Wie definiert man minimale motorisierte Mobilität? Okay, bei E-Bikes und Rollern geht es los. Aber vier Räder und Platz für mehr als eine Person? Auto, ganz klar. Aber wo fängt es an? Wir kennen hierzulande Leichtfahrzeuge von Aixam oder Ligier, ebenso den Microlino und den Renault Twizy. Doch sie sind offiziell nicht als Auto klassifiziert.

Irgendwo zwischen Leichtmobil und Auto befindet sich der Bajaj Qute aus Indien. "Cute", das englische Wort für "niedlich" passt ganz gut, denn der Qute ist winzig. Und billig. 2013 kam er auf den indischen Markt mit dem Ziel, als Mikro-Taxi in dortigen (meist sehr vollen) Städten die klassischen Rikschas abzulösen. Bajaj ist in dem Milliarden-Reich für Zweiräder und ebenjene Rikschas bekannt.

Bajaj Qute

Der Qute wird offiziell als Indiens erstes "Auto-Taxi" angepriesen, läuft aber dort als "Quadricycle". Als Argumente listet Bajaj unter anderem vollständigen Wetterschutz des Metall-Polymer-Monocoque auf. Um die 400 Kilogramm wiegt der Qute, die bis zu vier möglichen Insassen kommen sich mit Blick auf die Abmessungen ziemlich nahe: 2,75 Meter Länge, 1,31 Meter Breite, 1,65 Meter Höhe. Als Farben gibt es Weiß, Schwarz und das in Indien Taxi-typische Gelb. Den Bildern nach gibt es rundum lediglich Ausstellfenster.

Kofferraum? Gibt es, aber wie im ähnlich kleinen Fiat 126 nur ein mickriges Abteil unter der vorderen Haube. Der Motor ist im Heck montiert. Auf der offiziellen Seite spricht Bajaj zwar auch von Diesel, aktuell gibt es aber nur einen Einzylinder-Benziner mit 217 ccm Hubraum und rund 20 PS Leistung. Die Schaltarbeit übernimmt ein automatisiertes Fünfgang-Getriebe, bei 70 km/h wird der Qute abgeregelt.

Betrieben werden kann das Wägelchen mit Flüssiggas (LPG) oder Erdgas (CNG). 9,15 kW (12,5 PS) stehen mit LPG bereit, 20,6 Liter Treibstoff passen in den Tank. Sparsam ist der Bajaj Cute: Die Werksangaben liegen zwischen 2,3 und 2,9 Liter auf 100 Kilometer. Wendekreis? 3,5 Meter. Gut 60.000 Qute laufen pro Jahr in Indien vom Band.

Größter Schwachpunkt des Qute ist seine Sicherheit. In einem Test von Leichtfahrzeugen gab es 2016 von EuroNCAP nur einen Stern. Hartplastik dominiert innen, Airbags oder gar Assistenzsysteme sucht man vergebens. Bilder des damaligen Crashtests sehen Sie in unserer Galerie.

Größter Pluspunkt ist hingegen der Preis. Anfangs lag dieser umgerechnet bei lediglich 1.900 Euro, inzwischen sind es zwischen 3.000 und 3.200 Euro. Würden Sie den Bajaj Qute als Sonderangebot bei uns in Europa fahren wollen?

Bildergalerie: Bajaj Qute