Der Hype ist echt und er ist endlich berechtigt, denn Mercedes-AMG steht kurz davor, die Serienversion seines Hypercars One zu enthüllen. Die Studie Project One wurde im September 2017 auf der Frankfurter IAA vorgestellt. Nach etlichen Verzögerungen aufgrund von Entwicklungshürden ist das Straßenfahrzeug mit F1-Motor nun endlich bereit für die Premiere.

Sowohl die AMG-Straßenwagensparte als auch die F1-Abteilung kündigten in den sozialen Medien an, dass die Weltpremiere am Mittwoch den 1. Juni stattfinden wird.

Zwischen der Vorstellung des Concepts und jetzt haben wir unendliche Mengen an Erlkönigbildern gesehen. Sie deuten darauf hin, dass die endgültige Version sehr nah am Konzeptfahrzeug sein wird. Ein paar aerodynamische Änderungen hier und da, das dürfte es gewesen sein.

Mercedes-CEO Ola Källenius scherzte kürzlich, dass die Chefs "betrunken" gewesen sein mussten, als sie grünes Licht für das Projekt gaben. Im Oktober 2021 bestätigten die Affalterbacher, dass das elektrifizierte Hypercar bis Mitte 2022 in Produktion gehen wird. Jetzt scheint es wirklich so weit zu sein und der One darf endlich Jagd machen auf ein weiteres von der Motorsport-Königsklasse beeinflusstes Fahrzeug - den Aston Martin Valkyrie.

 

Der geistige Erbe des CLK GTR ist auf 275 Exemplare limitiert und trotz eines Preises von etwa 2,5 Millionen Euro schon lange ausverkauft. Der One erhält einen aus der Formel 1 übernommenen 1,6-Liter-Turbomotor, der in Kombination mit nicht weniger als vier Elektromotoren eine Gesamtleistung von mehr als 1.000 PS erreichen soll.

Er wird das stärkste Mercedes-Straßenauto aller Zeiten sein und den Motor mit der höchsten Drehzahl haben, denn der überambitionierte V6 dreht tatsächlich irre 11.000 Umdrehungen pro Minute. Eines der Hauptprobleme bei der Entwicklung bestand darin, die Leerlaufdrehzahl des Motors von 5.000 U/min auf 1.200 U/min zu senken, um die geltenden Vorschriften einzuhalten.

Das allradgetriebene Ungetüm soll in weniger als sechs Sekunden von 0 auf 200 km/h beschleunigen und eine Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h erreichen. Die Studie Project One wurde mit einer elektrischen Reichweite von 25 Kilometern angepriesen. Für Straßenautos eher ungewöhnlich: Der Verbrennungsmotor mit seinem Elektroturbo muss nach nur 50.000 Kilometern erneuert werden.

 

Womöglich erinnern sich einige von Ihnen noch an die gewagte Aussage von Ex-AMG-Chef Tobias Moers vom September 2018. Damals mutmaßte er, der One könne die Rundenzeit des Porsche 919 Hybrid Evo auf dem Nürburgring verbessern. Der Rennwagen aus Zuffenhausen umkurvte die Nordschleife in 5:19,55 Minuten. Diese Zeit mit einem Fahrzeug mit Nummernschildern zu unterbieten, erscheint nahezu unmöglich.

Auch wenn der One das nicht schafft, wird der Rekord für Serienfahrzeuge dramatisch purzeln. Alle erwarten, dass der AMG One (und der Valkyrie) die Rundenzeit des Porsche 911 GT2 RS mit Manthey Performance Kit (6:43,30 Minuten) um etliche Sekunden unterbieten wird.

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