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Nach China-Ban: Polestar gibt US-Markt wehrlos auf

Zwar baut das schwedisch-chinesische Unternehmen Autos inzwischen auch außerhalb Chinas, das Verbot werde dennoch nicht angefochten

Polestar legt keine Berufung gegen US-Verbot ein
Bild von: Jeff Perez / Motor1

Polestar zieht sich offenbar offiziell aus dem US-Markt zurück. Laut einem neuen Bericht des Wall Street Journal werden die Schweden, die zum chinesischen Konzern Geely gehören, die Entscheidung der US-Regierung, künftige Fahrzeugverkäufe zu blockieren, nicht anfechten.

Damit endet faktisch die Präsenz des schwedischen Elektroautoherstellers in einem der größten Automärkte der Welt. Statt gegen die Entscheidung des Handelsministeriums Berufung einzulegen oder rechtlich dagegen vorzugehen, will Polestar seinen Fokus auf andere Regionen verlagern.

"Stattdessen werden wir unsere Investitionen auf Märkte konzentrieren, in denen wir über eine starke Markenposition verfügen und profitables Wachstum erzielen können, mit einem klaren Schwerpunkt auf Europa", sagte Polestar-Sprecher Michael Ofiara dem WSJ.

Ofiara ergänzte, das Unternehmen habe einen "intensiven Dialog" mit US-Behörden geführt und sei zu dem Schluss gekommen, dass ein Einspruch kaum Aussicht auf Erfolg habe. Die Kollegen von Motor1 in den USA haben Polestar um eine offizielle Stellungnahme gebeten.

2023 Polestar 3

Polestar 3 Performance

Foto von: Polestar

Warum Polestar der Verkauf in den USA untersagt wurde

Die Entscheidung des US-Handelsministeriums, Polestar in den USA zu verbieten, geht auf neue Sicherheitsvorgaben für vernetzte Fahrzeuge zurück. Diese Regeln untersagen chinesische Software in internetfähigen Fahrzeugen ab dem Modelljahr 2027.

US-Behörden argumentierten, dass Kameras, GPS-Systeme und andere vernetzte Technologien ein Risiko für die nationale Sicherheit darstellen könnten, wenn sie von ausländischen Gegnern kontrolliert würden. Polestar erklärte, dass dem Unternehmen eine Sondergenehmigung verweigert worden sei, die weitere Verkäufe trotz der neuen Vorschriften ermöglicht hätte.

Volvo, ebenfalls mehrheitlich im Besitz von Geely, erhielt diese Genehmigung Anfang des Jahres, nachdem das Unternehmen dargelegt hatte, wie es mit Fahrzeugdaten und Cybersicherheit umgeht. Warum die beiden Marken unterschiedlich behandelt wurden, wollte das Handelsministerium nicht erläutern.

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Ironischerweise verkauft Polestar in den USA inzwischen keine in China gebauten Fahrzeuge mehr. Der Polestar 2 verschwand dort vom Markt, nachdem Zölle auf in China produzierte Elektroautos in Kraft getreten waren. Der Polestar 3 wird dagegen in South Carolina zusammen mit dem Volvo EX90 gebaut, der in den USA verkauft wird. Der neue Polestar 4 wird in Südkorea produziert.

Der Schritt könnte auch bestehende Besitzer treffen, da Polestars Rückzug die Wiederverkaufswerte voraussichtlich massiv belasten dürfte – insbesondere jetzt, da das Unternehmen seine Restbestände Berichten zufolge mit Rabatten von bis zu 25.000 US-Dollar abverkauft.

Polestars Aus in den USA ist bedeutend, weil es Fragen zur Anwendung der neuen US-Sicherheitsregeln für vernetzte Fahrzeuge aufwirft. Polestar und Volvo teilen sich Eigentümerstrukturen, Technik und sogar Produktionsstätten, dennoch erhielt die eine Marke eine Genehmigung, während die andere ausgeschlossen wurde.