Der Vision BMW Alpina ist unglaublich schön
Und er hat einen V8. Wenn das die Zukunft von Alpina ist, können wir sie kaum erwarten
Es ist schon ein sehr besonderer Moment heute am Comer See. Beim Concorso d’Eleganza Villa d’Este 2026 schlägt BMW ein neues Kapitel für eine Marke auf, die für viele Enthusiasten schlicht heilig ist. Wir sprechen natürlich von Alpina. Seitdem die Markenrechte von der Familie Bovensiepen an BMW übergegangen sind, ist die Spannung förmlich zu greifen: Wie werden die Münchner mit dem Erbe aus Buchloe umgehen? Die erste Antwort sehen Sie hier.
Und sie fällt unserer bescheidenen Meinung nach sehr überzeugend aus. Sagen Sie Hallo zum Vision BMW Alpina. Sollte die Zukunft von Alpina auch nur ungefähr so aussehen, wie diese Studie, dann können wir sie kaum erwarten.
Vision BMW ALPINA (2026) Concept
Die erste Vision eines Edel-BMW mit Alpina-Logo ist ein 5,20 Meter langes Coupé, das sich vom ganzen Look und der Ausstrahlung relativ unmissverständlich sehr weit oben in der Nahrungskette anmeldet. An Präsenz mangelt es ganz gewiss nicht und das Auto sieht auf den ersten Blick teuer aus - etwas, dass man ja zum Beispiel mit dem aktuellen 8er nie so ganz überzeugend hinbekommen hat. Ein wenig Facelift-7er (der 20 cm länger ist) schimmert auch durch. Möglicherweise liefert dieser auch die technische Basis.
Der Vision BMW Alpina erinnert uns zudem ein wenig an die extrem erfolgreichen Sonderaufbauten respektive Kleinserien BMW Speedtop und Skytop aus dem letzten Jahr. Bovensiepen als Nachfolger des früheren Allgäu-Alpina setzt bei seinem neuen Zagato ebenfalls auf ein Coupé, welches aber mit M4-Basis eine Stufe niedriger angesiedelt ist.
Dass man sich seitens BMW für die Premiere seiner neuen Submarke Alpina ein großes Coupé ausgesucht hat, ist kein Zufall. Es ist eine Verbeugung vor dem legendären Alpina B7 Coupé der späten 1970er-Jahre auf Basis des 6er (E24). Damals wie heute steht die „Shark Nose“ für eine Präsenz, die Dynamik ausstrahlt, ohne laut zu wirken.
Die berühmten Alpina-Deko-Linien sind nicht mehr aufgeklebt, sondern werden nun unter dem Klarlack direkt auf die Flanke aufgebracht. Ebenfalls typisch Alpina: Die vier ellipsenförmigen Auspuffendrohre und die ikonischen 20-Speichen-Räder – letztere in ziemlich gewaltigen Dimensionen von 22 Zoll vorne und 23 Zoll hinten. Die BMW-Niere wird als skulpturales Element neu interpretiert und trägt eine feine Hintergrundbeleuchtung, die erst bei Aktivierung eine Grafik aus Deko-Linien offenbart.
Bildergalerie: Vision BMW ALPINA (2026) Concept
Besonders erfreulich für die Fans: Unter der langen Haube schlägt ein V8-Herz. Wie genau dieses aussieht, verrät man uns noch nicht. Ein reiner Verbrenner oder doch mit irgendeiner Form der Hybridisierung? Noch wissen wir es nicht. Sinn machen für einen derartigen Brocken würde natürlich das Setup aus M5, XM und bald auch dem neuen 7er - sprich: 4,4-Liter-Biturbo-V8-Plug-in-Hybrid mit mehr als 700 PS.
Das Interieur ist unserer Ansicht nach zwiespältig. Das üppige Leder, farblich horizontal geteilt, überzeugt. Insgesamt macht der Innenraum einen geschmackvollen, gediegenen und angemessen luxuriösen Eindruck. Umso mehr nervt das wie aufgesteckt wirkende Bildschirm-Ensemble aus Infotainment- und Beifahrer-Display. Schon klar, das ist eben das Neue-Klasse-Cockpit inklusive Panoramic iDrive, aber dass man die Screens inzwischen überall nur noch lieblos dranklatscht anstatt sie elegant zu integrieren, wirkt gerade im Luxus-Bereich designtechnisch faul.
Zu den Highlights in der Kanzel zählt ein Kristallglas-Set in der Fond-Mittelkonsole mit einer Flasche, die auf Knopfdruck elegant emporgleitet. Außerdem hat man das digitale Interface des Panoramic iDrive farblich und grafisch auf Alpina getrimmt. Die traditionellen Heritage-Farben Blau und Grün intensivieren sich im Head-Up Display beim Wechsel von Comfort+ in den Speed-Modus. Die dargestellte Alpenlandschaft zeigt dabei exakt jene Bergkette, die sich vom Blick von Buchloe aus nach Süden eröffnet.
Es bleibt abzuwarten, wie es für dieses Mega-Coupé weitergeht. Unterdessen ist die Marschrichtung ziemlich klar: Alpina wird zur exklusiven High-End-Marke befördert, die zwischen BMW und Rolls-Royce angesiedelt ist. Das bekräftigte auch der ehemalige BMW-CEO Oliver Zipse in seiner Abschiedsrede.
Das erste "echte" Modell unter der neuen Führung hat BMW nun ganz offiziell für 2027 angekündigt. Erwarten dürfen wir ein Auto "inspiriert von der BMW 7er Reihe, aber unverkennbar BMW
Alpina". Vom nächsten X7 dürfte eine Alpina-Variante ebenfalls fest eingeplant sein. Dass man sich von dort aus auch weiter nach unten in Richtung 5er oder gar 3er orientieren wird, ist eher unwahrscheinlich.
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