Der Alfa Romeo 75 war eine kompakte Sportlimousine, die es mit dem mächtigen BMW 3er (E30) aufnehmen sollte. Er kam 1985 auf den Markt, um die Giulietta zu ersetzen und wurde bis 1992 produziert. Die italienische Karosseriebaufirma Carrozzeria Castagna bekam einen Wagen aus dem Jahr 1987 in die Hände und verwandelte ihn 1994 in ein seltsam gestaltetes, einzigartiges Coupé, das im folgenden Jahr auf dem Genfer Autosalon vorgestellt werden sollte.

Die Idee hinter dieser seltsam gestalteten Limousine, die sich in ein Coupé verwandelte und (benannt nach der Tochter des Geldgebers) den Namen "Vittoria" trug, war die Übernahme von Stilmerkmalen des SZ (Sprint Zagato), der selbst ein unkonventionelles Aussehen hatte. Zugleich sollte der Name Castagna, eigentlich seit 1964 nicht mehr existent, damit sein Comeback geben. Aber man hatte offenbar nicht die besten Designer angeheuert ...

Obwohl es sich um ein Konzept handelte, basierte der (oder die) "Vittoria" auf einem Serienfahrzeug und hat daher eine Straßenzulassung. Allerdings wurde er kaum benutzt, da er die meiste Zeit seines Lebens in einem Lagerraum untergebracht war. Er hat nur 2.500 Kilometer auf dem Tacho und befindet sich in einem hervorragenden Zustand – abgesehen von etwas Korrosion an den Stellen, an denen das Aluminium auf den Stahl trifft.

Alfa Romeo 75 von Castagna Vittoria (1995)

Apropos Bauweise: Der von Carrozzeria Castagna neu gestaltete Alfa Romeo hat handgehämmerte Aluminium-Karosserieteile über dem Stahlrahmen. Der Innenraum wurde ebenfalls überarbeitet, denn er verfügt über dunkelgrüne Lederbezüge, Holzverkleidungen und ein großes Vittoria-Logo auf der Beifahrerseite des Armaturenbretts. Außerdem spendierte man ein Momo-Lenkrad und grünes Alcantara an den Türverkleidungen, der Mittelkonsole und auf dem Kombiinstrument.

Das Innenleben des 75 wurde übernommen, so dass der Vittoria den legendären 3,0-Liter-V6-Motor "Busso" beibehielt. Allerdings wurde er damals auf dem Prüfstand getestet und leistete 255 PS, nachdem er von einer Firma aus Casalmaggiore modifiziert worden war. Die Leistung wird über ein manuelles 5-Gang-Getriebe an die Hinterräder weitergeleitet. Die Bremskraft kommt von Brembo-Bremsen, während die Aufhängung mit koaxialen Stoßdämpfern von Koni an beiden Achsen und unabhängigen Schraubenfedern an der Vorderachse aufgerüstet wurde.

Wenn Sie ein seltenes Stück automobiler Kuriosität besitzen möchten, versteigert Car & Classic noch in diesem Monat den Alfa Romeo Castagna Vittoria von 1995. Das gut dokumentierte Einzelstück wird voraussichtlich zwischen £125.000 und £135.000 einbringen. Bei den derzeitigen Wechselkursen sind das 144.000 bis 156.000 Euro.