Mercedes streicht wohl AMG C 63-Vierzylinder nach Facelift
Neuer C 53 mit Sechszylinder soll angeblich beide bisherigen AMG-C-Klassen mit Vierzylinder ersetzen
Allem Anschein nach beendet Mercedes nach gut zwei Jahren das quälende Trauerspiel um den aktuellen AMG C 63 S E-Performance und streicht das unbeliebte Sport-Modell mit dem kommenden Facelift der C-Klasse aus dem Modellprogramm.
Für Ersatz soll vorerst ein neuer AMG C 53 4Matic+ mit Reihensechszylinder sorgen. Das berichtet das in der Regel gut informierte Portal MBPassion.de. Auch der AMG C 43 fällt wohl dem Strategiewechsel zum Opfer. Auf Rückfrage gab Mercedes lediglich ein "Kein Kommentar" zu dem Gerücht ab.
Bildergalerie: Mercedes-AMG C 63 S E-Performance plus T-Modell neue Bilder
Als AMG im September 2022 seinen neuen C "63" präsentierte, war der Aufschrei nicht nur unter Fans der kultigen Performance-Mittelklasse gewaltig. Die Affalterbacher ersetzten den liebgewonnenen V8 ausgerechnet durch einen 2,0-Liter-Vierzylinder. Dass selbiger durch jede Menge Ingenieurskunst mit Plug-in-Hybrid-Antrieb, elektrischem Turbolader und weiteren Komplexitäten eine Systemleistung von 680 PS und 1.020 Nm erreicht, ist den Anhängern und Kunden bis heute offensichtlich völlig egal.
Obwohl dem Auto von Fachleuten in vielen Tests herausragende Eigenschaften attestiert wurden, steht der erste 63er mit nur vier Zylindern bei den Händlern wie Blei. Wie drastisch die Lage wirklich ist, lässt sich schwer sagen. Verkaufszahlen zu einzelnen Modellen werden in der Regel nicht kommuniziert. Wer sich ein bisschen umhört, kriegt jedoch den Eindruck, dass es ein absolutes Fiasko sein muss. Die aktuelle Generation ist so gut wie unverkäuflich.
Mercedes-AMG GLC 63 S E Performance (2023)
Jetzt also ziehen die Verantwortlichen endlich die Notbremse. Und das dann vermutlich auch beim SUV-Bruder GLC 63. Die viel spekulierte Rückkehr des Achtzylinders bedeutet dieser Schritt allerdings nicht. Stattdessen soll der M256-3,0-Liter-Reihensechszylinder-Mildhybrid aus dem AMG CLE 53 zum Einsatz kommen. In welcher Leistungsstufe ist noch unklar. Im CLE bringt er es auf 449 PS und 560 Nm (600 Nm im Overboost). Zusätzliche Unterstützung kommt kurzfristig vom Startergenerator mit bis zu 23 PS und 205 Nm.
Der bisherige C 43 mit Vierzylinder-Mildhybrid (408 PS plus 14 PS Boost) entfällt dem Bericht zufolge ebenfalls. Das AMG-Experiment mit Vierzylindern im Mittelklasse-Segment scheint gescheitert.
Letztlich ist der Druck auf die Verantwortlichen dann wohl doch zu groß geworden. Fast stoisch hatte man die letzten zwei Jahre auf Kritik der Presse und Kundschaft reagiert. Dabei auch das ein oder andere PR-Eigentor geschossen. Der Vierzylinder-PHEV-Antrieb sei "sehr, sehr progressiv" und die Kunden würden sich schon daran gewöhnen und die Vorteile sehen.
Mercedes-AMG C 63 S E Performance (2023)
Da die Kunden dies nicht taten und stattdessen reihenweise in Richtung BMW M3 abgewandert sind, folgt nun wohl notgedrungen die Kehrtwende. Der Sechszylinder dürfte das Klangerlebnis zweifelsfrei steigern, die geliebten V8-Vibes bringt aber auch er nicht zurück. Zudem wäre ein C 53 mit um die 450 bis 470 PS wohl nicht das erwünschte Topmodell. Ein Allrad-M3 bringt es auf 530 PS.
Allerdings sahen wir in den letzten Monaten immer wieder Erlkönige eines neuen AMG CLE mit vier eckigen Endrohren, die Hoffnungen auf die Rückkehr des 4,0-Liter-Biturbo-V8 schürten. Könnte der letztlich doch ein Comeback geben? Und dann auch in einem neuen, "richtigen" C 63? Es bleibt spannend in Affalterbach.
Quelle: MBPassion
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