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Ferrari 499P Modificata: Le Mans-Hypercar geht in Serie

Der 2023er Le Mans-Sieger wird zum (Klein-)Serienauto. Nur mit mehr Leistung! Der Preis ist natürlich nicht ohne

Le Mans Hypercar-Sieger für Kunden: Der neue Ferrari 499P Modificata.

Stefan Wagner Stefan Wagner

Von: Stefan Wagner

28. Okt. 2023 um 22:15 Uhr

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Ein bisschen gelangweilt von den ewigen Trackdays mit dem eigenen Ferrari Formel 1-Auto? Zieht ja auch ganz schön da unten drin. Und bei Regen erst – sehr unangenehm! Aber frohlockt, wahnsinnig wohlhabende Ferraristi, denn Rettung ist nah. Sowas gab es wirklich noch nie. Exotischer geht es eigentlich nicht. Ferrari selbst spricht vom „exklusivsten Projekt“, das man je gemacht hat. Sagen Sie Hallo zum neuen 499P Modificata.

Nein, nicht verlesen, wir sehen hier das Le Mans-Siegerauto 2023 für den Privatgebrauch. Ganz im Ernst: Das Cavallino Rampante baut einen LMH-Boliden für ganz normale Menschen. Ganz normale Menschen mit sehr sehr viel Geld und einer monumentalen Ferrari-Sammlung, aber Sie kriegen den Punkt.

Ferrari nennt die avisierte Zielgruppe seine allerbesten Kunden, die klassischen „Gentleman Driver“. Und auf die hin ist das Auto auch optimiert worden. Oder sagen wir besser: Die Fahrbarkeit wurde signifikant erhöht, weil vermutlich nicht jeder Kunde das Talent eines Antonio Giovinazzi in die Wiege gelegt bekommen hat. Da ist der Spaß natürlich größer, wenn man nicht bei jedem Trackday aus der Leitplanke entfernt werden muss.

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Und es gibt noch einen riesengroßen Vorteil, denn bei einem Fahrzeug, das Just for Fun und nie in einem offiziellen Rennen zum Einsatz kommen wird, gilt natürlich keine nervige Balance of Performance (BoP) wie in Le Mans.

Los geht es da schon beim Antrieb. Der 499P Modificata nutzt den (stark überarbeiteten) 3,0-Liter-Biturbo-V6 aus dem 296 GT3 plus einen vom F1-Auto entliehenen Elektromotor an der Vorderachse. Die Systemleistung liegt bei 520 kW (707 PS) und damit schon 20 kW höher als im Le Mans-Siegerauto. Dazu kommt allerdings noch eine Push-to-Pass-Funktion, mit der man die Leistung per Knopf am Lenkrad jeweils für 7 Sekunden um 120 auf 640 kW (870 PS) erhöhen kann. Die Logik dahinter ähnelt der des KERS-Systems, das 2009 in der F1 eingeführt wurde. 

Der Elektromotor selbst leistet bis zu 200 kW (272 PS), hat ein Differenzial und ein Energie-Rückgewinnungssystem. Dazu kommt ein 800-Volt-Akkupaket. Geschaltet wird per sequenziellem 7-Gang-Getriebe.

Anders als beim Rennwagen springt der E-Motor aber nicht erst bei Geschwindigkeiten über 190 km/h ein, sondern quasi schon aus dem Stand. Sie wissen ja - offizielle Regeln sind hier ziemlich egal. So verfügt der 499P Modificata also quasi grundsätzlich über Allradantrieb, was angesprochene Fahrbarkeit erhöhen und dem Herrenfahrer am Limit mehr Selbstvertrauen geben soll. 

Am Carbon-Monocoque des Le Mans-Gewinnerautos ändert sich nichts. Dämpfer, Federn und Stabis wurden jedoch im Hinblick auf ein vorhersehbareres, unkritischeres Fahrverhalten appliziert. Gleiches gilt fürs Motormapping und das Tuning der Traktionskontrolle. 

Ein eklatanter Unterschied besteht auch bei den Reifen. Wenn die Slicks so spitz ausgelegt und kurzlebig sind wie die Michelins des Rennautos, bringt der Genuss-Trackday weniger Genuss und recht viel Hektik. Also baute Pirelli für den Modificata einen neuen Pneu. Der ist - Sie ahnen es - berechenbarer im Handling und soll Feedback maximieren. Außerdem wird er schneller warm und hält länger. Man will ja schließlich fahren und nicht ständig Reifen wechseln. Die Größen übrigens: 310/710-18 vorne und 340/710-18 hinten. 

Ab 2024 wird Ferraris Corse Clienti-Abteilung - wo auch die Events für Fahrzeuge wie den FXX-K Evo organisiert werden - das sogenannte "Sport Prototipi Clienti"-Programm durchführen. Hier können sich die Käufer des 499P Modificata zusammen mit den Besitzern der oben angesprochenen Ex-F1-Boliden auf den Strecken dieser Welt austoben. Inklusive technischem und logistischem Support des Herstellers. 

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Zur Stückzahl des 499P Modificata hat Ferrari sich noch nicht geäußert, man sagte uns nur, es werde "sehr exklusiv" zugehen. Entsprechend ist der Preis angesiedelt. 5,1 Millionen Euro vor Steuern sollte man entbehren können, wenn man sein eigenes Le Mans-Hypercar haben möchte.

Bildergalerie: Ferrari 499P Modificata

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