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Luxus trifft Minimalismus: Dovra RIG-S (2025)

Schlicht, schick und schwindelerregend teuer

Dovra RIG-S (2025)
Bild von: Dovra

Ein dezenter Luxus-Campingbus, der Understatement zur Tugend macht: Mit der neuen RIG-S-Baureihe bringt der schwedische Ausbauer Dovra eine stilvolle Alternative zum Offroad-orientierten Rig-X auf die Sprinter-Plattform. Die beiden Varianten Rig S-610 und Rig S-750 zielen auf unabhängige Reisen mit maximalem Komfort, abseits von Klappstuhl-Romantik und Zeltplatz-Protzerei.

Zurückhaltender, aber keineswegs einfacher: Der Rig-S will nicht auffallen, sondern überzeugen. Statt martialischem Auftritt bietet er ein stilvolles Interieur, clevere Technik und auf Wunsch bis zu 7,50 Meter Länge. Damit bleibt genug Raum für Komfort, ohne dass das Fahrzeug gleich zum rollenden Showroom verkommt.

Bildergalerie: Dovra RIG-S (2025)

Technisch basiert der Rig-S auf dem Mercedes Sprinter und ergänzt das Portfolio von Dovra um zwei neue Varianten. Anders als beim eher martialischen Rig-X geht es hier betont unaufgeregt zu. Die Rig-X610 und X750 richten sich mit Allradantrieb, grobstolliger Bereifung und Dachträgern samt Reserveradhalter klar an Expeditionstypen mit Lust auf Schotterpisten und Schneefahrten.

Dovras neue Baureihe folgt dem Prinzip: Zurückhaltung mit Substanz. Keine dekorative Effekthascherei, sondern durchdachte Funktionalität in Form und Ausstattung. Die klare Linienführung im Innenraum, massive Materialien und smarte Stauraumlösungen zeigen, dass Verzicht nicht gleichbedeutend mit Verlust ist. Statt vieler Klappen und Einbauten, die mehr versprechen als sie halten, konzentriert sich Dovra auf langlebige Qualität und Wohnlichkeit.

Dovra RIG-S (2025)
Bilder von: Dovra
Dovra RIG-S (2025)

Angeboten wird der Rig-S in zwei Längen: 610 und 750 Zentimeter. Beide setzen auf den Sprinter mit Hinterradantrieb, 190-PS-Turbodiesel und 9G-Tronic-Automatik. Allrad? Fehlanzeige. Wozu auch, wenn man stattdessen ein Schlafzimmer bekommt, das den Vergleich mit Boutique-Hotels nicht scheuen muss.

Im Heck des S 610 wartet ein großes Längsbett über dem Stauraum, der S 750 bietet sogar ein abgetrenntes Schlafzimmer samt großzügiger Nasszelle mit separater Dusche. Die Optik bleibt bei aller Funktionalität stets zurückhaltend. Außen dominieren glatte Flächen, kaum Fenster, kein sichtbares Camping-Chichi. Innen setzen die Schweden auf massive Holzoberflächen, Metallbeschläge und wahlweise Leder- oder Stoffpolsterung. 

Dovra RIG-S (2025)
Bild von: Dovra

Technisch spielt der Rig-S in der Oberliga: Die Stromversorgung erfolgt über ein Victron-Lithiumsystem mit 2×200 Ah, 3.000-Watt-Wechselrichter und 400-Watt-Solarpaket, gespeist von Solarpanels auf dem Dach. Wechselrichter und Ladebooster verstehen sich von selbst, genauso wie die Alde-Warmwasserheizung (wahlweise Diesel oder Gas) und eine Truma Aventa Compact Klimaanlage.

Gekocht wird mit Induktion, gespült mit Warmwasser aus dem 100-Liter-Tank. Das Ganze lässt sich über ein eigenes Smart-Control-System steuern, inklusive App-Anbindung. Auch WLAN mit interner und externer Antenne ist serienmäßig an Bord. Das verbaute Clesana-WC funktioniert wasserlos, chemiefrei und nahezu geruchsfrei.

Dovra RIG-S (2025)
Bilder von: Dovra
Dovra RIG-S (2025)

Besonders stolz ist Dovra auf die Isolation. Hier kommen Materialien wie Armaflex XG zum Einsatz, dazu ein aufwendig entkoppelter Bodenaufbau. Ziel: ganzjähRige Nutzung ohne Hitzestau oder Frostbeulen. In Verbindung mit dem durchdachten Stauraumkonzept soll der Rig-S damit auch für Langzeitreisen oder mobiles Arbeiten taugen.

Günstig ist das alles nicht. Los geht es bei rund 230.000 Euro. Viel Geld für einen Kastenwagen, aber eben auch viel Substanz. Statt für Instagram-Filter wurde das Auto für echte Etappen gebaut. Statt Palmenstrand mit Latte Macchiato geht es hier eher um Fjorde mit Mückenspray. Selbst die Verzichtserklärung auf Allradantrieb wird durch die perfekte Gewichtsverteilung und die wintertaugliche Isolierung fast schon nebensächlich.

Wer nicht auf Allradantrieb verzichten will, findet spannende Alternativen, auch jenseits von Dovra: Der Adventure Pro auf Mercedes Sprinter bringt Offroad-Kompetenz und Dachzeltoption mit, der Sunlight Cliff 4x4 Greentrek punktet mit kompakten Maßen und markanter Beklebung, und der Adria Supertwin 4x4 kombiniert Einzelbetten mit 4x4-Antrieb und luxuriösem Innenraum.