Maserati: Menschen haben „ungutes Gefühl“ gegenüber elektrischen Supersportwagen
Der Chefingenieur deutet auf ein reines Verbrenner-Auto mit Schaltgetriebe hin
Es sind einige Monate vergangen, seit Maserati die rein elektrische Version des MC20 gestrichen hat. Grund dafür war laut einem offiziellen Statement gegenüber Motor1, dass die Kunden „sehr daran interessiert sind, kraftvolle Verbrennungsmotoren zu fahren“. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass sich der in Modena ansässige Hersteller nun wieder stärker auf benzinbetriebene Modelle konzentriert.
Davide Danesin, Leiter der Entwicklungsabteilung, sagte gegenüber Autocar, dass manche Menschen ein „ungutes Gefühl“ gegenüber batterieelektrischen Supersportwagen hätten. Dieses Empfinden dürfte sich allerdings auf die meisten leistungsorientierten Fahrzeuge erstrecken – von günstigen Kompaktsportlern bis hin zu siebenstelligen Hypercars. Danesin räumte ein, dass „es noch Kunden gibt, die nach rein mechanischen Autos suchen“ – was auch daran abzulesen sei, dass viele Käufer kein Interesse an einer elektrischen Variante des MC20 hatten.
Ein zentraler Kritikpunkt liegt in der zusätzlichen Technik, die E-Autos benötigen. Sie macht die Fahrzeuge komplexer, schwerer und bringt eine Reihe an Nachteilen mit sich. Daher verfolgt Maserati nun einen klaren Plan: den Kunden das zu geben, was sie wollen – ein unverfälschtes Verbrenner-Erlebnis mit dem hauseigenen Nettuno-V6. Und vielleicht sogar mit einem Comeback des Schaltgetriebes.
Seit Mitte der 2000er-Jahre hat Maserati keine Modelle mehr mit drei Pedalen verkauft. Doch Danesin hält eine Handschaltung bei einer Kleinserie für durchaus realistisch: „Wenn man ein rein mechanisches Auto baut, dann ergibt ein mechanisches Getriebe mit Schaltknauf Sinn. Es passt perfekt zu unserer Philosophie und Denkweise. Ich glaube ehrlich gesagt, dass wir das eines Tages machen werden.“
Santo Ficili, CEO von Alfa Romeo und Maserati, betonte kürzlich, dass die beiden Marken in Zukunft enger zusammenarbeiten werden. Er deutet sogar ein gemeinsam entwickeltes Verbrenner-Supercar an. Eine solche Kooperation würde auf dem 33 Stradale aufbauen, bei dem bereits Teile des Carbon-Monocoques sowie der vorderen und hinteren Aluminium-Hilfsrahmen vom MC20 übernommen wurden.
Autocar spekuliert, dass ein Maserati-Supersportwagen auf dem GranTurismo basieren könnte – mit einer weiterentwickelten Version des 3,0-Liter-Biturbo-V6, der mehr leisten würde als die 630 PS im MC20 und dessen Nachfolger MCPura. Diese Mehrleistung käme wohl ohne elektrischen Zusatzantrieb zustande.
Ein entsprechendes Alfa-Romeo-Modell sei ebenfalls in Planung. Das würde helfen, Skaleneffekte zu erzielen und die Wirtschaftlichkeit des Projekts zu verbessern. Marketingchef Cristiano Fiorio stellte jedoch kürzlich klar, dass ein Nachfolger des 33 Stradale nicht überstürzt kommen werde. Der Fokus liege derzeit auf volumenstärkeren Modellen.
Man sollte den Herstellern keinen Vorwurf machen, wenn sie ihre Ressourcen in Hybride und Elektroautos stecken. Die immer strengeren Emissionsvorgaben machen es zunehmend schwer, Investitionen in rein benzinbetriebene Sportwagen zu rechtfertigen – vor allem bei Modellen mit großvolumigen Motoren. Ein weiteres Problem ist die hohe Besteuerung von reinen Verbrennern in vielen Ländern, besonders in Europa.
Ein kurioses Beispiel: In Irland kostet ein BMW M3 rund 17.350 Euro mehr als ein M5 – weil Letzterer als Plug-in-Hybrid auf dem Papier geringere Emissionen aufweist.
Quelle: Autocar
Auch interessant
Maserati: Das Dreizack-Logo wird 100 Jahre alt
Bentley Flying Spur: Zweites Facelift am Nürburgring erwischt
Frühes Facelift für Maserati GranTurismo und GranCabrio gesichtet
Kommt der Lamborghini Temerario Sterrato? So könnte er aussehen
Maserati im Abwärtsstrudel: Verkaufszahlen immer besorgniserregender
Pleos: Der Hyundai-Konzern zeigt sein neues Infotainmentsystem
Maserati: Alle Neuheiten 2026 im Überblick