Der gute alte Karosseriebau ist ja eine vom Aussterben bedrohte Kunst, aber das japanische Unternehmen Mitsuoka versucht nach wie vor, die Magie am Leben zu halten. Mitsuoka ... klingelt's da bei Ihnen? Genau, unter diesem Label wurden uns über die Jahre einige ganz schön schräge Fahrzeuge präsentiert. 

Unter anderem ein Retro-MX-5, der aussah, als hätte sich ein Morgan Aero 8 mit einem Jaguar XK120 gepaart. Die ungewöhnlichste Kreation der letzten Zeit ist aber sicher dieser M55. Bisher war das Fake-Muscle Car lediglich eine Studie, aber jetzt geht der wilde Stilmix wohl tatsächlich in Serie. 

Enthüllt wurde das Auto im November 2023 zur Feier von Mitsuokas 55. Geburtstag. Der eigenwillige Dodge-Challenger-Verschnitt ist eigentlich ein Honda Civic. Einer, der in den vergangenen Monaten offenbar sehr vielen Leuten sehr gut gefallen hat. Mitsuoka hat mehr als 1.300 Nachrichten bekommen, von Menschen, die das Auto kaufen wollen: "Es ist das erste Mal, dass wir so passionierte Nachrichten von so vielen Menschen allen Alters und beider Geschlechte erhalten haben."

Aufgrund der hohen Nachfrage hat sich der Karosseriebauer nun entschieden, den M55 tatsächlich zu bauen. Allerdings wird das Ganze noch eine Weile dauern. Mitsuoka möchte das Auto gegen Ende 2025 fertig haben. Wir warten noch auf weitere Details, aber bekannt ist, dass die Studie auf dem fünftürigen Schrägheck-Civic basiert und einen 1,5-Liter-Motor unter der Haube hat, der an einem 6-Gang-Schaltgetriebe hängt. 

Im Januar zeigte Honda auf dem Tokyo Auto Salon 2024 den Prototypen eines sportlichen Civic RS - möglicherweise ein Ausblick auf ein Civic Si-Schrägheck mit Schaltgetriebe. Es wäre zu begrüßen, wenn Mitsuoka den M55 mit dem kräftigeren 2,0-Liter-Motor bauen würde. Wie auch immer es letztlich kommt, der rechtsgelenkte Fake-Challenger wird ausschließlich in Japan auf den Markt kommen.  

Während das Auto von vorne ganz laut Challenger schreit, erinnert sein Heck an japanische Coupés aus den 1970er-Jahren. Wir denken an den Nissan Skyline oder einen Mitsubishi Galant GTO. Sieht man das Auto im Profil, wird indes wieder klar, dass dieser Frankenstein eigentlich ein Civic ist. Innen setzt Mitsuoka auf eine blaue Retro-Ausstattung. Der Rest ist - abgesehen vom neuen Mitsuoka-Logo auf dem Lenkrad - klassisch Civic. 

Der M55 ist zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftig, aber Ehre, wem Ehre gebührt: Vorstellungskraft haben die Herrschaften aus Japan. Und ganz offensichtlich findet das Design derart viel Anklang, dass es für eine Serienproduktion reicht. Wir sehen hier wesentlich mehr, als nur ein Bodykit. Denn die Scheinwerfer und Rückleuchten sind ebenfalls neu, genau wie der Kühlergrill. Und die Lamellen auf der Heckscheibe (wohl inspiriert vom 1969er Ford Mustang Mach 1) sind einfach wunderbar.

Mitsuoka geht davon aus, nicht genug Autos bauen zu können, um die Nachfrage gänzlich zu bedienen. Der Umbau brauche Zeit, weil alle nötigen Änderungen in Handarbeit erfolgen. Was den Preis für den M55 angeht, gibt es noch keine Angaben, aber in Anbetracht des Umfangs der Konversion, wird das Ganze wohl kein günstiger Spaß.

Bildergalerie: Mitsuoka M55 Concept