Porsche meldet 30 % weniger Gewinn, erwägt neues Verbrenner-SUV
Der Verbrenner-Macan verabschiedet sich 2026 aber endgültig
Wie gestern bei Volkswagen klingt das 2024er-Jahresergebnis von Porsche dramatischer, als es ist. Ja, das operative Konzernergebnis fällt von 7,1 auf 5,6 Milliarden Euro. Ein Einbruch von 30 Prozent. Auf der anderen Seite hat man in einem (wie es immer so schön heißt) "herausfordernden Umfeld" immer noch eine Umsatzrendite von 14,1 Prozent (2023: 18 Prozent) erzielt.
Der Umsatz lag mit 40,1 Milliarden Euro ein Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Auslieferungen beliefen sich auf gut 310.000 Fahrzeuge und gingen damit gegenüber dem Vorjahr um etwa 10.000 Einheiten (-3 Prozent) zurück.
Unterdessen verkünden die Zuffenhausener in ihrem Jahresbericht einmal mehr ihr Commitment zur Technologie-Offenheit: "Die Kunden können noch bis weit in die 2030er Jahre hinein in jedem Fahrzeugsegment zwischen Verbrennungsmotoren, Hybriden und rein elektrischen Antrieben wählen. Angesichts der sich global deutlich verlängernden Übergangsphase zur Elektromobilität erweitert Porsche das Produktportfolio in den kommenden Jahren um zusätzliche Modelle mit Verbrennungsmotor und Plug-in-Hybrid-Antrieben."
Der Macan ist damit übrigens nicht gemeint. Auch wenn er für Porsche seit seinem Debüt im Jahr 2014 eine wahre Gelddruckmaschine ist. Bis heute wurden über 800.000 Einheiten verkauft, doch das Modell steht kurz vor dem endgültigen Ruhestand. In Europa wurde der Verbrenner-Macan bereits eingestellt, da er nicht mehr den neuen Cybersicherheitsvorschriften entspricht. Im Jahr 2026 wird die erste Generation des Erfolgsmodells dann weltweit auslaufen.
Trotz Gerüchten über eine neue Verbrenner-Variante erteilt Zuffenhausen dieser Spekulation eine klare Absage:
"Um den Macan in jeder Hinsicht zu verbessern, hat Porsche frühzeitig entschieden, die Modellreihe vollständig zu elektrifizieren. Porsche steht zu dieser Entscheidung. Sobald die Verbrennerversionen des Macan auslaufen, wird das Modell weltweit ausschließlich als vollelektrische Variante erhältlich sein."
Diese Entscheidung überrascht – nicht nur, weil zuletzt Gerüchte über einen neuen Benziner-Macan kursierten. Noch im November hatte Ex-Finanzvorstand Lutz Meschke einen Strategiewechsel angedeutet und offen gelassen, ob Modelle, die ursprünglich als reine Elektroautos vorgesehen waren, doch noch Hybrid- oder Verbrennervarianten erhalten könnten:
"Wir prüfen derzeit die Möglichkeit, dass ursprünglich als reine Elektrofahrzeuge geplante Modelle auch mit Hybridantrieb oder Verbrennungsmotor angeboten werden. Wir befinden uns mitten in konzeptionellen Entscheidungen. Klar ist: Wir halten am Verbrennungsmotor deutlich länger fest."
Erst vor gut einem Monat kündigte Porsche an, zusätzliche Investitionen in Verbrenner- und Hybridantriebe zu tätigen. Jetzt stellt sich heraus, dass ein Teil dieser Mittel möglicherweise in die Entwicklung eines neuen SUVs fließen könnte. Der Stuttgarter Sportwagenhersteller prüft derzeit eine völlig eigenständige SUV-Baureihe mit Verbrenner- und Hybridmotoren.
Selbst wenn das Projekt grünes Licht bekommt, würde das neue SUV wohl erst gegen Ende des Jahrzehnts auf den Markt kommen. Geplant ist ein frisches Design, das jedoch die charakteristische Porsche-DNA beibehält. Zudem könnte das neue Modell auf einer VV-Konzernplattform stehen, um Entwicklungs- und Produktionskosten zu senken. Die Premium Platform Combustion (PPC), die unter anderem der neue Audi Q5 nutzt, böte sich hier an.
Unterdessen treibt man die Elektrifizierung an anderer Stelle im SUV-Portfolio weiter voran: Der vollelektrische Cayenne könnte bereits 2026 kommen. Zudem hält man wohl an den Planungen für ein und ein größeres E-SUV mit drei Sitzreihen fest
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Quelle: Porsche
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