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BMW i1: Der Elektro-1er wird wieder Hinterradantrieb haben

Der bestehende Verbrenner-1er mit Frontantrieb wird weitergebaut

BMW i3 (2026) Frontpartie
Bild von: BMW

Nach Jahrzehnten mit Heckantriebsmodellen brach BMW in den 2010er-Jahren mit der Tradition und brachte Fahrzeuge mit Frontantrieb auf den Markt. Zum Ärger vieler Puristen sind inzwischen alle Kompaktmodelle der Marke frontgetrieben – mit Ausnahme des 2er Coupé.

Eine Umstrukturierung am unteren Ende der Modellpalette soll die Heckantriebs-Formel wieder in mehr Baureihen zurückbringen. In München arbeitet man an einer neuen Generation des 1er, bei der die Kraft wieder an die Hinterachse geht – diesmal allerdings ohne Verbrennungsmotor.

Bildergalerie: BMW i3 (2026)

BMWs kleinstes Modell wird in der fünften Generation elektrisch und soll voraussichtlich noch vor Ende des Jahrzehnts erscheinen. Autocar hat von Unternehmensvertretern erfahren, dass der künftige 1er auf einer speziell entwickelten Elektroplattform stehen wird. Das E-Modell bedeutet jedoch nicht das Aus für die Benziner: Der frontantriebsbasierte 1er soll parallel weiterlaufen.

Voraussichtlich i1 genannt, wird der elektrische Kompakt-Hatchback zum Einstiegs-EV der Marke und fungiert als indirekter Nachfolger des ursprünglichen i3 (2013 bis 2022). Warum BMW überhaupt einen elektrischen 1er plant, obwohl es bereits mehrere Mini-Elektromodelle gibt? Weil BMWs kleinster Wagen trotz SUV-Boom ein beliebtes Produkt bleibt. Im vergangenen Jahr wurden weltweit fast 200.000 Exemplare des Hatchbacks verkauft – obwohl der 1er in Nordamerika nicht angeboten wird.

BMW i Vision Circular (2021)

BMW i Vision Circular (2021)

BMW i Vision Circular (2021)

BMW i Vision Circular (2021)

Der BMW i1 kommt 2028

Der i1 kommt vergleichsweise spät: Der elektrische Audi A2 e-tron soll bereits in diesem Jahr erscheinen, und auch Mercedes bereitet eine neue A-Klasse vor. Von den beiden wichtigsten Rivalen wird nur Mercedes zusätzlich Verbrenner beibehalten, um gegen den 1er anzutreten. Wie beim i1 richtet BMW auch das Modell mit Verbrennungsmotor an der Designsprache und der Innenraum-Technik der Neuen Klasse aus – inklusive großem Zentraldisplay und Projektionssystem in die Frontscheibe.

Diese Doppelstrategie kommt bereits beim neuen i3 und beim kommenden 3er zum Einsatz, der in den nächsten Monaten offiziell vorgestellt werden soll. Auch X1 und iX1 im nächsten Jahr sollen zur Neuen-Klasse-Familie stoßen. Ähnlich werden der kürzlich angeteaserte 3er Touring und der i3 Touring innen wie außen auffallend ähnlich auftreten – obwohl sie auf unterschiedlichen Plattformen stehen.

BMW wirbt seit Jahren für das, was der Hersteller "Power of Choice" nennt: Kunden sollen selbst entscheiden können, ob sie einen Verbrenner oder einen elektrischen Antrieb wollen. Unabhängig von der Wahl sollen Käufer die aktuelle Designsprache und die neueste Technologie erhalten – statt für die neuesten Entwicklungen zwangsläufig zu einem EV greifen zu müssen. Entsprechend dürfte der künftige 1er wohl noch ein Facelift erhalten, um ihn optisch näher an den künftigen i1 zu bringen.

Eine derart vielfältige Modellpalette vom unteren bis zum absoluten Spitzensegment zu managen, dürfte logistisch anspruchsvoll sein. BMW traut sich das zu und will Kunden geben, was sie wollen – ob Verbrennungsmotoren oder elektrische Antriebe. Vom 1er/i1 bis hin zum 7er/i7 scheint für jeden etwas dabei zu sein.

Unterm Strich ist es die einzige Strategie, die tatsächlich alle Zielgruppen bedient. Während manche Hersteller früh alles auf Elektromobilität setzten und später feststellen mussten, dass dieser Schritt womöglich verfrüht war, hielt BMW an Verbrennern fest und baute das EV-Programm parallel kontinuierlich aus. Diese Philosophie dürfte sich in das nächste Jahrzehnt fortsetzen – mit einer breiten Mischung aus Modellen mit Verbrennungsmotor und Elektroantrieb.

Naheliegend ist, dass dem neuen 1er/i1 (voraussichtlich 2028) kurz darauf eine Limousinen-Variante folgt – mit der nächsten Generation des 2er Gran Coupé, die vermutlich von einem vollelektrischen i2 flankiert wird.