Zum Hauptinhalt springen

Stellantis gibt Wasserstoff auf: 'Nischensegment'

Es gebe "keine Aussicht auf wirtschaftliche Nachhaltigkeit auf mittlere Sicht"

Opel Vivaro Hydrogen (2025)
Bild von: Opel

Viele Menschen haben von Anfang an Wasserstoff im Pkw nur als ein Hirngespinst betrachtet. Doch einige Automobilhersteller haben darauf bestanden (und tun es zum Teil immer noch), dass es eine Zukunft für Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzellen anstelle von sperrigen Batterien gibt.

Stellantis war entschlossen, Wasserstoff im Bereich der Nutzfahrzeuge zu verfolgen, aber die Investitionen in diese Technologie sind nun abrupt zu einem Ende gekommen. Man erkannte, dass erhebliche Investitionen notwendig wären. Geld, welches der neue Stellantis-CEO wohl lieber an anderer Stelle einsetzen will.

Selbst wenn das Unternehmen die Bemühungen nicht aufgegeben hätte, hätten die Kunden weltweit immer noch mit einer stark unterentwickelten Betankungsinfrastruktur zu kämpfen gehabt. Der Automobilkonzern glaubt auch, dass die Regierungen mehr Anstrengungen hätten unternehmen sollen, um diesen Bereich zu fördern und die Preise für die Verbraucher zu senken.

<p>Opel Vivaro Hydrogen 2025</p>

Opel Vivaro Hydrogen 2025

Bild von: Opel

Am Ende des Tages bleibt "der Wasserstoffmarkt ein Nischensegment" und es gibt "keine Aussichten auf mittelfristige wirtschaftliche Nachhaltigkeit". Nicht nur beendet Stellantis sein Wasserstoffentwicklungsprogramm, sondern es gibt auch Pläne auf, dieses Jahr wasserstoffbetriebene Transporter auf den Markt zu bringen. Neue Modelle aus der Pro One-Nutzfahrzeugsparte sollten diesen Sommer in Produktion gehen, doch das wird nicht mehr geschehen.

Der Plan war, mittelgroße Transporter in Hordain, Frankreich, und große Lieferwagen in Gliwice, Polen, zu bauen. Der Silberstreif am Horizont ist, dass Stellantis verspricht, die Belegschaft in den Werken, die die Wasserstoff-Nutzfahrzeuge herstellen sollten, nicht zu reduzieren. Zudem wird das Forschungs- und Entwicklungsteam andere Projekte verfolgen, die nichts mit Brennstoffzellen zu tun haben.

Anfang 2024, als Stellantis noch auf Wasserstoff setzte, hieß es, es werde acht mittelgroße und große Wasserstoff-Vans mit Brennstoffzellen geben: Citroën ë-Jumpy und ë-Jumper, Fiat Professional E-Scudo und E-Ducato, Opel/Vauxhall Vivaro und Movano sowie Peugeot E-Expert und E-Boxer.

Während Stellantis das Handtuch wirft, bleibt Toyota langfristig dem Thema Wasserstoff verpflichtet. Neben der Verbesserung der Brennstoffzellen mit einer kommenden dritten Generation experimentiert das Unternehmen auch mit Verbrennungsmotoren, die mit Wasserstoff betrieben werden. Der größte Automobilhersteller der Welt hilft BMW, sein erstes Großserien-Wasserstoffauto 2028 auf den Markt zu bringen, möglicherweise ein SUV basierend auf der nächsten Generation des X5.

<p>Hyundai Nexo 2026</p>

Hyundai Nexo 2026

Bild von: Hyundai

Hyundai gibt ebenfalls nicht auf. Kürzlich wurde der neue Nexo-Crossover vorgestellt, und das Unternehmen sieht eine Zukunft für Brennstoffzellen-LKWs wie den Xcient.

Honda hat ein Brennstoffzellenmodul der nächsten Generation, das ab 2027 in Massenproduktion gehen wird und 50 % niedrigere Produktionskosten sowie mehr als die doppelte Haltbarkeit seines Vorgängers bietet. Der japanische Automobilhersteller hat außerdem ein Joint Venture mit General Motors, genannt Fuel Cell Systems Manufacturing LLC. Eine große FCSM-Anlage, die sich in Brownstown, Michigan, befindet, stellt Brennstoffzellen her, die entweder an Honda oder die Hydrotec-Division von GM verkauft werden.

Und was ist mit Volkswagen? Der ehemalige CEO Thomas Schäfer erklärte auf der CES 2023, dass die Technologie für Personenkraftwagen, zumindest in absehbarer Zukunft, nicht machbar sei: "Es ist nicht wettbewerbsfähig, besonders nicht für Personenkraftwagen, die Tanks nehmen Platz im Innenraum ein. Vielleicht für Nutzfahrzeuge, aber nicht im Pkw. Ich sehe das in diesem Jahrzehnt nicht bei Volkswagen."

Alpine Alpenglow 24H Le Mans 2025

Alpine Alpenglow 24H Le Mans 2025

Bild von: Motor1.com

Sogar Renaults Nischenmarke Alpine glaubt, dass Wasserstoff in der Sportwagenwelt einen Platz hat, indem sie uns mit einem Supersportwagen ködert, der von einem wasserstoffbetriebenen, Biturbo-3,5-Liter-V6 angetrieben wird. Renault selbst hat ein Konzept für einen Heckantriebs-Emblème-Kombi mit Brennstoffzelle und einer aufladbaren Batterie entwickelt.

Doch egal, wie weit sich die Brennstoffzellentechnologie entwickelt, ohne eine geeignete Betankungsinfrastruktur werden diese Bemühungen vergeblich sein. Doch Wasserstoff-Tankstellen bedürfen in Deutschland aufwendiger Genehmigungsverfahren und sind teuer. Zudem erscheint es bei Pkw sinnvoller, den zur Herstellung von Wasserstoff benötigten Strom direkt in Elektroautos zu "tanken".