Frühes Facelift für Maserati GranTurismo und GranCabrio gesichtet
Maserati steckt in der Krise, dennoch geht das Leben offensichtlich weiter. Was wir schon zur Modellpflege wissen
Die aktuelle Generation des Maserati GranTurismo und seines offenen Pendants GranCabrio ist gerade mal drei Jahre auf dem Markt. Und dennoch schicken die Italiener bereits Prototypen der Facelift-Versionen in den hohen Norden zur Kälteerprobung.
Unsere Erlkönig-Fotografen haben gleich beide Karosserievarianten vor die Linse bekommen: Ein GranCabrio in der Elektro-Version „Folgore“ sowie ein GranTurismo Coupé mit klassischem Verbrenner unter der langen Haube.
Für Fans des Dreizacks dürften diese neuen Bilder eine fast schon beruhigende Wirkung haben. Der Luxushersteller steckt in der Dauerkrise, die letzte Woche präsentierten Zahlen für 2025 sind desaströs. Dennoch gehen die Lichter ganz offensichtlich noch nicht aus, man entwickelt seine Modellpalette weiter. Ob es nicht sinnvoller wäre, am dringend benötigten Levante-Nachfolger oder einem neuen Quattroporte zu arbeiten, anstatt die gerade mal drei Jahre alten Sportwagen zu überarbeiten, darüber kann man sicher trefflich streiten.
Klar scheint hier: An der Front der beiden Autos passiert wohl deutlich mehr als hinten. Die GTs bekommen offenbar eine neu modellierte Frontschürze und eventuell einen leicht veränderten Kühlergrill. Auch am Heck ist ein wenig Tarnfolie zu sehen, was auf Retuschen an den Rücklichtern und dem Diffusor schließen lässt.
Bildergalerie: Maserati GranCabrio Facelift (2026) und Maserati GranTurismo Facelift (2026) Erlkönige
Interessant war die Reaktion der Testfahrer: Sobald unsere Fotografen auftauchten, wurden hektisch Tücher über das Armaturenbrett geworfen. Ein klares Indiz dafür, dass Maserati auch im Innenraum Hand anlegt. Wir erwarten eine Überarbeitung des Infotainmentsystems – möglicherweise mit größeren Screens oder einer veränderten Anordnung der Mittelkonsole.
Um dieses Facelift einzuordnen, lohnt ein Blick auf die Historie der aktuellen Baureihe. Der GranTurismo der zweiten Generation trat 2023 ein schweres Erbe an. Der Vorgänger war über ein Jahrzehnt lang das Gesicht der Marke. Der Neue wagte den Spagat: Er nutzt die „Giorgio Sport“-Plattform, die es erlaubt, sowohl klassische Verbrenner als auch reine Elektroantriebe (Folgore) in derselben Karosserie unterzubringen – ohne Kompromisse beim Design. Die Modellstruktur ist seitdem klar gegliedert:
- Modena: Der Einstieg in die Welt des GranTurismo/GranCabrio.
- Trofeo: Die performance-orientierte Verbrenner-Variante.
- Folgore: Das elektrische Topmodell mit drei Motoren.
Unter der Haube der Verbrenner dürfte sich beim Facelift wenig ändern. Erst vor wenigen Monaten wurde das Portfolio der Modena-Basisversion noch einmal feinjustiert. Hier arbeitet der 3,0-Liter-V6-Biturbo „Nettuno“, der mit Vorkammer-Zündungstechnik aus der Formel 1 glänzt. Er leistet im Modena 360 kW (490 PS). Dass Maserati an diesem technischen Meisterwerk für das Facelift große Änderungen vornimmt, ist unwahrscheinlich. Auch der stärkere Trofeo (bisher 550 PS) dürfte im Programm bleiben.
Anders sieht es beim Folgore aus. Der elektrische GranCabrio-Prototyp auf den Bildern erinnert uns daran, dass Maserati hier bereits beeindruckende Werte liefert: 800-Volt-Technik und eine Systemleistung von 560 kW (761 PS) machen ihn zu einem der schnellsten Cabrios der Welt.
Doch in der Elektromobilität sind drei Jahre eine Ewigkeit. Wir gehen davon aus, dass das Facelift hier vor allem Software- und Effizienz-Updates bringt. Eine optimierte Reichweite (bisher rund 450 km nach WLTP) und vielleicht noch schnellere Ladezeiten könnten auf der Agenda stehen, um gegen die Konkurrenz von Porsche (Taycan Facelift) bestehen zu können.
Dass das Facelift bereits jetzt relativ überschaubar getarnt getestet wird, deutet auf eine Vorstellung Ende 2026 oder Anfang 2027 hin. Wir bleiben dran!
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