Verkehrte Welt: Der chinesische Hersteller BYD möchte verstärkt in Europa produzieren! Eine Fabrik auf dem alten Kontinent ist dabei nicht genug, vielleicht nicht einmal zwei. Dies erklärte Stella Li, Executive Vice President der BYD Company Limited und Vorsitzende von BYD Europe, auf einer Veranstaltung am Hauptsitz des chinesischen Unternehmens in Shenzen während der Woche der Beijing Motor Show.

Nach dem bereits angekündigten Bau eines Werks in Ungarn bis Ende des Jahres könnte BYD im Bestreben, den Markt in Europa zu erobern, die Eröffnung eines neuen Werks in Betracht ziehen. Oder sogar zwei. Wo dies geschehen wird, steht noch nicht fest, wie Li bestätigt: 

"Es könnte Italien sein, aber auch Spanien, Frankreich oder Deutschland. Wir werden sehen. Es stimmt, dass die Produktion in Europa mehr Energie und Arbeitskraft kostet, aber die Ansiedlung in einem Gebiet und die Investition dort sind ein Vorteil für die Wahrnehmung der Marke, denn dort zu produzieren bedeutet, Arbeitsplätze zu schaffen und aktiv zum wirtschaftlichen und sozialen Leben beizutragen."

Stella Li, Executive Vice President der BYD Company Limited und Vorsitzende von BYD Europe

BYD erlebt durch die Produktion von Elektroautos und Plug-in-Hybriden weltweit eine Phase großen Wachstums. Bis Ende des Jahres werden drei oder vier weitere neue Fabriken erwartet, von denen eine bereits angekündigt wurde und sich in Mexiko befindet. Auch die Produktpalette ist so breit wie nie zuvor: Neben der Marke BYD, die mit Seal, Seal U, Dolphin und Atto 3 auf einen allgemeinen Markt abzielt, bringt der Hersteller Modelle der Premium- und Luxusmarken Denza, ein Joint Venture mit Daimler, Fangcheng Bao und YangWang auf den Markt.

BYD Seal, der Praxistest
<p>BYD Akt 3</p>

Europa im Visier

"Plug-in-Hybrid ist die beste Lösung für Mitteleuropa."

Stella Li glaubt, dass ein Großteil Kontinentaleuropas noch nicht bereit ist, auf Elektroautos umzusteigen. Aus diesem Grund entwickelt BYD seine DMI-Plug-in-Technologie weiter, bei der der Elektromotor von einer Batterie angetrieben wird, die wiederum von einem Verbrenner aufgeladen wird. Der Antriebsstrang wird in den nächsten Wochen an Bord des Seal U SUV kommen. Laut BYD eine ideale Überbrückungslösung für einen Markt, auf dem die Elektromobilität noch nicht so recht in Schwung kommt. Auf diese Weise, so Li, können die Verbraucher ihre ersten "Elektroerfahrungen" machen, ohne sich irgendwelchen Zwängen oder Ängsten aussetzen zu müssen.

<p>BYD Siegel U</p>

Neuzugänge auf der Liste

In Anbetracht der Beschaffenheit der europäischen Städte und Straßen stellte sich die Frage nach der Ankunft des BYD Seal in unseren Breiten. Stella Li hat bestätigt, dass das kompakte Elektroauto auf dem Weg ist, aber es wird nicht die Version sein, die wir bereits gesehen haben, sondern eine neue Ausführung.