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Mini Cooper JCW (2025) : Von der Straße auf das 24H-Podest

Der Mini John Cooper Works von Bulldog Racing rockte die Nordschleife und fuhr in seiner Klasse auf das Podium.

Mini John Cooper Works Bulldog Racing im 24h-Rennen auf dem Nürburgring 2025
Bild von: Mini

Ein Mini rockt die "Grüne Hölle". Zugegebenermaßen eine recht reißerische Headline, aber da ist tatsächlich etwas dran, denn der Mini JCW von Bulldog Racing trat bei den 24h auf dem Nürburgring gegen scheinbar übermächtige Konkurrenz an und schaffte es trotzdem auf das Podest seiner Klasse. Wir haben mal geschaut, was dahinter steckt.

Der Mini John Cooper Works von Bulldog Racing ist alles andere als ein gewöhnlicher Kleinwagen, den man sich brav auf dem Supermarktparkplatz vorstellt. Bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring 2025 stand er als echtes Rennsportgerät am Start, mit kräftiger Werksunterstützung im Rücken und einem klaren Ziel: zeigen, dass der Kleine nicht nur optisch auffällt, sondern auch in der Grünen Hölle bestehen kann.

Mini John Cooper Works Bulldog Racing 24h Nürburgring

Der Renn-Mini basiert auf dem Serien-JCW

Bild von: Mini

Von der Idee zum Podest

Entstanden ist das bemerkenswerte Projekt übrigens aus dem frommen Wunsch eines Fahrers, einmal mit einem Mini de berühmten 24 Stunden zu bestreiten. Daraus ist ein ziemlich professionelles Unternehmen geworden, in dem mittlerweile nicht nur das Werk, sondern mit Charly Cooper sogar der Enkel des legendären John Cooper involviert ist. Charly fährt normalerweise auch den Renn-Mini, musste diesmal aber aufgrund einer Verletzung pausieren.

Der Renn-Mini war ein Gemeinschaftswerk von MINI John Cooper Works, Bulldog Racing und einem Ingenieurteam aus München, das vor Ort nicht nur Daten sammelte, sondern aktiv die Arbeit der Mechaniker unterstützte. Diese technische Rückendeckung war kein Selbstzweck. Die bei diesem knallharten Einsatz gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung des Serienmodells ein. Die Nürburgring Nordschleife im Rennbetrieb als Versuchslabor – härter lässt sich ein Auto nicht testen.

Bildergalerie: Mini John Cooper Works Bulldog Racing 24h Nürburgring

Die Zusammenarbeit ging aber noch weiter. Für den Renneinsatz mussten diverse Assistenzsysteme adaptiert oder ganz ausprogrammiert werden. Dinge wie Airbags oder Spurhalter sind auf dem Racetrack nunmal nicht nötig. Hier half die werksseitige Technikabteilung tatkräftig mit.

Seriennah, aber mit feinster Renntechnik

Optisch machte der kleine Racer schon vor dem Start klar, dass er kein Mauerblümchen sein wollte. Deus Ex Machina steuerte eine exklusive Folierung bei, die zusammen mit den original John-Cooper-Works-Parts wie Dachkantenspoileraufsatz, Front- und Heck-Winglets sowie der Blende für die C-Säule für einen Auftritt sorgte, der dem Mini mehr als nur Stil bescheinigte. Diese Teile sind allesamt übrigens auch für jeden "normalen" Minifahrer im Zubehörshop erhältlich.

Mini John Cooper Works Bulldog Racing 24h Nürburgring
Mini John Cooper Works Bulldog Racing 24h Nürburgring
Mini John Cooper Works Bulldog Racing 24h Nürburgring
Bilder von: Mini

Dort nicht zu finden sind die speziellen Rennsport-Teile, mit denen der Mini fit für die Nordschleife gemacht wurde. Das Rennsportfahrwerk stammt von Spezialist KW. Hier wird tatsächlich auch an eine Version für die Straße nachgedacht. Rennsportexklusiv sind die FIA-Sicherheitszelle, der Motorsport-Sicherheitstank und der riesige Heck-Diffusor, der für Anpressdruck sorgt. Im Inneren des JCW wurde alles ausgeräumt, was nicht unbedingt nötig ist. Dafür zogen eine Rennsitzschale und ein Sportlenkrad ein. Zudem sorgt eine Rennbremsanlage von AP Racing für extreme Verzögerungswerte, die vom serienmäßigen ABS im Zaum gehalten werden.

