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Trump verhängt 25 Prozent Zölle auf alle im Ausland gebauten Autos
Die Zölle sollen ab 2. April gelten. "Fatales Signal für den freien und regelbasierten Handel"

Stefan Wagner 
Von: Stefan Wagner
Aktualisiert: 27. Mär. 2025 um 13:44 Uhr
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Update: Die Entscheidung von U.S. Präsident Donald Trump, Sonderzölle von 25 % auf alle nicht in den USA gefertigten Autos zu erheben, verletzt die Grundprinzipien des regelbasierten Handels und erhöht die Gefahr eines für Verbraucherinnen und Verbraucher schädlichen Handelskonflikts, warnt der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).
"Zölle bergen die generelle Gefahr einer handelspolitischen Konfliktspirale, die am Ende nur Verlierer kennt", erklärt ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn. "Die Entscheidung des amerikanischen Präsidenten bedeutet eine weitere Eskalation in bereits schwierigen handelspolitischen Zeiten. Die Gefahr, dass diese Maßnahme wiederum von den europäischen Handelspartnern mit möglichen Gegenzöllen beantwortet wird, ist durchaus hoch einzuschätzen", so Peckruhn, der auch Sprecher des Fabrikatshandels in Deutschland ist.
Während die USA auf Fahrzeuge aus der EU nur 2,5 % Zoll erheben, verlangt die EU Aufschläge von 10 % auf U.S.-Importe von Fahrzeugen, die neu oder jünger als 30 Jahre sind. Allerdings sind die U.S.-Zölle auf Pickups und leichte Nutzfahrzeuge mit Aufschlägen zwischen 10 und 22 % abhängig von Fahrzeugtyp und Gewichtsklasse höher.
Das Zoll-Hin-und-Her geht weiter. Die aktivierten und dann wieder auf Eis gelegten Zölle sind nun offenbar doch wieder in Kraft – zumindest für Autos, die nicht in den USA gebaut werden.
Präsident Donald Trump unterzeichnete am Mittwoch eine neue Exekutiv-Verordnung, die einen 25-Prozent-Zoll auf alle im Ausland produzierten Fahrzeuge ankündigt.
"Die US-Autoindustrie wird florieren wie nie zuvor"
In einer Rede aus dem Oval Office erklärte Trump, dass dieser Zoll die Wirtschaft ankurbeln und die amerikanische Autoindustrie stärken werde. Sie werde "florieren wie nie zuvor". Zudem sollen die neuen Zölle 100 Milliarden Dollar an zusätzlichen Einnahmen für die USA generieren.
Die Zölle treten am 2. April in Kraft, sofern es keine weiteren Verzögerungen gibt. Trump betonte, dass diese Steuer "permanent für die Dauer seiner Amtszeit" sei. Zusätzlich erwähnte er eine Steuervergünstigung für Käufer von in den USA produzierten Fahrzeugen. Dieser Vorschlag müsste allerdings noch durch den Kongress – sollte er genehmigt werden, könnten die Zinsen auf Autokredite steuerlich absetzbar werden. Aber auch das gilt nur für Autos, die in den USA gefertigt wurden.
Was ist mit Autoteilen?
Die 25 Prozent kommen zu den bestehenden Zöllen hinzu. Was Autoteile betrifft, ist die Lage noch unklar. Trump äußert sich wie folgt:
"Wenn Teile in Amerika hergestellt werden, das Auto aber nicht, dann werden diese Teile nicht besteuert. Und wir werden sehr genau darauf achten, dass das eingehalten wird."
Vermutlich bedeutet das: Teile, die in den USA produziert und über die Grenze transportiert werden, um in Komponenten verbaut und dann für die Endmontage zurückgeschickt zu werden, bleiben zollfrei. Aber wenn sie in einem Fahrzeug landen, das außerhalb der USA gebaut wird, fällt der Zoll auf das gesamte Auto an. Wir beneiden Autobauer aktuell wirklich nicht.
Welche Fahrzeuge werden teurer?
Besonders Modelle aus Japan, Südkorea und Deutschland dürften von den Zoll-Erhöhungen betroffen sein. Doch auch einige Fahrzeuge der Detroit Big Three (GM, Ford, Stellantis) könnten preislich steigen.
So wird etwa der Chevrolet Silverado in mehreren Werken gebaut, sowohl in den USA als auch in Mexiko. Ähnlich sieht es beim Ford Maverick aus, der in Mexiko gefertigt wird – auch er könnte unter die neuen Zölle fallen.
Nun ist es nicht das erste Mal, dass die Trump-Regierung kurzfristig harte Zölle ankündigt. Und sollte sich zwischen jetzt und dem 2. April wieder alles ändern, wäre das irgendwie auch keine Überraschung.
„Fatales Signal für den freien und regelbasierten Handel“
Wie die Bild berichtet, äußerte sich Hildegard Müller, Vorsitzende des Verbands der deutschen Automobilindustrie VDA, besorgt. Die Zölle seien ein „fatales Signal für den freien und regelbasierten Handel“. Zudem sieht sie eine „erhebliche Belastung sowohl für die Unternehmen als auch die eng verwobenen globalen Lieferketten der Automobilindustrie“ - mit negativen Folgen vor allem für die Verbraucher, auch in Nordamerika.
Für große Teile der deutschen Automobilhersteller sind die USA der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt. Fast jeder dritte Porsche und jeder sechste BMW wurden 2024 in Nordamerika verkauft. Bei VW, Audi und Mercedes-Benz lag der Anteil jeweils bei 12 bis 15 Prozent.
Zudem kommt der Zoll-Hammer für die heimischen Autobauer zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die Geschäfte in China sind im letzten Jahr stark geschrumpft. Die Gewinne von Volkswagen, Audi, Porsche und BMW brachen 2024 um 30 und mehr Prozent ein.
EU will verhandeln
Die für Handelspolitik zuständige EU-Kommission kündigte bereits an, entschlossen und deutlich zurückzuschlagen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (66) schrieb am Abend auf X: „Ich bedauere die US-Entscheidung, Zölle gegen europäische Auto-Exporte zu verhängen, zutiefst.“ Man werde europäische Unternehmen schützen. Und: Die EU werde sich um Verhandlungslösungen bemühen. Allerdings will man auch derzeit ausgesetzte Sonderzölle auf US-Produkte wie Jeans, Whiskey, Motorräder und Erdnussbutter ab Mitte April wieder einführen.
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