Dezember 2025.
Der Autor des Artikels, Felipe Munoz, ist Analyst mit Schwerpunkt Automobilindustrie und Content Creator von Car Industry Analysis in sozialen Medien.
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