Es sind aktuell keine guten Zeiten für Elektroautos in Deutschland. Neuwagenkunden halten sich ohne Prämien spürbar zurück und sorgen dafür, dass die Neuzulassungen bei BEV drastisch zurückgehen. Hier sind größere Verluste zu vermelden als bei dem Ampelparteien im Rahmen der Europawahl 2024.

Ein Minus von 30,6 Prozent verzeichneten im Mai die Neuzulassungen rein batterieelektrischer Fahrzeuge (BEV). 29.708 BEV rollten neu auf die Straßen, im Mai 2023 waren es noch 42.800 Einheiten. Meistzugelassenes E-Auto im Mai: der VW ID.3. Trotzdem will der Volkswagen-Konzern unverändert in die Elektroauto-Entwicklung investieren, 2025 erscheint der kleinere ID.2.

Der BEV-Anteil an den Gesamtzulassungen im Mai erreichte 12,6 Prozent. Seit Jahresbeginn sind 140.713 Neuzulassungen von rein batterieelektrischen Pkw zu verzeichnen. Damit lag der BEV-Markt per Ende Mai um 15,9 Prozent unter dem Zulassungsniveau der ersten fünf Monate 2023.

Bildergalerie: VW ID.3 Upgrade (2024)

Erneut Zuwächse erzielten im Mai die Neuzulassungen von Plug-In-Hybriden (PHEV). 14.038 PHEVs bedeuten ein Plus von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der PHEV-Anteil an den Pkw-Neuzulassungen insgesamt betrug im Mai 5,9 Prozent. Insgesamt wurden von Januar bis Mai 74.158 PHEVs neu zugelassen (+17,5 Prozent).

Elektrofahrzeuge – also BEV und PHEV zusammen - erreichten im Mai 43.746 Neuzulassungen. Dies ist ein Minus von 22,7 Prozent im Vergleich zum Mai 2023. Von Januar bis Mai wurden 214.871 Elektrofahrzeuge zugelassen, ein Rückgang von 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

"Wir erleben gerade ein Revival der Verbrenner", so Thomas Peckruhn, ZDK-Vizepräsident und Sprecher des Fabrikatshandels in Deutschland. "Dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass viele Hersteller und Importeure ihre Vertriebsincentives wieder in diese Richtung steuern, anstatt die E-Mobilität zu unterstützen. Die Kunden sind zwar generell offen für E-Autos. Aber der Preisunterschied insgesamt ist vielen noch zu hoch."

Neuzulassungen Mai 2024 (Grafik: VDIK)

Neuzulassungen Mai 2024 (Grafik: VDIK)

236.425 Personenkraftwagen (Pkw) wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im Mai 2024 neu zugelassen und damit 4,3 Prozent weniger, als im Vergleichsmonat. Die Anzahl der gewerblichen Neuzulassungen nahm um 5,6 Prozent ab, ihr Anteil betrug 67,5 Prozent. Die privaten Zulassungen (32,4 %) gingen um 1,3 Prozent zurück.

Opel legt zu

Unter den deutschen Marken wies Opel mit +29,3 Prozent den stärksten Zuwachs auf und erreichte einen Neuzulassungsanteil von 5,7 Prozent. Bei VW stiegen die Pkw-Neuzulassungen um 8,7 Prozent, der Anteil lag damit bei 20,1 Prozent.

Für die weiteren deutschen Marken wies die Zulassungsstatistik im Mai Rückgänge aus, die bei Mini (-48,7 %/0,8 %), BMW (-32,5 %/7,9 %), Mercedes (-28,9 %/8,4 %), Ford (-28,6 %/3,3 %), MAN (-27,6 %/0,1 %) und Audi (-17,7 %/7,7 %) zweistellig ausfielen. Bei Smart (-7,0 %/0,6 %) und Porsche (-0,6 %/1,3 %) zeigten sich Rückgänge im einstelligen Bereich. Der größte Anteil an den Neuzulassungen entfiel mit 20,1 Prozent auf Volkswagen.

Unter den Importmarken mit einem Zulassungsanteil von mindestens 1,1 Prozent erreichte Peugeot mit +70,9 Prozent das stärkste Zulassungsplus und einen Anteil von 2,5 Prozent. Skoda erwies sich mit 7,4 Prozent als anteilsstärkste Importmarke.

Benziner mit großer Mehrheit

89.498 Pkw waren mit einem Benzinantrieb ausgestattet. Das war ein Plus von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Ihr Anteil betrug 37,9 Prozent. 44.893 Neuwagen waren mit einem Diesel ausgestattet, ein Plus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahres­monat. Ihr Anteil betrug 19,0 Prozent.

71.451 Neuwagen verfügten im Mai 2024 über einen hybriden Antrieb und bewirkten einen Anteil von 30,2 Prozent (-0,3 %), darunter 14.038 Plug-in-Hybride (+1,7 %/5,9 %). 12,6 Prozent der Neuzulassungen waren Elektro-Pkw (BEV). Mit 29.708 Neuwagen lag diese Antriebsart um minus 30,6 Prozent hinter dem Ergebnis des Vorjahresmonats. Es kamen 821 flüssiggasbetriebene Pkw zur Neuzulassung  (-29,6 %/0,3 %) und 32 Pkw mit Erdgasantrieb (-75,4 %/0,0 %).

"Der Pkw-Markt entwickelt sich in diesem Jahr insgesamt relativ stabil", sagt Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK). "Der Einbruch der Mai-Zulassungen bei den vollelektrischen Fahrzeugen ist massiv. Es braucht jetzt schnell politische Signale und Gegenmaßnahmen, damit das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in die E-Mobilität wieder hergestellt wird. Dazu gehören der beschleunigte Ausbau der Ladeinfrastruktur ebenso wie strategische Ansätze, um den Strompreis in Deutschland zu senken, der EU-weit einer der höchsten ist."

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres sind laut dem KBA rund 1,174 Mio. neue Pkw und damit 5,2 % mehr Fahrzeuge zugelassen worden als im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres. Der Gebrauchtwagenmarkt zeigte sich auch im Mai im Vorwärtsgang. Mit rund 529.000 Besitzumschreibungen lag der Wert mit plus 4,6 % über dem Vergleichswert des Vorjahres. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres wechselten rund 2,737 Mio. Pkw die Besitzer, das waren 10,8 % mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.