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Honda setzt auf Hybride: neue Limousine und SUV kommen 2028

Die keilförmige Limousine trägt das Honda-Emblem, während das SUV ein Acura ist

Honda Hybrid Limousine (2027)
Bild von: Honda

Man kann wohl sagen, dass Hondas verspäteter Elektro-Vorstoß nicht wie geplant verläuft. In den vergangenen Monaten wurden mehrere E-Modelle gestrichen. Die 0 Sedan, der 0 SUV und der Acura RSX werden nicht mehr kommen – ebenso wenig die beiden Afeela-Modelle aus dem Joint Venture mit Sony. Stattdessen verlagert das Unternehmen den Fokus nun auf Hybride mit weiterentwickelten Verbrennungsmotoren und E-Motoren.

Im Rahmen eines Business-Updates wurden heute zwei kommende Modelle auf die Bühne geholt, um zu zeigen, was als Nächstes ansteht. Als Prototypen – nicht als Studien – beschrieben, sollen die Honda-Limousine und ein Acura-SUV innerhalb der nächsten zwei Jahre in den Verkauf gehen.

Bildergalerie: Honda Hybrid-Limousinen-Prototyp und Acura Hybrid-SUV-Prototyp

Details bleiben zwar rar, doch klar ist: Die Fahrzeuge nutzen Hondas Hybridantrieb der nächsten Generation. Die Modelle sind zudem für die USA vorgesehen – als Teil einer größeren Nordamerika-Offensive. Die orangefarbenen "Side Markers" sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass wir diese Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten sehen werden.

Honda will bis März 2030 insgesamt 15 Modelle mit dem neuen Hybridantrieb auf den Markt bringen, wobei der größte Anteil in die USA gehen soll. Das keilförmige Design der Limousine und die stark abfallende Dachlinie erinnern ein Stück weit an den inzwischen gestrichenen 0 Sedan, während der Acura Anleihen beim eingestellten RSX erkennen lässt. Beide wirken bereits sehr seriennah – in den Handel sollen sie jedoch erst 2028 kommen.

Bild von: Acura

Das Duo setzt auf Hondas neuen Hybridantrieb, der die Effizienz gegenüber der aktuellen, 2023 eingeführten Technik um mehr als 10 Prozent verbessern soll. Angesichts des USA-Fokus überrascht es nicht, dass die meisten der neuen Modelle SUVs sein werden – mit Allradantrieb, der über den Elektromotor realisiert wird.

Parallel entsteht eine neue Plattform; die Ingenieure arbeiten daran, das Gewicht zu senken, um den Verbrauch weiter zu reduzieren. Gleichzeitig sollen die Kosten um mehr als 30 Prozent sinken. Honda geht sogar so weit, dass künftige Hybride ab 2027 vom „effizientesten Antriebsstrang der Welt“ profitieren werden. Um dieses Ziel zu erreichen, will der Konzern in den nächsten drei Jahren 4,4 Billionen Yen (nach aktuellem Wechselkurs knapp 23,8 Milliarden Euro) in neue Benziner- und Hybridmodelle investieren.

Im selben Zeitraum hofft Honda, die Verluste aus den Streichungen mehrerer E-Modelle durch eine neue Modellwelle über beide Marken hinweg zu kompensieren. Investitionen in reine Elektroautos sollen weiterlaufen – allerdings in einem maßvolleren Tempo. Dafür legt das Unternehmen rund 0,8 Billionen Yen (etwa 4,3 Milliarden Euro) für die Entwicklung künftiger EVs zurück.

Bild von: Honda

Honda nutzt Geld, das ursprünglich für Elektroautos vorgesehen war, um die Entwicklung der nächsten Hybrid-Generation zu finanzieren. Ob die Strategie aufgeht, lässt sich noch nicht beurteilen: Während die Nachfrage nach E-Autos in den USA nachlässt, wächst die EV-Verbreitung weltweit weiter.

Das heißt jedoch nicht, dass Honda Elektroautos grundsätzlich aufgibt. Das Unternehmen will in anderen Regionen weiterhin E-Fahrzeuge anbieten – darunter im Heimatmarkt Japan und in weiteren Teilen Asiens – und gleichzeitig den US-Markt genau beobachten.