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ADAC-Kindersitztest Herbst 2024: Gefährliche Stoffe in Babyschale

Der Club hat 17 Kindersitze getestet, ein Modell fällt wegen Schadstoffen negativ auf

ADAC Kindersitztest im Oktober 2024
Bild von: ADAC e. V.

Der ADAC hat erneut 17 Kindersitze auf Sicherheit, Handhabung, Ergonomie und Schadstoffbelastung getestet. Getestet wurden Sitze verschiedener Alters- und Größenklassen, von Babyschalen über Kindersitze für Kleinkinder bis hin zu Sitzerhöhungen für größere Kinder. Die Testergebnisse zeigen, dass die meisten Sitze die Anforderungen in den einzelnen Kategorien erfüllen und oft sogar deutlich übertreffen. Allerdings gibt es auch einen Ausreißer, der durch erhöhte Schadstoffwerte negativ auffiel.

Babyschalen überzeugen in puncto Sicherheit

Besonders positiv fiel im diesjährigen Test die Thule Maple + Alfi Base auf, die mit der Bestnote 1,6 als Testsieger ausgezeichnet wurde. Diese Babyschale für Kinder bis zu einem Jahr bietet neben einer hervorragenden Sicherheit auch eine einfache Handhabung und hohen Komfort. Sie verfügt über eine Isofix-Basis, die einen stabilen und sicheren Einbau im Auto ermöglicht.

ADAC Kindersitztest im Oktober 2024: Spitzenreiter bei den Babyschalen ist der Thule Maple + Alfi Base mit der Note 1,6

Spitzenreiter bei den Babyschalen ist der Thule Maple + Alfi Base mit der Note 1,6

ADAC e. V.

Ein weiteres praktisches Feature ist die verstellbare Rückenlehne, die außerhalb des Fahrzeugs in eine flachere Position gebracht werden kann. Diese Flexibilität bietet zusätzlichen Komfort für das Baby und erleichtert den Transport. Darüber hinaus ist die Thule Maple für die Verwendung in bestimmten Flugzeugen zugelassen.

Knapp hinter dem Thule Maple folgt die Doona i + Doona i Isofix Base mit der Note 1,7. Diese Babyschale zeichnet sich durch ihr integriertes Rahmengestell aus, mit dem der Sitz auch als Kinderwagen genutzt werden kann. Allerdings schlägt sich dieser Komfort auch im Preis nieder: Mit 720 Euro ist die Doona eine der teuersten Schalen im Test, dafür punktet sie mit hoher Sicherheit und guter Ergonomie.

ADAC Kindersitztest im Oktober 2024: Die Babyschale von Doona verfügt über ein integriertes Fahrgestell, das sich ein- und ausklappen lässt

Die Babyschale von Doona verfügt über ein integriertes Fahrgestell, das sich ein- und ausklappen lässt

ADAC e. V.

Ein Ausreißer bei den Babyschalen

Trotz der insgesamt guten Ergebnisse gibt es auch einen klaren Verlierer des Tests: der Graco Snuglite i-Size. Diese Babyschale erhielt die Note "mangelhaft", weil im Bezugsstoff eine erhöhte Menge Formaldehyd nachgewiesen wurde. Dieser Stoff steht im Verdacht, krebserregend zu sein und überschreitet die Grenzwerte für Spielwaren.

Obwohl der Sitz beim Crashtest mit "sehr gut" abgeschnitten hat, konnte dies die schlechte Schadstoffbewertung nicht ausgleichen. Eltern sollten daher von diesem Modell Abstand nehmen, auch wenn es mit 95 Euro das günstigste im Test ist.

ADAC Kindersitztest im Oktober 2024: Die Babyschale Graco Snuglite i-Size fällt wegen Schadstoffen im Bezug durch

Die Babyschale Graco Snuglite i-Size fällt wegen Schadstoffen im Bezug durch

ADAC e. V.

Sitze für Kleinkinder und ältere Kinder

Neben den Babyschalen wurden auch Sitze für ältere Kinder getestet. Besonders hervorzuheben ist hier der Besafe Beyond + Beyond Base, der mit der Note 1,8 das beste Ergebnis in dieser Kategorie erzielte. Dieser Sitz ist für Kinder bis zu einem Alter von sieben Jahren geeignet und bietet vor allem im Crashtest einen hervorragenden Schutz. Der Sitz wird - wie viele Babyschalen - rückwärtsgerichtet als so genannter Reboarder eingebaut, der bei einem Frontalaufprall besonders Kopf und Nacken des Kindes schützt.

Das Problem bei rückwärts gerichteten Systemen über 13 kg Körpergewicht ist jedoch meist der etwas komplizierte Einbau und manchmal auch der zu geringe Platz im Fahrzeug. Generell ist - auch aus eigener Erfahrung - der Transport von Kindern bis zum Alter von mindestens zwei Jahren bzw. so lange wie möglich in einem rückwärtsgerichteten Kindersitz ratsam. Auf keinen Fall darf ein Reboarder auf einem Beifahrerplatz mit aktiviertem Airbag verwendet werden.

ADAC Kindersitztest im Herbst 2024

Ergebnisse des ADAC Kindersitztest im Herbst 2024

Ein weiteres Highlight im Test ist der Maxi-Cosi Rodifix R, der mit der Note 2,0 für Kinder ab vier Jahren eine solide Leistung zeigt. Mit einem Gewicht von nur 5,8 Kilogramm ist er leicht und einfach zu handhaben, was ihn ideal für den Wechsel zwischen verschiedenen Fahrzeugen macht. Er bietet ein gutes Gleichgewicht zwischen Sicherheit, Komfort und Benutzerfreundlichkeit und ist daher eine empfehlenswerte Wahl. Das Schwestermodell, der Maxi-Cosi Rodifix M, schnitt aufgrund höherer Schadstoffwerte schlechter ab und erhielt die Note 2,7.

Der ADAC-Kindersitztest im Herbst 2024 zeigt erneut, dass es eine große Auswahl an sicheren und gut bewerteten Kindersitzen gibt. Die Mehrheit der getesteten Sitze hat mit "gut" abgeschnitten und bietet durchweg solide Leistungen in den Kategorien Sicherheit, Handhabung und Ergonomie. Insbesondere der Thule Maple + Alfi Base überzeugte als Testsieger und setzt hohe Maßstäbe bei Sicherheit und Komfort. Problematisch bleibt jedoch die Schadstoffbelastung, wie das schlechte Abschneiden des Graco Snuglite i-Size zeigt.