Mercedes setzt weiter auf V8- und V12-Motoren
AMG entwickelt sogar einen neuen elektrifizierten V8
Mercedes hat diese Woche seine jährliche Bilanzpressekonferenz abgehalten und dargelegt, wie das Unternehmen „schlanker, schneller und stärker“ werden will. Das Motto der neuen Strategie lautet „Transformation meistern“ – und es handelt sich offenbar nicht nur um Marketingfloskeln. Der Stern hat eine prall gefüllte Agenda, die unter anderem elektrische Versionen der C-Klasse, des GLC und der E-Klasse sowie ein „großes Upgrade“ für die S-Klasse vorsieht. Das Flaggschiff wird dabei eines seiner wichtigsten Assets behalten: den V12-Motor.
Der Erfinder des Automobils macht also die Kehrtwende und bekräftigt sein langfristiges Engagement für den traditionsreichen Zwölfzylinder. Allerdings wird der 6,0-Liter-Biturbo-Motor nur in „ausgewählten Märkten“ weiter angeboten – vermutlich in Regionen mit weniger strengen Emissionsvorschriften. Mercedes verbaut sein größtes Verbrenneraggregat in der Maybach S-Klasse S 680 sowie in der gepanzerten S-Klasse Guard. Unabhängig davon liefert AMG weiterhin einen V12-Motor an Pagani für dessen Hypercar Utopia.
Mercedes ist die einzige Marke des deutschen Premium-Trios, die den Zwölfzylinder weiterhin im Portfolio behält. BMW verabschiedete sich 2022 mit der limitierten Final Edition des M760i (exklusiv für die USA) von seinem V12, während Audi den W12 bereits 2017 mit dem Auslaufen der vorherigen A8-Generation einstellte. Ursprünglich sollte der aktuelle A8 noch das 6,0-Liter-Aggregat erhalten, doch die Vier Ringe entschieden sich anders – obwohl Prototypen auf Basis der „D5“-Generation gebaut wurden.
Zurück zu Mercedes: Dort gibt es auch gute Nachrichten für die Freunde des Achtzylinders. AMG entwickelt tatsächlich eine „nächste Generation eines hochmodernen elektrifizierten V8“ für künftige Modelle auf der hauseigenen AMG.EA-Plattform. Das bestätigt, dass die neue Architektur nicht nur für Elektrofahrzeuge gedacht ist, sondern auch Verbrennungsmotoren unterstützt. Der neue bzw. überarbeitete Motor wurde so entwickelt, dass er die zukünftigen Euro-7-Normen erfüllt und somit in den 27 Ländern der EU weiterhin legal bleibt.
Über die Zukunft des Reihensechszylinders gibt es keine offiziellen Informationen, aber da Mercedes an den größeren Motoren festhält, liegt es nahe, dass auch das 3,0-Liter-Aggregat erhalten bleibt. Eine Stufe darunter wird ein „48-Volt-elektrifizierter Hightech-Vierzylinder“ eingeführt. Er feiert nächsten Monat im neuen CLA Premiere, wo der kleine 1,5-Liter-Motor mit einem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert wird. Mercedes hat dieses Aggregat entwickelt, doch die Serienproduktion erfolgt mit einem Partner in China.
Mercedes rechnet damit, dass Plug-in-Hybride und Elektroautos bis 2027 nur 30 Prozent der Gesamtverkäufe ausmachen werden. Demnach werden sich 70 Prozent der Kunden für Verbrenner mit 48-Volt-Technologie entscheiden. Diese Einschätzung bedeutet eine krasse Kehrtwende und zeigt, dass das Unternehmen in der Vergangenheit zu ambitionierte Elektroziele hatte. Ursprünglich plante man, ab 2030 „wo es die Marktbedingungen erlauben“ nur noch Elektroautos anzubieten. Doch davon ist man nun - wie so viele andere Hersteller - abgekommen. Einmal mehr zeigt sich, dass der Markt noch nicht bereit ist für den vollständigen Umstieg auf Elektromobilität.
Quelle: Mercedes-Benz
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