Hartes Rennen mit glücklichem Ende

Doch der Auftakt ins Rennen verlief alles andere als optimal. Die hohen Außentemperaturen setzten dem Thermomanagement des Motors mächtig zu. Die Folge: stark gedrosselte Leistung und ein zäher Beginn, der das Team direkt in die Defensive zwang. Gerade in der Anfangsphase, in der es darum ging, sich im Getümmel des über 130 Autos starken Feldes zu positionieren, war das ein klarer Nachteil.

Bildergalerie: Mini John Cooper Works Bulldog Racing im 24h-Rennen auf dem Nürburgring 2025

Als wäre das nicht genug gewesen, kam am Samstagnachmittag der nächste Rückschlag: Ein Stromausfall im gesamten Fahrerlager legte die Veranstaltung lahm. Für gut zwei Stunden stand alles still – eine Unterbrechung, die den Rhythmus des Teams erneut durcheinanderwirbelte. Erst gegen 19:45 Uhr ging es weiter. Doch genau ab diesem Moment zeigte der Mini, was in ihm steckt. Mit vollem Fokus und starker Teamleistung startete Bulldog Racing eine beeindruckende Aufholjagd. Über 60 Plätze machte der Mini im Gesamtklassement gut – ein Beleg für die Ausdauer des Autos und das Können der Fahrer.

Im Cockpit wechselten sich Samantha Tan, Toby Goodman, Sebastian Sauerbrei und Markus Fischer ab. Besonders bemerkenswert: Sebastian Sauerbrei ist hauptberuflich Entwicklungsfahrer bei MINI. Er kennt das Auto in- und auswendig, was sich nicht nur bei der Feinabstimmung im Vorfeld auszahlte, sondern auch im Rennen selbst. Die Präzision und Souveränität, mit der das Quartett durch die Nacht und den Sonntag fuhr, war beeindruckend.

Mini John Cooper Works Bulldog Racing im 24h-Rennen auf dem Nürburgring 2025
Bilder von: Mini
Mini John Cooper Works Bulldog Racing im 24h-Rennen auf dem Nürburgring 2025

Fahrer Markus Fischer setzte den sportlichen Glanzpunkt: Mit einer Rundenzeit von 10:02 Minuten unterbot er seine eigene Bestmarke aus dem Vorjahr und zeigte, dass der Mini nicht nur zuverlässig, sondern auch verdammt schnell ist. Trotz der anfänglichen Probleme mit der Motorleistung kämpfte sich das Team am Ende auf Platz zwei der SP3T-Klasse und errang zum. dritten Mal in Forle ein Podium, nach dem Klassensieg 2024 und dem zweiten Platz 2023. Damit schrieb der Mini seine Erfolgsgeschichte am Ring fort.

Härtetest zweimal rund um die Uhr

Mehr als 2.700 Kilometer spulte der Mini im Laufe der 111 Runden ab. Keine nennenswerten technischen Defekte, keine Ausfälle – ein Beweis für die Robustheit des Konzepts. Obwohl in der Klasse SP3T deutlich stärkere und schnellere Fahrzeuge am Start waren, setzte sich der zuverlässige und konstante Mini am Ende durch. Dass bei dieser Gelegenheit auch das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine perfekt funktionierte, machte das Wochenende komplett.

Den Gesamtsieg im 24h-Rennen holte sich übrigens die BMW-Truppe von Rowe Racing mit dem einzigen angetretenen BMW M4 GT3, und das nach einem spannenden Rennen, mehreren Zwischenfällen und auch dank einer durchaus kontroversen Strafe gegen den direkten Gegner, der als Erster über die Ziellinie fuhr. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte ...

Mini John Cooper Works Bulldog Racing im 24h-Rennen auf dem Nürburgring 2025
Bild von: Mini

Die Fans – über 280.000 an der Zahl – bekamen Motorsport zum Anfassen geboten. Der Mini war dabei nicht nur ein optisches Highlight, sondern ein echtes Arbeitstier, das sich Respekt und Anerkennung im Feld erarbeitete. Und während die Party rund um den Ring bis in den Morgen weiterging, begannen die Ingenieure von MINI bereits, die gesammelten Daten auszuwerten. Klar ist: Der Einsatz hat wertvolle Erkenntnisse geliefert, die das Serienmodell der Marke in Zukunft noch besser machen werden.