VW verkauft in den USA offiziell keine Handschalter mehr
Mit dem Aus für den Jetta GLI ab 2027 verschwindet dort das manuelle Getriebe
Volkswagen hat bestätigt, dass die Marke nach dem Modelljahr 2026 in den USA keine Fahrzeuge mehr mit Handschaltgetriebe anbieten wird. Für 2027 streicht der Hersteller das Schaltgetriebe im Jetta GLI – damit hat VW in den Staaten kein Modell mehr mit manueller Schaltung.
TFLCar berichtete kürzlich, dass ein neuer Bestellleitfaden für VWs US-Programm 2027 den Jetta GLI nicht mehr mit Handschaltung aufführt. In einem Statement gegenüber der Publikation erklärte ein Sprecher von Volkswagen:
"Als Fahrer und Auto-Enthusiasten schätzen wir Handschalter ebenfalls! Deshalb hat unsere Region sehr hart daran gearbeitet, sie im Programm zu halten – wir wissen, dass das für eine kleine, aber leidenschaftliche Gruppe von Fahrern wichtig ist, die voll involviert sein und selbst die Gänge einlegen möchte. Dennoch ist die weltweite Nachfrage weiter so stark zurückgegangen, dass der Markt das Angebot nicht mehr tragen kann. So schmerzhaft es ist: Diese Realität bedeutet, einige schwierige Entscheidungen treffen zu müssen."
In einer E-Mail an Motor1 teilte der Hersteller mit: "Die Produktion des Jetta GLI mit Handschaltung endet mit dem Modelljahr 2026."
Damit bleibt der auf Enthusiasten zugeschnittene Sportler unter den Kompaktlimousinen für das Modelljahr 2027 nur noch mit dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) erhältlich. Kombiniert wird es weiterhin mit dem bekannten 2,0-Liter-EA888-Turbovierzylinder, der 230 PS und 350 Nm Drehmoment liefert.
Eine aussterbende Art
Das Aus für den handgeschalteten Jetta GLI kommt nur wenige Jahre nachdem der Hersteller die Option bereits bei Golf GTI und Golf R gestrichen hatte – und es ist Teil eines größeren Trends. Die Zahl der Neuwagen, die überhaupt noch mit Handschaltgetriebe erhältlich sind, schrumpft weiter.
Volkswagen Jetta GLI
Für das Modelljahr 2026 sind es in den USA nur noch etwas mehr als 25 Modelle, die diese Getriebeoption anbieten. Einige bezahlbare Alternativen gibt es noch, etwa Honda Civic Si und Mazda MX-5, doch sie stehen unter denselben Marktkräften wie Volkswagen.
Im Automatikland USA mag das einleuchten, doch auch in Europa steht das Schaltgetriebe unter dem Druck von Flottengrenzwerten. Beispiel Golf: Dort rührt man selbst nur noch beim 1.5 TSI mit 116 PS oder 150 PS und im 2.0 TDI mit 116 PS. Das wars.
BMW M3 CS Handschalter für die USA
Das könnte auch erklären, warum Hersteller Patente für künstliche „Handschalt“-Hebel einreichen. Selbst BMW spricht offen über die Zukunft der Handschaltung. Vor wenigen Monaten sagte BMW-M-Chef Frank van Meel: "Das Handschaltgetriebe ergibt eigentlich keinen Sinn", und ergänzte:
„Es wird in Zukunft ziemlich schwierig, komplett neue Getriebe zu entwickeln, weil das Marktsegment sehr klein ist und die Zulieferer nicht besonders daran interessiert sind, so etwas zu machen.“
Wenn das so ist, dürfte die Handschaltung zu einem bezahlbaren Preis nicht mehr lange verfügbar bleiben. Wenn Zulieferer sie nicht mehr in größerem Umfang bauen, steigen die Kosten – was auch erklären könnte, warum Ferrari Gerüchten zufolge das Schaltgetriebe zurückbringen will.
Es ist traurig, dass Volkswagen in den USA sein letztes Modell mit Handschaltgetriebe streicht – überraschend ist es allerdings nicht. Die Nachfrage ist längst nicht mehr so groß wie früher, und unter heutigen Bedingungen gibt es schlicht keinen belastbaren Business-Case, etwas weiterzubauen, das nur noch sehr wenige Kunden wollen. Wer noch einen will, sollte zugreifen – und ihn lange behalten.
Auch interessant
VW Jetta GLI (2026): Motor des Golf GTI im Brasilien-Stufenheck
Lexus ES (2026) im Test: Elektro oder Hybrid - was macht mehr Sinn?
Volkswagen Jetta GLI (2024) im US-Test: Erschwinglicher Spaß
Tatsächlicher Verbrauch: Jaecoo 5 Vollhybrid (2026) im Test
VW Jetta GLI Performance Concept mit 355 PS und 6-Gang-Schaltung
Ferrari bringt vielleicht endlich das Schaltgetriebe zurück
VW bringt vier besondere SEMA-Konzepte nach Las Vegas