Es mag den Anschein haben, aber nicht alle Mercedes-Premieren auf der IAA 2021 sind reine Elektroautos. Die Mercedes C-Klasse All-Terrain etwa muss sich auf dem Benz-Stand fast schon fühlen wie ein Exot. Vorgestellt wurde der höhergelegte Kombi bereits im August, aber nun gibt er in München sein offizielles Publikums-Debüt. Und live ist halt doch nochmal was anderes. Er hebt sich in jedem Fall ab. Im wahrsten Sinne. 

Immer mal wieder kommen Hersteller wie VolkswagenVolvo, Audi oder Opel auf die Idee, Kombis mit serienmäßigem Allradantrieb mehr Bodenfreiheit und unlackiertem Plastik an den Radläufen sowie den Seitenschwellern auszustatten, nur um sie dann mit Beinamen wie "Alltrack", "Cross Country", "allroad" oder "Country Tourer" versehen zu können. 

Wem ein konventioneller Kombi zu wenig geländegängig, ein SUV aber zu hochbeinig ist, dem bietet Mercedes auch diese Möglichkeit. Bislang allerdings nur im Segment der Oberen Mittelklasse. Und zwar seit 2017 mit der Mercedes E-Klasse All-Terrain. Jetzt ist auch die C-Klasse an der Reihe und das T-Modell erhält ebenfalls eine All-Terrain-Version mit "markantem Look und vielseitigen Fähigkeiten".

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Die All-Terrain-Zutaten der Mittelklasse unterscheiden sich dabei nicht von denen des E-Segments. Der Kombi wird 40 Millimeter höhergelegt und der 4Matic-Allradantrieb (45% an die Vorder-, 55% an die Hinterräder) mit zwei zusätzlichen Offroad-Fahrprogrammen ("Offroad" ist für leichtes Gelände wie Feldwege, Schotter oder Sand ausgelegt; "Offroad+" mit Downhill Speed Regulation empfiehlt sich in etwas schwererem und steilerem Gelände) ist ebenfalls serienmäßig an Bord.

Bildergalerie: Mercedes-Benz C-Klasse All-Terrain (2021)

Zu den Offroad-Gestaltungselementen zählen der eigenständige Kühlergrill, die besonderen Stoßfänger, der optische Unterfahrschutz vorne und hinten sowie die Radlaufverkleidungen in dunkelgrau matt. Optional lässt sich auch das Digital Light – bekannt aus der S-Klasse – ordern.  Beim All-Terrain umfasst es ein spezielles Offroad-Licht. 

Bei einer Fahrt in leichtem Gelände sorgt eine breite Ausleuchtung dafür, dass Hindernisse selbst bei Kurvenfahrt schneller erkannt werden. Sobald das Offroad-Fahrprogramm aktiviert wird, schaltet sich das Licht dazu. Die Funktion ist bis 50 km/h aktiv. 

Gegenüber dem konventionellen C-Klasse T-Modell hat der All-Terrain in seinen Abmessungen leicht zugelegt. Er ist vier Millimeter länger und misst insgesamt 4.755 Millimeter. Wegen der Radlaufverkleidungen stieg die Breite um 21 Millimeter auf 1.841 Millimeter. Durch die erhöhte Bodenfreiheit ist das Fahrzeug mit 1.494 Millimetern auch höher geworden. Gleich blieben die inneren Abmessungen. So fasst das Ladeabteil weiterhin zwischen 490 und 1.510 Liter.

Und auch sonst werden Sie im Innenraum keine großen Unterschiede zu einer normalen C-Klasse finden. Nur im digitalen Bereich lässt Mercedes einen neuen Kontext zu. Er findet sich im Infotainment-System und heißt "Offroad". Dort versorgt Sie der All-Terrain nämlich auch mit Inhalten wie Steigung, Neigung und Lenkwinkel. Angezeigt werden auch die Geokoordinaten sowie ein Kompass.

Angetrieben wir der All-Terrain entweder von einem Diesel- oder einem Benzinmotor mit 48-Volt-MHEV-Unterstützung. So kann die Leistung der Vierzylinder zeitweise elektrisch um 20 PS erhöht werden. Energie kann rekuperiert werden und eine Segel-Funktion ist ebenfalls möglich.

Beim Benziner handelt es sich um das Aggregat, das wir bereits aus dem C 200 kennen – also den 1,5-Liter-Vierzylinder mit 204 PS und 300 Nm Drehmoment. Der Diesel kommt auch im regulären C 220d zum Einsatz, hat 2,0 Liter Hubraum, vier Zylinder und leistet 200 PS sowie 440 Newtonmeter Drehmoment.

Ein Geheimnis: die Preisgestaltung. Hier müssen wir wohl jeweils bis zu offiziellen Präsentation auf der IAA Mobility 2021 in München warten. 

Bildergalerie: Fotos Mercedes C 220 d 4MATIC All Terrain, IAA 2021