Man mag es kaum glauben, aber zu Ostblockzeiten baute Skoda veritable kleine Sportwagen und mischte durchaus erfolgreich im Motorsport mit. Ein Beispiel hierfür ist der 200 RS von 1974. Doch er hatte ein wenig Pech. Bevor die Experten von ihn in den Saisons 1974 und 1975 auf Sieg trimmen konnten, änderte sich das Reglement. Also wechselte Skoda seine Strategie und es begann die glorreiche Ära des 130 RS.

Die Arbeiten am 200 RS begannen 1973, und es war ein echtes Rennfahrzeug: Der tschechische Automobilhersteller musste seinen Zweiliter-Vierzylindermotor mit damals 120 kW (163 PS) Leistung entwickeln. Der Wagen hatte eine im Vergleich zum Serien-110 R neu gestaltete Vorderachse, und die hintere Drehstabfederung war völlig neu.

Der Wagen hatte eine Aluminiumkarosserie und wog etwas mehr als 800 Kilogramm und nahm 1974 und 1975 an Wettbewerben teil. Es wurden nur zwei Exemplare gebaut: Der dritte Typ war der 180 RS mit einem 1,8-Liter-Motor.

Skoda 200 RS (1974) als Neuinterpretation von Daniel Petr

"Ich habe für Skoda Motorsport am Design des Octavia WRC mitgearbeitet", erinnert sich Daniel Petr an seine ersten Schritte im Design von Skoda-Rennwagen. "Sein" Octavia WRC und der 200 RS, den Daniel in seine moderne Form bringen wollte, haben viel gemeinsam: Es waren beides herausragende Umbauten, die um die Spitzenplätze in der Gesamtwertung der Rallye-Weltmeisterschaft kämpfen sollten.

Für seine Interpretation des 200 RS entschied sich Daniel Petr für ein völlig eigenständiges Design für das 21. Jahrhundert. "Ich habe versucht, die für den 200 RS typischen roten und weißen Grafiken zu erhalten. Damals waren es die Werksfarben. Ich habe auch einige Details auf das neue Design übertragen, aber ich wollte nicht, dass das Auto auf den ersten Blick wie das Original aussieht", sagt Daniel. "Ich wollte, dass man den Fortschritt in den Linien des Wagens sieht, damit das Auto wirklich modern wirkt."

Skoda 200 RS (1974) als Neuinterpretation von Daniel Petr

Die Silhouette verweist auf den originalen 200 RS, dessen Dach im Vergleich zum serienmäßigen Skoda 110 R um 15 Zentimeter abgesenkt wurde. Doch die kantigen Linien mit modernen Details wie den dreieckigen LED-Scheinwerfern, dem Lufteinlass auf dem Dach, den markanten Rückspiegeln und dem großen Heckdiffusor machen Daniels Interpretation zu einem modernen Supersportwagen.

Dem aufmerksamen Beobachter fallen die Anspielungen auf die Vergangenheit auf: Die Grafiken auf den Seitenscheiben, der Kühlergrill, der Heckspoiler und die goldenen Räder sind eine klare Hommage an den ursprünglichen 200 RS.

Daniel hat viel Erfahrung mit der Konstruktion von Rennwagen, deshalb versuchte er, sich auch bei seinem Projekt an Prinzipien zu halten, die es ermöglichen würden, ein solches Auto tatsächlich in Rennen einzusetzen. "Ich habe mir zum Beispiel Gedanken über die Motor- und Bremsenkühlung, die aerodynamischen Elemente und die allgemeine Ergonomie des Autos gemacht", sagt Dan.

Er sagt, die Proportionen seien originalgetreu, so dass es heute ein kompakter Sportwagen wäre. Mit dem Motor hinten, versteht sich. "Über den Antriebsstrang habe ich mir keine großen Gedanken gemacht: Das Auto sollte auf jeden Fall einen Verbrennungsmotor haben, und man könnte sicher auch die Hybridtechnik einsetzen", reflektiert der Designer seine Vision.

Also Skoda, wie wäre es mit einem kompakten Sportwagen? Wenn es schon keinen Fabia RS mit dem 207 PS starken 2.0 TSI aus dem VW Polo GTI gibt, wäre so etwas doch eine klasse Idee. Habt Mut!

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