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Warum Trump eine Gefahr für Europas Autoindustrie ist
Der künftige US-Präsident hat bereits mit dem Finger auf die Importe aus Europa gezeigt

Bild von: Flickr

Von: Riccardo Ciriaco
Übersetzt von: Roland Hildebrandt
6. Nov. 2024 um 16:33 Uhr
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Die einzige Gewissheit der Trump-Ära ist, dass es keine Gewissheiten gibt. Das gilt für alles, aber insbesondere für die Automobilindustrie, einen Sektor, der in den Äußerungen des künftigen 47. Präsidenten der Vereinigten Staaten mehr als einmal angesprochen wurde.
Das Gewicht dieses Sektors steigt unweigerlich mit der Anwesenheit von Elon Musk, dem CEO von Tesla, in Washington, der den Tycoon offen hinter seinem Versprechen unterstützt hat, Leiter einer neuen Kommission für Regierungseffizienz zu werden, die Kürzungen und Reformen der Bundesgesetze empfehlen soll.
"Er ist ein Charakter, ein besonderer Kerl und ein Supergenie", so die Jubelworte von Trump in seiner Siegesrede. "Wir müssen unsere Genies schützen, denn wir haben nicht so viele."
Doch genau hier kommen Zweifel an den nächsten Schritten des Weißen Hauses auf: Wie wird sich der US-Präsident mit dem Boss des weltgrößten Elektroautoherstellers an seiner Seite in einem schwierigen historischen Moment für die Branche verhalten? Das Thema ist kompliziert und hängt auch mit den Beziehungen zu Europa zusammen.
Elektroauto: ja oder nein?
Beginnen wir mit den Sätzen, die in den letzten Stunden geäußert wurden: Elon Musk muss geschützt werden. Wenn man das so liest, könnte man meinen, dass auch Tesla und das Elektroauto geschützt werden sollten. Die Aussagen auf der Wahlkampftour sind jedoch mehrdeutig und könnten diese Interpretation sowohl bestätigen als auch dementieren.
Einerseits hat Trump seine früheren Positionen bzgl. E-Autos und Klimawandel abgeschwächt und erklärt, er sei "pro Elektroauto", da "Elon (es) sehr unterstützt hat". Andererseits fügte er hinzu, dass batteriebetriebene Fahrzeuge "nur einen kleinen Teil des Marktes ausmachen" und "die Leute Benzin- und Hybridautos wollen".
Was können wir also erwarten? Unter der Annahme, dass der Tycoon seine Versprechen einhält, ist es möglich, dass die Situation so bleibt, wie sie ist, ohne einen neuen Schub für den Übergang und gleichzeitig ohne die Arbeit seines Vorgängers Biden rückgängig zu machen, der nicht nur der Vater des Inflation Reduction Act (IRA) und der 7.500 Dollar Anreize für den Kauf von Elektroautos war, sondern auch des (nicht verbindlichen) Ziels, im Jahr 2030 50 Prozent der Verkäufe auf vollelektrische und Plug-in-Hybrid-Autos zu bringen. Oder dass die Änderungen nicht radikal sein werden.
Alarm in Brüssel
Was sich (zum Schlechteren) ändern könnte, sind die Beziehungen zur Europäischen Union. Trump, der für seine Eifersucht zugunsten US-amerikanischer Produkte bekannt ist, drohte kürzlich mit einem harten Durchgreifen bei der Einfuhr aller Fahrzeuge vom Alten Kontinent, die seiner Meinung nach schuldig daran sind, dass die Amerikaner keine amerikanischen Autos kaufen. "Das reißt uns auseinander" und "ich werde dem ein Ende setzen", so die Warnung an Brüssel.

Der Innenraum eines BMW
Fotos von: BMW
Schon in der Vergangenheit waren die deutschen Premiummarken (Audi, BMW und Mercedes) ins Fadenkreuz des Präsidenten geraten, weil sie beschuldigt wurden, den US-Konzernen Marktanteile abzunehmen. Im Jahr 2018, während der ersten Amtszeit, war deshalb ein Zoll von 25 % auf europäische Importe befürchtet worden, was dem Zehnfachen der derzeitigen Steuer von 2,5 % entspricht. Damals wurde nichts unternommen, aber jetzt wird die Gefahr konkreter, da Europa der potenziellen chinesischen Invasion durch die Verhängung zusätzlicher Zölle zur Verteidigung der heimischen Produktion und des Absatzes entgegentritt.
Ein Schritt, der auch Elon Musk in die Hände spielen würde, der mit seiner Gigafactory in Berlin bereits in Übersee präsent ist und daher - genau - vor einem möglichen Handelskrieg geschützt ist. Allerdings haben umgekehrt auch BMW, Mercedes, VW und Volvo eigene Fabriken in den USA. Offen bleibt, was dem mexikanischen BMW-Werk droht.
Es bleibt ein Rätsel, was die neue Präsidentschaft mit den kürzlich von der Biden-Administration ins Auge gefassten 100 %igen Zöllen auf Importe aus China machen wird. Welche Interessen wird Trump angesichts der engen Beziehungen des Tesla-CEO zu China und der zu verteidigenden US-Marken opfern? Ein weiterer Zweifel, der erst in den kommenden Wochen ausgeräumt werden kann.
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