65.000 Ingenieursstunden wurden investiert, um das Auto serienreif zu machen

So ein Bugatti Chiron ist ja an sich schon irgendwie ein Einzelstück, einfach weil der Kunde endlose Möglichkeiten hat, das W16-Hypercar nach seinen Wünschen zu personalisieren. Man kann davon ausgehen, dass kein einziger Kunde zum Bugatti-Händler spaziert und nach der möglichst günstigsten Version fragt. In der Regel dürften Extras und Sonderwünsche einen beträchtlichen Teil des Fahrzeugpreises ausmachen. 

Sollte ein komplett anderes Level an Exklusivität gefragt sein, empfiehlt sich die Beschäftigung mit dem La Voiture Noire, allein schon, weil es lediglich ein Exemplar davon geben wird. Das schwarze Auto ist eine Reminiszenz an den verloren gegangenen Type 57 SC Atlantic und soll wohl in Serienform am 31. Mai vorgestellt werden. 

Im Zuge des üblichen Teaser-Vorgeplänkels hat Bugatti nun ein paar neue Bilder veröffentlicht, die das einzigartige Coupé bei Tests auf der Rennstrecke zeigen. Wir lernen dabei auch, dass 65.000 Ingenieursstunden in das Projekt investiert wurden, was offenbar einem Zeitraum von sieben Jahren und etwas mehr als vier Monaten entspricht. Beeindruckende und gleichzeitig ziemlich überraschende Zahlen, wenn man bedenkt, dass der La Voiture Noire zu einem guten Teil auf dem Chiron basiert. 

Gewohnt unbescheiden wird das Auto als "das einzigartigste Stück automobiler Haute Couture, das jemals kreiert wurde" tituliert. Der schwarze Bugatti feierte seine ursprüngliche Premiere als elektrisch betriebene Hülle auf dem Genfer Autosalon 2019. Mehr als zwei Jahre später beherbergt der Motorraum nun den 8,0-Liter-Quadturbo mit 1.500 PS und 1.600 Nm Drehmoment. 

Bugatti beschreibt den La Voiture Noire als "ein Stück automobiler Kunst", das die Fähigkeit besitzt, "Jahrhunderte zu überdauern". Zumindest, solange es noch genügend Sprit gibt. Ein Blick auf die verpflichtenden Verbrauchsangaben, die die Molsheimer ihrem Facebook-Post anfügten, fördert nämlich ebenfalls ziemlich Einzigartiges zu Tage - einen kombinierten Spritverbrauch von 22 Liter auf 100 Kilometer und Emissionen von 505 Gramm pro Kilometer CO2.

Es wurde immer wieder davon gesprochen, dass der La Voiture Noire der teuerste Neuwagen aller Zeiten ist. Der Preis liegt bei elf Millionen Euro. Vor Steuern, wohlgemerkt. Bugatti hat die Identität des Käufers nicht preisgegeben, aber wir wissen, dass er in etwa das Viereinhalbfache eines "Basis"-Chiron bezahlt hat. Das Einzelstück mit den sechs Auspuffendrohren lässt im Vergleich selbst den Chiron Super Sport 300+ (3,5 Millionen Euro) wirken wie ein Schnäppchen. 

Die Herrschaften aus dem Elsass sind mit ihren Chiron-basierten Projekten übrigens noch lange nicht am Ende. Nach dem La Voiture Noire und dem rein für die Rennstrecke entwickelten Bolide (bisher nur eine Studie) soll noch 2021 ein neues, mysteriöses Hypercar enthüllt werden. 

Bildergalerie: Bugatti La Voiture Noire track test